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Börsenbericht – DAX mit vorsichtigem Wochenausklang

Der deutsche Leitindex dürfte trotz guter Vorgaben der Wall Street zunächst etwas verhaltender in den letzten Handelstag der Woche starten. Hier dürften jedoch vor allem erste Gewinnmitnahmen nach dem guten Jahresstart für das Minus verantwortlich sein. Positiv ist zu verbuchen, dass das Allzeithoch bei 25.507 Punkten immer noch in Reichweite liegt. Die Hoffnung auf eine signifikante Belebung der hiesigen Konjunktur hatte den DAX nach oben getragen. Optimistische Wachstumsprognosen des taiwanesischen Chip-Giganten TSMC haben den Aktien deutscher Zulieferer für die Chip-Industrie bereits gestern kräftig Aufwind verliehen. Ansonsten tat sich am deutschen Aktienmarkt jedoch wenig. Ähnliche Tendenzen dürften auch heute vorliegen. Die Vorgaben aus den USA fallen derweil vielversprechend aus: Die Hoffnung auf einen anhaltenden Boom bei Künstlicher Intelligenz hatte den US-Aktienmarkt gestern weiter angetrieben. 

Auf der Unternehmensseite steht zum Wochenschluss der Stahlhändler Klöckner & Co im Fokus. Der US-Konzern Worthington Steel bietet 11 € je Aktie für die Düsseldorfer, deren Großaktionär Friedhelm Loh das Angebot unterstützt. Der KlöCo-Aktienkurs schnellte am Morgen deutlich nach oben. Bereits seit dem Bekanntwerden von Übernahmeverhandlungen Anfang Dezember 2025 war es steil nach oben gegangen.

Euphorie für die Branche der Zulieferer von Halbleiterherstellern lösten die Wachstumsperspektiven der taiwanesischen TSMC aus. Der weltweit größte Chip-Produzent will die Investitionen in den kommenden drei Jahren erheblich ausweiten, um so einer boomenden Nachfrage nach Halbleitern Herr zu werden, vor allem solcher nach Komponenten für Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz (KI). Hier sorgte vor allem die Zolleinigung zwischen Taiwan und den USA für weiteren Schub. Um den Nachschub mit modernster Chip-Technologie zu sichern haben die USA mit Taiwan jetzt ein Handelsabkommen geschlossen: Taiwanische Chip-Konzerne sollen mindestens 250 Mrd. $ in den USA investieren. Die US-Zölle für Waren aus Taiwan fallen dafür von 20 auf 15 %.

Daraufhin waren auch die Aktien deutscher Zulieferer gefragt. So stiegen Aixtron und Suss Microtec schnellten nach oben. Papiere des Spezialisten für Plasmatechnik PVA Tepla gewannen und Siltronic. Siltronic produziert mit sogenannten Wafern quasi das Ausgangsmaterial für Computerchips.

Adidas legten nach einem Rückschlag zum Jahresbeginn ebenfalls wieder zu. Ein positiver Kommentar der spanischen Bank Santander mit der Empfehlung "Outperform" gab Auftrieb.

Größter Verlierer im DAX waren Fresenius, die einige Punkte einbüßten. Die Aktien des Gesundheitskonzerns waren zuvor auf das höchste Niveau seit 2019 geklettert.