TOM TAILOR Holding SE

Die TOM TAILOR Holding SE passt ihre Umsatz- und Ergebnisschätzung für das Geschäftsjahr 2018 nach unten an. Der lange und heiße Sommer und damit der späte Start in die Herbst-Winter-Saison haben die Umsatz- und Ergebnisentwicklung negativ beeinflusst. Der durch die RESET-Maßnahmen erwartete leichte Rückgang des Umsatzes für das Geschäftsjahr 2018 kann deshalb nicht so stark abgefedert werden wie zunächst erwartet. Während sich die Kernmarke TOM TAILOR am Markt weiter gut behauptet, verzeichnete die Marke BONITA einen schwachen Start. Auch die Modernisierung dieser Marke nimmt mehr Zeit in Anspruch als erwartet. Aufgrund dessen erwartet der Vorstand im Gesamtjahr nun einen Umsatzrückgang auf 840 bis 860 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge soll dabei zwischen 7,5 und 8,5 Prozent liegen. Ursprünglich war das Management von einer EBITDA-Marge in Höhe von 10 Prozent ausgegangen. Angesichts der aktuellen Geschäftsentwicklung von BONITA wird die Werthaltigkeit der Beteiligung sowie der Markenwert grundlegend überprüft.

c

CECONOMY AG

Aufgrund der aktuellen Geschäftsentwicklung passt der Vorstand der CECONOMY AG die Prognose für das Gesamtjahr an. Beim Umsatz rechnet das Management im Geschäftsjahr 2017/18 unverändert mit einem leichten Wachstum. Die Anpassung der Ergebnisprognose ist maßgeblich auf eine schwächer als erwartete Geschäftsentwicklung in Deutschland im vierten Quartal zurückzuführen. Auch die Geschwindigkeit bei der Umsetzung der strategischen Initiativen in Deutschland blieb hinter den Erwartungen zurück. So erwartet der Vorstand nun ohne Berücksichtigung der Ergebnisbeiträge aus der Beteiligung an Fnac Darty S.A. ein EBITDA zwischen 680 Mio. EUR und 710 Mio. Euro. Im Vorjahr lag der Wert bei 714 Mio. Euro vor Sonderfaktoren. Das EBIT soll dann in einer Größenordnung von 460 bis 490 Mio. Euro liegen. Hier hatte die Gesellschaft im Vorjahr 494 Mio. Euro erwirtschaftet. Bisher hatte CECONOMY für das Gesamtjahr eine Steigerung von EBITDA und EBIT im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich prognostiziert.

c

Zalando SE

Die Zalando SE hat ihre Prognose für das Gesamtjahr 2018 nach unten angepasst. Demnach haben der lange und außergewöhnlich heiße Sommer sowie ein verspäteter Start in die Herbst/Winter-Saison das Umsatzwachstum und das bereinigte EBIT belastet. Im dritten Quartal geht der Vorstand nun von einer Entwicklung deutlich unterhalb der Analystenschätzungen aus. Diese sehen durchschnittlich ein Umsatzwachstum von 19,8 Prozent und ein bereinigtes EBIT von minus 2 Mio. Euro. Im Gesamtjahr rechnet Zalando nun mit einem Umsatzwachstum am unteren Ende der bisher angestrebten Spanne von 20 bis 25 Prozent. DAs bereinigte EBIT erwartet der Vorstand nun in einer Größenordnung von 150 bis 190 Mio. Euro. Zuvor hatte das Management mit einem Wert am unteren Ende des Zielkorridors von 220 bis 270 Mio. Euro gerechnet. Dagegen bleiben die Prognosen für Investitionen und das Nettoumlaufvermögen unverändert. Trotz der angepassten Prognose wachse Zalando immer noch schneller als der Modemarkt.

c

Thema der Woche

Ausgabe 38 | 19.09.2018

Verkehrte Welt

Die Deutschen sparen sich arm

Der Online-Inhalt des Effecten-Spiegel ist kostenpflichtig. Sie können die gesamte Ausgabe beziehen und sofort freischalten.
2,70 €
inkl. 19%MwSt

Redaktionelles

Infas will stark wachsen und zahlt wieder Dividende

Sommerliches Wetter und gute Laune prägten die diesjährige Hauptversammlung der infas Holding AG in Bonn. Alleinvorstand Menno Smid konnte den Aktionären für 2017 abermals Rekordwerte bei Umsatz und Ergebnis präsentieren. So kletterten die Erlöse deutlich auf 29,3 (22,7) Mio. €. Das Ebit hat sich auf 3,14 (1,7) Mio. € annähernd verdoppelt. Unter dem Strich ergibt sich ein Jahresüberschuss von 1,88 (0,21) Mio. € oder 0,21 € je Aktie. Die Aktionäre dürfen sich somit wieder nach 2015  auf eine Dividende von 0,07 € freuen.

Auch in den kommenden Jahren will infas weiter deutlich wachsen. Neben den organischen Wachstumschancen kündigte Vorstandschef Smid an, auch alle anderen Optionen (wie etwa Akquisitionen) ins Auge zu fassen. Zu diesem Zweck wird derzeit eine Wachstumsstrategie ausgearbeitet, die mit Unterstützung des vom Aufsichtsrat derzeit gesuchten Finanzvorstandes in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Geplant ist dabei auch die Erschließung weiterer Marktsegmente, die bislang noch nicht gezielt bearbeitet wurden.  Dazu gehören etwa die Bereiche Medien und Verlage, Banken und Versicherungen sowie die pharmazeutische Industrie. Auf diese Weise soll sich der Umsatz bis zum Jahr 2021 auf rund 50 Mio. € erhöhen. Über das rein organische Wachstum im bisherigen Geschäft läge das Umsatzpotenzial bei rund 35 bis 36 Mio. €. Laut CEO Smid ist es erklärtes Ziel, „erster Mittelständler“ im Markt hinter den Big Four der Branche zu werden. Da er seinen Ende 2018 auslaufenden Vertrag um weitere drei Jahre bis Ende 2021 verlängern möchte, könnte der langjährige infas-Chef die angekündigte Wachstumsstrategie persönlich umsetzen.

Angesichts der weiterhin positiven Aussichten und der erfreulichen Kursentwicklung in den letzten Monaten verwundert es wenig, dass alle HV-Beschlüsse einstimmig gefasst wurden, darunter auch die Wiederwahl des Aufsichtsrates. Das Kontrollgremium besteht damit weiterhin aus Frau Susanne Neuschäffer als Vertreterin der Großaktionärin Effecten-Spiegel AG (20,4 %) sowie den Herren Dr. Oliver Krauß (Vorsitzender) und Hans-Joachim Riesenbeck (stv. Vorsitzender).

b

Dieselgate-Anlegerklagen

Wie der ES in seiner Ausgabe 43/2015 berichtete, hatte die Tübinger Anwaltskanzlei TILP Litigation Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP Litigation) im Oktober 2015 die erste Anlegerklage gegen VW eingereicht. Inzwischen sind auch zahlreiche Verfahren gegen die Porsche Automobil Holding SE anhängig, die in Kooperation zwischen der TILP Litigation und der Kanzlei BROICH geführt werden und in denen auch die Effecten-Spiegel AG als Klägerin auftritt. Sie ist hier jeweils in einer ganzen Gruppe von internationalen institutionellen Klägern, die allesamt von Prozessfinanzierern freigestellt sind.

In den gegen die Porsche SE eingeleiteten Prozessen geht es zum einen um die gescheiterte Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE im Jahr 2008 (Kapitalanlegermusterverfahren vor dem OLG Celle), zum anderen um den Komplex Ab-gasmanipulationen (LG Stuttgart). Im letztgenannten Verfahren (Az.: 22 O 348/16) hat das LG Stuttgart am 28. Mai 2018 eine sog. Terminsverfügung erlassen, in der das Gericht umfangreich zu seiner vorläufigen Einschätzung der Sach- und Rechtslage ausführt:

Bislang war das LG Stuttgart noch der Auffassung, der Zeitraum, in dem die Porsche SE den Kapitalmarkt pflichtwidrig nicht über die Abgasmanipulationen und die damit zusammenhängenden Risiken für den Konzern informiert hat, beginne frühestens im Mai 2014. Nun aber dehnt das LG Stuttgart diesen Zeitraum weit nach vorne aus und hält eine pflichtwidrige Desinformation des Marktes ab November 2010 für möglich. Eine „den Kapitalmarkt täuschende Information“ könne nach Auffassung des LG nämlich bereits darin gesehen werden, dass die Volkswagen AG im Rahmen ihres Geschäftsberichts für das Geschäftsjahr 2009 angab, dass ihre „CleanDiesel“-Motoren die Euro-6-Abgasnorm erfüllten, obwohl die Prüfzykluswerte bereits durch die Verwendung der Abschalteinrichtungen dieser Motoren verfälscht worden waren. Die Porsche SE hatte diesen Geschäftsbericht der Volkswagen AG in ihrem Konzernlagebericht 2009/2010 uneingeschränkt übernommen. Nach Auffassung des LG haftet sie daher ggf. wegen „sittenwidriger Schädigung der Kapitalanleger“ ab Veröffentlichung ihres Konzernabschlusses im Bundesanzeiger am 11. November 2010. „Diese deutliche Ausweitung des möglichen Haftungszeitraumes ist nicht nur für die betroffenen Porsche-Anleger eine sehr erfreuliche Entwicklung“, kommentiert Rechtsanwalt Andreas W. Tilp, sondern natürlich auch für die geschädigten VW-Anleger. Ihnen müsste auf dieser Grundlage erst recht Schadensersatz wegen
sittenwidriger Schädigung zugesprochen werden. „Derartige deliktische Ansprüche verjähren erst zum 31.12.2018“, so Tilp
weiter.

Gleichzeitig hat das Gericht zur weiteren Aufklärung der Abgasaffäre in seiner Verfügung das Programm für eine umfangreiche Beweisaufnahme ab dem 12. September 2018 bekannt gegeben:

Über 14 Termintage sollen (zunächst) 28 hochkarätige Zeugen vernommen werden. Darunter sind der vormalige VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Audi AG, Rupert Stadler, der Geschäftsführer des Zulieferers Bosch, Volkmar Denner, sowie die in Untersuchungshaft befindlichen Manager Wolfgang Hatz und Jörg Kerner. Darüber hinaus beabsichtigt das LG Stuttgart, den vormaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und dessen damaligen parlamentarischen Staatssekretär und heutigen Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, als Zeugen zu hören. Eine entsprechende Aussagegenehmigung hat das LG beim Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble beantragt. Eine Vernehmung der „Auslandszeugen“ Michael Horn, James Liang und Oliver Schmidt hält das LG ebenfalls für geboten und kündigte daher ein Rechtshilfeersuchen gegenüber den US-Behörden an. 

Das LG Stuttgart beschränkt sich jedoch nicht allein auf die Ladung der Zeugen, sondern fordert von einigen, konkrete Schlüsseldokumente zum Beweistermin vorzulegen. So soll z.B. Bosch-Geschäftsführer Volkmar Denner ein Schreiben von Anfang Juni 2008 mitbringen, mit dem Bosch von Volkswagen die Freistellung von jeglicher Haftung gegenüber Dritten bei der Verwendung der illegalen Abschalteinrichtungen verlangt haben soll. 

„Die bisherige akribische Arbeit des Richters Dr. Reuschle wird von ihm konsequent fortgesetzt. Bosch, VW und der Porsche SE wird es nicht gelingen, die Wahrheit weiterhin zu leugnen“, so das Fazit der Anwälte. 

Im Übrigen erwartet die TILP Litigation eine entsprechende Verfügung auch in dem von ihr geführten Klageverfahren für die Effecten-Spiegel AG (Az.: 22 O 343/16).

b

Thema der Woche

Börsengerüchte