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Neues aus den USA

Eine milliardenschwere Abschreibung auf unrentable Anlagen brockte dem Ölmulti  Chevron in 2019 einen deutlichen Ergebniseinbruch ein. Insgesamt krachte der Nettogewinn von 14,82 Mrd. $ im Vorjahr auf 2,92 Mrd. $. Auch die Umsatzerlöse litten unter den gesunkenen Gaspreisen und rutschten auf 146,52 (166,34) Mrd. $ ab.

Bei Chevron dreht man erst einmal den Hahn ab; (B). 

Florierende Werbeeinnahmen ließen die Erlöse von Twitter im vergangenen Geschäftsjahr auf 3,46 (3,04) Mrd. $ anschwellen. Und auch unter dem Strich erzielte der Kurznachrichtendienst mit 1,47 Mrd. $ ein höheres Ergebnis. 2018 hatte hier noch ein Gewinn von 1,21 Mrd. $ in der Bilanz gestanden. Auch für das lfd. Jahr erwartet das Unternehmen, seinen Wachstumspfad weiterzugehen.

Twitter lässt man weiter zwitschern; (B+).

2019 erzielte Pinterest mit Erlösen von 1,14 Mrd. $ gut 51 % mehr. Höhere Kosten, u.a. im Zusammenhang mit Aktienoptionen, ließen den Verlust nach Steuern allerdings auf –1,36 Mrd. $ anschwellen. Im Vorjahrseszeitraum belief sich der Fehlbetrag noch auf –62,56 Mio. $. Fürs lfd. Jahr prognostiziert die Foto-Plattform einen Umsatzanstieg von 1,14 auf 1,52 Mrd. $. Damit übertraf das Unternehmen sogar die bisherigen Analystenerwartungen.

Pinterest bleibt auf der Pinnwand; (B+).

Der Verkauf der Marke Keebler cookies and other brands lastete noch immer auf den Ergebnissen von Kellogg. Im abgelaufenen Jahr blieben die Erlöse des Cerealien-Konzerns mit 3,58 Mrd. $ zwar in etwa auf Vorjahresniveau. Nach Steuern sackte der Gewinn jedoch von 1,34 Mrd. $ im Vorjahr auf 960 Mio. $ ab. Die Belastungen aus dem Spartenverkauf sollen sich auch in diesem Jahr fortsetzen. So geht Kellogg für 2020 nur von einem Umsatzplus auf vergleichbarer Basis in Höhe von 1–2 % aus.

Kellog bleibt dennoch erst einmal im Frühstücks-Depot; (B+).

Dank neuer Produkte und gezielter Werbung konnte der Konsumgüterkonzern Colgate-Palmolive seine Umsatzerlöse im vergangenen Jahr leicht auf 15,69 (15,54) Mrd. $ verbessern. Netto blieb das Ergebnis indes mit rd. 2,4 Mrd. $ auf Vorjahresniveau. Grund waren hier vor allem höhere Kosten im Zusammenhang mit dem seit einiger Zeit laufendem Sparprogramm. Auch im lfd. Jahr will das Unternehmen seine Werbeausgaben weiter ankurbeln. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dennoch im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Colgate-Palmolive präsentiert sich auch kursseitig blitzsauber; (B+). 

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 fielen die Erlöse des Spieleentwicklers Activision Blizzard mit 6,49 (7,5) Mrd. $ etwas verhaltener aus. Und auch unter dem Strich verringerte sich der Gewinn von 1,85 Mrd. $ im Vorjahr auf 1,5 Mrd. $. Für das lfd. Geschäftsjahr gibt sich das Unternehmen trotz boomender Spiele-Branche konservativ:  Der erwartete Umsatz von 6,45 Mrd. $ bewegt sich auf dem Niveau von 2019.

Dennoch spielt man bei Activision Blizzard erst einmal weiter mit; (B+). 

Zwar konnte der Mitfahrdienst Uber seine Erlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr um 26 % auf 14,15 Mrd. $ steigern. Höhere Kosten im Zusammenhang mit dem Essensdienst Uber Eats zehrten die Ergebnisse indes so auf, dass das Unternehmen nach Steuern mit –8,51 Mrd. $ in den roten Bereich rutschte. Im Vorjahr hatte hier noch ein Gewinn von 997 Mio. $ in der Bilanz gestanden.

Uber lässt man vorbeifahren; (B).

Ein guter Kundenzuwachs sorgte bei T-Mobile US im abgelaufenen Jahr 2019 für ein Umsatzplus von 4 % auf 45 Mrd. $. Und auch unter dem Strich konnte der Telekommunikationskonzern sein Ergebnis auf 3,5 Mrd. $ erhöhen. Das sind gut 20 % mehr als noch im Vorjahr. Eine offene Baustelle bleibt jedoch noch: Die Fusion mit dem Konkurrenten Sprint hängt aufgrund des kartellrechtlichen Widerstands noch immer in der Schwebe. Zwar hat die Branchenaufsicht FCC bereits grünes Licht erteilt. Doch einige Bundesstaaten stemmen sich noch immer gegen den Deal.

T-Mobile US bleibt in der Leitung; (B+). 

Nach der Übernahme des Biopharmaspezialisten Celgene musste Bristol Myers-Squibb im Gesamtjahr 2019 einen Gewinnrückgang verbuchen. Insgesamt fiel das Ergebnis von 4,95 Mrd. $ im Vorjahr auf 3,46 Mrd. $ zurück. Den Umsatz konnte der Pharmakonzern indes auf 26,15 (22,56) Mrd. $ erhöhen. Für das lfd. Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 40,5–42,5 Mrd. $ sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie in der Spanne von 6–6,20 (4,69) $.

Bristol Myers-Squibb bleibt langfristig im Medizin-Depot; (B+). 

Dank guter Geschäfte mit dem Krebsmedikament Keytruda erzielte der Pharmagigant Merck & Co. einen Gesamtumsatz von 46,84 Mrd. $ und damit gut 11 % mehr. Unter dem Strich beschleunigte sich der Gewinn zudem auf 9,84 (6,22) Mrd. $. Für das lfd. Jahr peilt der Konzern Umsätze in der Bandbreite von 48,8 bis 50,3 Mrd. $ an. Um in Zukunft der wachsenden Konkurrenz gestärkt entgegentreten zu können, plant Merck & Co. darüber hinaus, signifikante Geschäftsteile abzuspalten. Etwa die Hälfte des Produktportfolios bei Humanarzneimitteln sowie ein Viertel der Produktionsstätten will die derzeitige Nr. 4 der Branche in ein neues, milliardenschweres Unternehmens abspalten. Mit einem Abschluss der Transaktion rechnet das Management im 1. Halbjahr 2021. Einen Namen oder weitere Details nannte das Unternehmen derweil nicht.

Merck & Co. bietet angesichts des Konsolidierungstrends ein gutes Polster, halten; (B+).

 

U.a. die erfolgreiche Kooperation mit IKEA ließ die Erlöse des WLAN-Boxenanbieters Sonos in den ersten 3 Monaten bis Ende Dezember auf 562,08 (496,37) Mio. $ anschnellen. Und auch nach Steuern spielte der Konzern mit 70,78 Mio. $ ein höheres Ergebnis ein. Im Vorjahr hatte hier noch ein Gewinn von 61,67 Mio. $ in der Bilanz gestanden. Für das lfd. Gesamtjahr peilt Sonos derweil einen Umsatz in der Spannbreite von 1,37–1,4 Mrd. $ an.

Sonos mutiert zur Langspielplatte; (B+).

 Mit 26,5 Mio. per Ende Dezember haben den neuen Streamingdienst von Disney mehr Menschen abonniert als erwartet. Im 1. Quartal steigerte der Mediengigant seine Erlöse auf 20,86 (15,30) Mrd. $. Die Kosten für den Streamingausbau drückten den Gewinn nach Steuern allerdings von 2,79 Mrd. auf 2,13 Mrd. $.

Disney sollte man langfristig auf keinen Fall aus der Hand geben; (B+).

 Der Streik der Automobilgewerkschaft UAW brockte General Motors im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinnrückgang auf 6,73 (8,01) Mrd. $ ein. Der Umsatz verringerte sich um 6,7 % auf 137,2 Mrd. $. Für das lfd. Jahr visiert der US-Autobauer einen Gewinn je Aktie in der Spanne von 5,75–6,25 (4,57) $ an.          

GM hat noch einiges an Wegstrecke vor sich; (B). 

 Der Handy-Chiphersteller Qualcomm konnte in seinem 1. Quartal die Erlöse um 5 % auf 5,08 Mrd. $ steigern. Unter dem Strich fiel der Gewinn mit 925 Mio. $ jedoch gut
13 % geringer aus. Dennoch gibt sich das Unternehmen angesichts der wieder anziehenden Halbleiterbranche zuversichtlich. Demnach sollen sich die Umsätze im lfd. Quartal auf 4,9–5,7 Mrd. $ einfinden.          

Qualcomm behält man weiterhin im Auge; (B+). 

 Die niedrigen Öl- und Gaspreise brockten ExxonMobil auch im abgelaufenen Jahr 2019 einen Umsatzrückgang auf 264,94 (290,21) Mrd. $ ein. Zwar konnte der Verkauf von Geschäften in Norwegen den Gewinnverfall im Vergleich zum Vorjahr etwas abmildern. Dennoch fiel das Ergebnis auf 14,34 (20,84) Mrd. $ deutlich zurück.           

ExxonMobil scheint sich auch kurzfristig nicht zu fangen. Wem die Situation zu heiß ist, steigt vorzeitig aus; (B). 

Hohe Sonderkosten aufgrund von milliardenschweren Pensionskosten und der tiefgreifende Konzernumbau haben den Autobauer Ford im vergangenen Jahr deutlich belastet. Die Umsatzerlöse fielen in 2019 auf 155,9 (160,3) Mrd. $ zurück. Unter dem Strich krachte das Ergebnis von 3,68 Mrd. $ auf 47 Mio. $. Auch das lfd. Jahr soll sich weiterhin schwierig gestalten. Der operative Gewinn wird 2020 bei 0,94–1,20 $ je Aktie gesehen. Analysten rechnen im Schnitt mit 1,26 $.

Bei Ford parkt man auch weiterhin am Seitenrand; (B). 

Im Wettstreit um Werbeeinnahmen im Internet unterliegt der Fotodienst Snap noch immer den Platzhirschen wie Facebook oder Google. Der Umsatz wurde zwar dank einer gesteigerten Nutzerzahl auf 1,72 (1,18) Mrd. $ erhöht. Netto stand jedoch noch immer ein Verlust von –1,03 (–1,26) Mrd. $ in der Bilanz.

Snap bleibt uninteressant; (B).

Die Traditions-Kaufhauskette Macy‘s kündigt einen radikalen Sanierungsplan an. Über die kommenden 3 Jahre sollen 250 Stores geschlossen und bis zu 2.000 Mitarbeiter entlassen werden. Infolge des Sanierungsplans sollen jährliche Bruttokosteneinsparungen von 1,5 Mrd. $ bis 2022 anfallen, gut 600 Mio. $ davon allein in 2020.

Macy‘s landet in der Retoure; (B–).   

GoPro kann sich langsam aber sicher aus dem Ergebnis-Tal herausmanövrieren. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte der Actionkamera-Spezialist um 4 % auf 1,19 Mrd. $ erhöhte Gesamterlöse. Zwar stand nach Steuern noch immer ein Verlust in Höhe von –14,64 Mio. $ in den Büchern, allerdings konnte dieser damit deutlich gegenüber dem Vorjahreswert von –109,03 Mio. $ verbessert werden.   

GoPro ist nahe der Bruchlandung. Abstand halten; (B–).   

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