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Börsenbericht – Bilanzen im Fokus

Die Berichtssaison in den USA nimmt mehr und mehr Fahrt auf, dabei fielen zuletzt die Berichte großer US-Tech-Konzerne gemischt aus. Zudem hat die US-Notenbank Fed keine weitere Leitzinssenkung vorgenommen. Hierzulande öffnen ebenfalls die ersten Unternehmen ihre Bücher – damit rückt der Fokus der Anleger vermehrt auf die Berichtssaison. Zur Wochenmitte hatten sich Anleger angesichts der anstehenden Berichte und der Fed-Sitzung mit Engagements zurückgehalten und der DAX hatte einige Punkte abgegeben. Damit hielt sich der dt. Leitindex weiterhin unterhalb der runden Marke von 25.000 Punkten auf. Auch wenn US-Präsident Donald Trump immer wieder weitere Zinssenkungen forderte, beließ die Fed ihn jüngst in der Spanne von 3,50 bis 3,75 %. Analysten hatten mit einer Zinspause gerechnet – inzwischen rechnen Experten mit einer weiteren Senkung erst im Juni. Damit rückt die Aufmerksamkeit erneut auf das Ende der Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell und damit der Sicherung der Unabhängigkeit der Fed. An der Wall Street traten die Leitindizes mehr oder weniger auf der Stelle: Der Dow Jones schloss unverändert bei 49.016 Zählern. Auch der S&P 500 schloss kaum verändert bei 6.978 Punkten wohingegen die Technologiebörse Nasdaq leicht um 0,2 % zulegen konnte. 

Ersten Berechnungen zufolge hat der Tastaturen-Hersteller Cherry in 2025 mit einem Umsatz von 94,3 Mio. € die eigene, erst im November zurückgenommene Prognose, verfehlt. Aufgrund dieser Entwicklung rechnet das Management zudem mit erneuten Wertberichtigungen auf Vermögenswerte des Anlage- und Umlaufvermögens. 

Um eine Sammelklage von Smartphone-Nutzern beizulegen, zahlt die Alphabet-Tochter Google 135 Mio. $. Ein entsprechender vorläufiger Vergleich wurde dem Bundesgericht in San José vorgelegt und bedarf noch der Genehmigung durch einen Richter. Die Kläger werfen dem Konzern vor, das Android-Betriebssystem so programmiert zu haben, dass ohne Erlaubnis Mobilfunkdaten gesammelt wurden. 

Die Dt. Bank-Fondstochter DWS plant, nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr, eine Sonderausschüttung. Der Vermögensverwalter strebt bis 2028 ein Wachstum des Gewinns je Aktie von jährlich 10 bis 15 % sowie bis 2027 eine Aufwand-Ertrag-Relation von unter 55 % an. Bislang hatte der Konzern ein Wachstum des EPS 2026 und 2027 um jeweils 10 % anvisiert. Zudem soll ein “substanzieller Teil” des Überschusskapitals für die Ausschüttung einer Sonderdividende in 2027 verwendet werden. 

Der künftige Großaktionär von Puma, die chinesische Anta Sports, plant derzeit kein Übernahmeangebot für alle Aktien des Sportartikelkonzerns. "Derzeit gibt es keine Pläne für ein Übernahmeangebot für Puma", bekräftigte eine Sprecherin des chinesischen Sport-Riesen. Laut einer von Puma veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung haben die Chinesen rechnerisch Zugriff auf 33,7 % der Puma-Aktien. Bei einem Überschreiten der Schwelle von 30 % würde ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre fällig.

Die neue Konzernstrategie der Kaffeehauskette Starbucks scheint sich langsam aber sicher auszuzahlen. Im 1. Quartal 2025/26 stieg der flächenbereinigte Umsatz überraschend stark an. In Nordamerika legten die Erlöse um 4 % zu. Weltweit betrug das Plus ebenfalls 4 %. Der neue CEO Brian Niccol hatte dem Konzern eine neue Strategie verordnet und will den Konzern wieder auf den Wachstumspfad bringen. 

Im laufenden Jahr will Sanofi Aktien im Volumen von 1 Mrd. € zurückkaufen. Zudem konnte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal Erlöse von 11,3 Mrd. € einsammeln. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn legte zudem um 12,7 % zu. Für das angelaufene Geschäftsjahr wird mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich gerechnet. 

Der Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan ist 2025 langsamer als in den Vorjahren gewachsen und hat dabei die Erwartungen verfehlt. Der Umsatz kletterte organisch um 5,1 % auf 7,47 Mrd. CHF, hat damit aber die Analystenerwartungen verfehlt. Als Grund für die Abschwächung nannte der Vorstand unter anderem einen Umsatzrückgang im asiatisch-pazifischen Raum. Der Gewinn sank derweil um 1,7 % auf 1,07 Mrd. CHF, belastet durch den starken Franken. Die Dividende soll dennoch um 2,9 % auf 72 CHF je Aktie steigen.

Die Dt. Bank hat 2025 mit einem Gewinn nach Minderheiten von 6,12 Mrd. € abgeschlossen. Damit schloss das Geldhaus das sechste Jahr in Folge mit einem Gewinn ab. Die Aktionäre sollen mit 1,00 (0,68) € eine höhere Dividende erhalten. Zudem wurden zur Wochenmitte die Büros vom Bundeskriminalamt durchsucht. 

Die hohe Nachfrage nach Chips für Unterhaltungselektronik, Kommunikationsgeräte und Computerperipheren sowie Industriemaschinen hat STMicroelectronics bessere Ergebnisse beschert. Der Umsatz legte um 0,2 %, unterm Strich sah der Konzern mit –30 Mio. $ jedoch rot. Im Vorjahreszeitraum schrieb das Unternehmen noch schwarze Zahlen. 

Dank eines starken Medikamentengeschäfts hat der Schweizer Pharmakonzern Roche in 2025 den Umsatz um 2 % gesteigert. Zu konstanten Wechselkursen betrug das Plus sogar 7 %. Im laufenden Jahr wird mit einem währungsbereinigten Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich. 

Das Wachstum der wichtigen Cloud-Sparte von SAP hat sich im abgelaufenen Quartal etwas abgeschwächt. Der Auftragseingang legte in diesem Segment jedoch deutlich zu. "Damit haben wir eine solide Basis, um beschleunigtes Wachstum bis 2027 zu erreichen", sagte CEO Christian Klein. Der Cloud-Umsatz stieg währungsbereinigt um 26 % auf 5,61 Mrd. €. In den Vorquartalen hatte das Wachstum jedoch bei 27 und 28 % gelegen.

Die Facebook-Mutter Meta will die Entwicklung von Künstlicher Superintelligenz vorantreiben. Im Zuge dessen sollen die Investitionen in KI-Rechenzentren in 2026 auf 115 bis 135 Mrd. $ steigen – das entspricht beinahe einer Verdopplung. In 2025 setzte der Konzern 22 % mehr um. Der Betriebsgewinn schwoll dabei um 20 % an. 

Der Jeanshosen-Hersteller Levi Strauss kommt bei der Umsetzung seines Sanierungsplans scheinbar voran. "Wir wollen mit dem Mythos aufräumen, dass wir nur ein Unternehmen für Jeanshosen sind", sagte Finanzvorstand  Härmst Singh in einem Interview. Im Zuge dieser Umstellung habe das Unternehmen daran gearbeitet, die Zeit bis zur Markteinführung zu verkürzen, um von Trends zu profitieren, neue Talente eingestellt und die Produktqualität verbessert, so Singh. Für das 4. Quartal weist der Konzern einen Gewinn von 158,0 (182,5) Mio. $ aus. Der Umsatz landete bei 1,77 Mrd. Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen.

Der KI-Boom zahlt sich bei Microsoft aus und auch das Cloud-Computing-Geschäft entwickelte sich zuletzt besser. Im 2. Quartal 2025/26 erlöste das Unternehmen 81,3 Mrd. $ und übertraf damit die Markterwartungen. Netto verdiente Microsoft 38,5 Mrd. $. 

Der Absatzrückgang bei Tesla hat auch in der Bilanz Spuren hinterlassen. Auf Jahressicht musste der E-Autobauer einen Umsatzrückgang von 3 % verzeichnen. Der Nettogewinn brach um rund ein Viertel ein.