Am deutschen Aktienmarkt macht sich nach dem Rekordrausch der vergangenen Wochen Vorsicht breit. Die Berichte über einen möglichen Umsturz im Iran und eine potenzielle US-Intervention sorgen ebenso für Unsicherheit wie die diplomatischen Spannungen rund um das US-Interesse an einer Übernahme Grönlands. Die "geopolitischen Gewitterwolken" sind wieder einmal Gift für die Aktienmärkte.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch gesagt, er sehe nach seinen Drohungen gegen den Iran einen Rückgang des gewaltsamen Vorgehens der iranischen Führung gegen Demonstranten. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi hat Pläne für Hinrichtungen von Demonstranten dementiert. Zwei europäische Regierungsvertreter vermuteten dagegen, dass ein US-Angriff in den nächsten 24 Stunden erfolgen könnte. Auch mit Blick auf Grönland herrscht Ungewissheit über das weitere Vorgehen. Trump bekräftigte zuletzt seine Forderung nach einer Übernahme durch die USA und sprach Dänemark die Fähigkeit zur Verteidigung der Insel ab.
Anders als am Aktienmarkt ging unter den Öl-Anlegern die Angst vor einer unmittelbaren US-Intervention nach Trumps Aussagen zum Iran zurück. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI gaben in der Spitze rund 4,5 % nach. An den vergangenen 3 Handelstagen waren die Preise um gut 5 % nach oben geschnellt. Investoren fürchteten im Fall eines Militärschlags Versorgungsengpässe.
Auf der Unternehmensseite rückte der Tech-Sektor nach dem Rekordgewinn von TSMC im vierten Quartal in den Fokus. Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger profitiert stark vom Boom bei Künstlicher Intelligenz. Die Titel der niederländischen Chip-Firma ASML kletterten in der Spitze auf einen neuen Rekordwert. Die Marktkapitalisierung knackte zum ersten Mal die Marke von 500 Milliarden Dollar, womit ASML seine Führung als wertvollstes Unternehmen in Europa ausbaute. Im DAX rückten die Titel von Infineon vor. Im MDAX gewannen Aixtron.