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BMW fährt vor

Der Autobauer hat im 3. Quartal trotz der Engpässe bei Elektronikchips deutlich mehr Gewinn eingefahren. Auch wenn die schwierige Situation bei den Halbleitern über dieses Jahr hinaus anhalten wird - derzeit können die Münchener aber die negativen Auswirkungen auf Produktion und Absatz dank guter Neu- und Gebrauchtwagenpreise mehr als wettmachen.

 BMW hatte bereits Ende September die Prognose für die wichtige Autosparte erhöht und dabei von einem insgesamt positiven Umfeld berichtet, woraus man bereits ihre Schlüsse zum 3. Quartal ziehen konnten. Unter dem Strich stieg der Überschuss um über 42% auf 2,58 Mrd. €. Grund war unter anderem ein starkes Abschneiden der Finanzsparte, die von hohen Gebrauchtwagenpreisen profitiert –Leasingrückläufer können damit am Markt teurer verkauft werden als gedacht. Die Finanzsparte verdiente operativ fast eine Mrd. € und damit mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Auch das Beteiligungsergebnis am chinesischen Joint Venture BBA konnte zulegen. Aber auch in der Autosparte konnte BMW noch beschleunigen.  So verbesserte sich die Marge des operativen Ergebnisses 1,1 Prozentpunkte auf 7,8 %. Dabei spielten BMW hohe Neuwagenpreise in die Hände. Die gute "Preisdurchsetzung" will das Unternehmen auch in Zukunft beibehalten, erklärte Finanzchef Nicolas Peter, auch wenn sich die Gewinndynamik im 4. Quartal leicht abschwächen dürfte. Dann würden neben höheren Investitionen auch höhere Steuervorauszahlungen zu Buche schlagen.

Die Branche hat derzeit damit zu kämpfen, die Versorgung mit Elektronikchips sicherzustellen. Das liegt vor allem an zwischenzeitlichen Corona-Lockdowns in Asien, wo große Chipfertiger produzieren. Aber auch die Engpässe im Welthandel sorgen für Probleme, weil Häfen ausgelastet und Schiffskapazitäten knapp und teuer sind. Doch das eingeschränkte Angebot an Autos sorgt bei hoher Nachfrage in der Konjunkturerholung für steigende Verkaufspreise. BMW sprach neben höheren Preisen auch von einem vorteilhaften Produktmix - soll heißen: Die Kunden greifen auch vermehrt zu teureren Autos wie etwa SUVs. Im Konzern fuhr BMW das Ebit um knapp 50 % auf 2,88 Mrd. € hoch.  Der Konzernumsatz legte trotz gesunkener Auslieferungszahlen um 4,5 % auf 27,5 Milliarden Euro zu. In den drei Monaten hatte die Stammmarke BMW rund 10 % weniger Autos ausgeliefert als im Vorjahr - womit die Münchener aber deutlich besser dastanden als die Rivalen von Mercedes und Audi, die deutlich größere Dämpfer hinnehmen mussten. 

BMW baut derzeit seine Palette an rein elektrisch betriebenen Autos aus. Nach dem schon seit einigen Jahren angebotenen Kleinwagen i3 hatte BMW schon den SUV iX3 auf den Markt gebracht, nun folgen diesen Monat mit dem Flaggschiff-SUV iX und dem sportlicheren i4 die nächsten Modelle. Die Auftragseingänge für die beiden neuen Autos seien weltweit erfreulich hoch, hieß es.

In zwei Jahren will BMW 25 elektrifizierte Modelle anbieten, 13 davon vollelektrisch. Der Absatz von reinen Batteriefahrzeugen soll bis 2025 jährlich im Schnitt um mehr als 50 % steigen. In den ersten 9 Monaten hat BMW 59 688 reine Elektroautos verkauft und damit mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr. Inklusive der Plug-in-Hybride mit Mischantrieb verdoppelte das Unternehmen den Absatz nahezu auf 231 575 Autos. BMW-Chef Oliver Zipse hat die Elektrostrategie zuletzt etwas nachgeschärft. Große Profiinvestoren aus den USA haben angesichts verschärfter Emissionsvorgaben vor allem die Marschrichtung von Autobauern bei Elektroautos im Blick. Allerdings besteht Zipse nach wie vor auf der strategischen Technologieoffenheit - er will Brennstoffzellen genauso wenig abschreiben wie Verbrenner in manchen Weltregionen. 

BMW schlägt sich besser als die Konkurrenz. Die befindet sich auf der Beschleunigungsspur; (A–).

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