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Börsenbericht – DAX mit schwachem Wochenabschluss

Die europäischen Aktienmärkte bauen bis Freitagmittag ihre Abgaben deutlich aus - belastet vor allem von Abgaben im Energie- und Technologiesektor. Der Energiesektor steht unter Druck und gibt deutlich nach, belastet von weiter fallenden Ölpreisen. Ein Barrel der Sorte Brent verbilligt sich spürbar, obwohl es in der Straße von Hormus zu einem Angriff auf ein Schiff gekommen ist. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass Investoren zunehmend davon ausgehen, dass das Angebot aus dem Golf weiter zunehmen könnte, sollten sich alternative Routen oder Ausweichbewegungen im Schiffsverkehr etablieren. Gleichzeitig bleiben jedoch geopolitische Risiken für die Schifffahrt bestehen. Im Sektor zeigen sich die großen Ölwerte entsprechend schwächer, darunter BP, Shell, Repsol und Eni.

Auch Technologiewerte geraten unter Abgabedruck. Der Branchenindex verzeichnet deutliche Verluste. Als Belastungsfaktoren gelten die schwache Vorgabe aus Asien sowie Nachrichten rund um Apple, das mit Preiserhöhungen auf steigende Chipkosten reagieren will. Zusätzlich sorgt ein Bericht über mögliche Verzögerungen eines Börsengangs von OpenAI für Verunsicherung im KI-Segment. Anleger nehmen im Technologiesektor daher insgesamt Gewinne mit und reduzieren Risikoexposure.

Am deutschen Aktienmarkt überwogen zum Wochenschluss erneut die Kursverluste. Die Erholung im Technologiesektor nach den starken Quartalszahlen des US-Speicherchipherstellers Micron erwies sich zunächst als nicht nachhaltig. Bereits in Asien nutzten viele Anleger die gestiegenen Kurse für Gewinnmitnahmen. Entsprechend gerieten auch hierzulande zahlreiche Werte aus dem Umfeld der Künstlichen Intelligenz unter Druck. Neben Halbleiteraktien gehörten auch Siemens Energy und Hochtief zu den schwächeren Dax-Werten.

Deutlich stärker unter Druck standen die Aktien von Zalando. Hintergrund ist eine von der Finanzaufsicht BaFin eingeleitete Prüfung des Konzernabschlusses wegen möglicher Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften. Das Unternehmen sprach zwar von einem formalen und materiell unwesentlichen Sachverhalt.

Im Rüstungssektor zeigte sich ein gemischtes Bild. Renk konnte sich nach den deutlichen Verlusten der vergangenen Tage erholen. Unterstützung kam von einem neuen Auftrag des US-Verteidigungsministeriums mit einem Volumen von 691 Mio. $, der die Auftragslage weiter verbessert. Rheinmetall fand nach den jüngsten Kursverlusten dagegen noch keinen Boden, während bei TKMS nach dem kräftigen Kurssprung der Vortage weitere Gewinnmitnahmen einsetzten.

Evonik legen zu. Das Unternehmen hebt seine Gewinnerwartungen für 2026 nach einer unerwartet starken Geschäftsentwicklung für das von Lieferengpässen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg geprägten zweiten Quartal an. Der Spezialchemiekonzern profitierte zuletzt davon, dass asiatische Wettbewerber teilweise nicht liefern konnten, weil nach der Sperrung der Straße von Hormus ihre Rohstoffversorgung beeinträchtigt war.

Mit Abstand Spitzenreiter in der ersten Börsenliga war erneut das Bayer-Papier, womit die Aktie zurück ist auf dem höchsten Stand seit Mitte Februar. Das Urteil des Supreme Court im Fall Durnell dürfte dazu beitragen, die Rechtsstreitigkeiten zum umstrittenen Unkrautvernichter Roundup nach nahezu einem Jahrzehnt juristischer Auseinandersetzungen signifikant einzudämmen, hieß es vom Unternehmen. Die Entscheidung schaffe regulatorische Klarheit. Am Markt wurde von einem "wesentlichen Sieg" für den Pharma- und Agrarchemiekonzern gesprochen.

Im Fokus stand auch der Anteilsschein von Merck, als zweitstärkster Wert. Der Pharma- und Technologiekonzern baut sein Geschäft mit Laborausrüstung mit einer der größten Übernahmen in der Unternehmensgeschichte aus. Die Darmstädter wollen den Anbieter von Life-Science-Werkzeugen und Analysetechnologien Bio-Techne für knapp 10 Mrd. € kaufen.