Der Automarkt in Deutschland kommt in Schwung. Im 1. Halbjahr 2026 wurden insgesamt knapp 1,5 Mio. Fahrzeuge erstmals zugelassen, das sind 5,8 % mehr als im Vorjahr, wie aus Daten des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht. Davon profitierten allerdings vor allem ausländische Autobauer, die in der 1. Jahreshälfte 7,7 % mehr Automobile verkauften und inzwischen auf einen Marktanteil von 44,2 % kommen. Imelda Labbe vom Verband der Autoimporteure VDIK sagte, vor allem bei Elektroautos seien internationale Hersteller auf Wachstumskurs. Das Marktwachstum sei insgesamt auf die steigende Nachfrage nach Fahrzeugen mit Elektromotor zurückzuführen und schaffe Potenzial, dass sich der Gesamtmarkt im laufenden Jahr der Marke von 3 Mio. Fahrzeugen nähere.
Von Januar bis Juni wurden in Deutschland nach Angaben des VDIK knapp 370.000 Elektroautos neu zugelassen, das entspricht einem Anstieg von 48 %. Dabei spielt zum einen die staatliche Förderung eine Rolle, bei der Autokäufer abhängig vom Einkommen bis zu 6.000 € Prämie für den Kauf eines neuen Elektroautos erhalten. Dazu kommt der Iran-Krieg, der den Preis für Treibstoff nach oben getrieben hat. Käufer griffen jedoch verstärkt bei ausländischen Herstellern zu. So verkaufte der chinesische Anbieter BYD, der neben Elektroautos auch Plug-In-Hybride im Angebot hat, insgesamt 26.000 Fahrzeuge, das ist gut viermal so viel wie im Vorjahr. Leapmotor vervierfachte seinen Absatz auf 8.400 Autos, und die SAIC-Tochter MG schaffte ein Plus von 40 %. Tesla holte nach dem kräftigen Rückgang im vergangenen Jahr wieder auf mit einem Absatzplus von 224,6 % auf fast 29.000 Autos.
Doch auch bei den deutschen Autobauern gab es Gewinner. So setzte BMW 6,5 % mehr Fahrzeuge ab, Audi schaffte ein Plus von 8,9 %. Die Stellantis-Tochter Opel verkaufte 14,5 % mehr. Federn lassen musste dagegen VW mit einem Absatzrückgang um 4,3 %. Auch der weltweit größte Autobauer Toyota verlor mit einem Minus von fast einem Fünftel an Boden.