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Weitere coronabedingte Umsatzeinbrüche bei Gerry Weber 

Trotz eines wachsenden Online-Geschäfts hat der Modekonzern Gerry Weber auch im 1. Halbjahr 2021 coronabedingt weitere Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. Das Unternehmen erwirtschaftete von Januar bis Juni einen Umsatz von etwa 107,7 Mio. € - das entspricht einem Minus von 23,4 %. Die Coronapandemie habe weiterhin einen starken Einfluss auf das Geschäft. Die Filialen in Deutschland seien im 1. Quartal fast ununterbrochen geschlossen gewesen, erst seit Juni seien alle Filialen wieder geöffnet. 

Das Online-Geschäft wuchs während des 1. Halbjahres um rund 38 % im Vergleich zum Vorjahr und sorgte für einen Umsatz von etwa 21 Mio. €. Dank der Kostenentlastung durch Kurzarbeit und einer "strikten Kostendisziplin" stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im 1. Halbjahr auf 5,3 Mio. € und lag damit über dem Vorjahresniveau. Unter dem Strich musste der Modekonzern jedoch weiterhin einen Verlust von –24,2 Mio. € ausweisen, nach einem Minus von –34,2 Mio. € im gleichen Vorjahreszeitraum. 

Man rechne bei steigenden Inzidenzen wieder mit einer Verschärfung der Öffnungsregeln. "Wir sehen aktuell eine uns zuversichtlich stimmende Erholung der Umsätze online und in unseren Filialen, gehen aber gleichwohl nicht davon aus, dass wir die Umsatzausfälle zu Beginn des aktuellen Geschäftsjahres 2021 im Verlauf des Jahres werden aufholen können", sagte Finanzvorstand Florian Frank. 

Der Modehersteller steht seit längerem unter Druck. Nach einem Ende 2019 abgeschlossenen Insolvenzverfahren musste Gerry Weber im Coronajahr 2020 bei einem Konzernumsatz von 278, Mio. € unter dem Strich einen Verlust von –65 Mio. € hinnehmen. Auch für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen weiter mit roten Zahlen. Der operative Verlust soll jedoch geringer ausfallen als im Krisenjahr 2020. Für 2021 wird ein Umsatz zwischen 260 und 280 Mio. € in Aussicht gestellt.

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