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Thyssenkrupp:

Bietergefecht nicht in Sicht

Anders als beim Verkauf der Aufzugsparte ist beim Stahl kein lukratives Bieterrennen in Sicht. Der schwedische Stahlkonzern SSAB nutzte eine Telefonkonferenz mit Finanzanalysten, um öffentlich von Thyssenkrupp abzurücken. An einem Bieterprozess für die Stahlsparte des MDAX-Konzerns sei man nicht beteiligt, hieß es. Damit dürfte eine vernünftige Lösung für den angeschlagenen Konzern kaum noch möglich sein. Schließlich gilt SSAB als einziges europäisches Unternehmen, das erfolgreich sowie finanziell stabil genug ist, um die deutschen Hochöfen zu übernehmen.

Baosteel aus China und Severstal aus Russland haben sich bereits aus dem Prozess zurückgezogen. Beide Kandidaten dürften in Deutschland politisch nicht erwünscht sein.

Dann bleibt eigentlich nur noch der britische Konzern Liberty Steel, der als einziger öffentlich seinen Hut in den Ring geworfen hat. Die Gesellschaft verfügt bekanntlich in der Branche nicht über den besten Ruf (s. ES 43/20, Randnotizen).

Inzwischen werden wieder Stimmen laut, die doch noch einmal Tata Steel mit ins Gespräch bringen. Die Fusion mit dem indischen Unternehmen war im vergangenen Jahr aufgrund des EU-Vetos gescheitert. Doch inzwischen ist Thyssenkrupp-Stahl so heruntergewirtschaftet, dass eine Fusion bzw. Übernahme mit Tata-Beteiligung mittlerweile unter ganz anderen Vorzeichen stehen würde. Die Konzerne dürften auch zu anderen Zugeständnissen bereit sein als vor der Pandemie.

Die Tata-Gruppe wäre der Liberty als Thyssenkrupp-Partner auf jeden Fall vorzuziehen.

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