Auch hierzulande hat die Berichtssaison ihren Höhepunkt erreicht. Während die DAX-Konzerne ihre Ergebnisse bereits vorgestellt haben, stellten zuletzt noch einige Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe ihre Quartalszahlen vor. Dabei haben einige ihre Ziele für das Gesamtjahr bestätigt, während andere ihre Guidance angepasst haben – und das sowohl nach oben als auch nach unten.
Exasol passt Ausblick an; (B+):
Die anhaltende Investitionszurückhaltung der Kunden haben den Anbieter von Softwarelösungen veranlasst, die Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu korrigieren. Ersten Berechnungen zufolge gab der Annual Recurring Revenue (ARR) in den ersten 6 Monaten auf 37,9 (38,1) Mio. € nach. Der Umsatz rutschte auf 19,0 (21,5) Mio. € und das Ebitda auf 1,6 (2,0) Mio. € ab (Bericht: 19. August). In 2026 soll der ARR nun entweder um 2 % sinken oder zulegen (2025: 39,1 Mio. €). Bisher wurde ein Plus im mittleren einstelligen %-Bereich erwartet. Beim Umsatz wird mit einem Minus im oberen (zuvor: mittleren) einstelligen %-Bereich gerechnet (2025: 41,8 Mio. €). Das Ebitda wird sich auf Jahressicht mit 3,0 bis 3,5 (bisher: 3,0–4,0/Vj.: 4,1) Mio. € ebenfalls rückläufig entwickeln.
Viscom weitet Verlust aus; (B):
Der schwache Jahresauftakt hat dem Inspektionsspezialisten auch auf Halbjahressicht die Bilanz verhagelt. Immerhin steigerte der Konzern den Auftragseingang um 30,2 % auf 55,7 Mio. €. Aufgrund der schwachen Entwicklung zum Jahresauftakt gab der Umsatz zwischen Januar und Juni leicht auf 36,95 (39,29) Mio. € nach. Das Ebit rutschte mit –2,5 Mio. € in die Verlustzone, nach einem Gewinn von 52 T€ im Vergleichszeitraum. Der Periodenverlust wurde dabei auf –3,80 (–0,67) Mio. € ausgeweitet. An den Zielen für 2026 wurde dennoch nicht gerüttelt.
Delignit meldet positives Halbjahr; (B+):
Trotz eines schwierigen Marktumfelds beendete der Hersteller ökologischer, laubholzbasierter Produkte die ersten 6 Monate des Jahres mit einem Umsatzplus von 12 % auf 37,8 Mio. €. Das Ebitda kletterte auf 2,6 (2,1) Mio. € und netto verdiente das Unternehmen mit 931 (651) T€ ebenfalls mehr. Für das Gesamtjahr avisiert der Vorstand Erlöse von 68,0 (64,5) Mio. € sowie eine Ebitda-Marge zwischen 7 und 8 (8) %.
q.beyond setzt auf KI; (B):
Der flächendeckende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) soll dem IT-Dienstleister in Zukunft ein größeres Effizienzpotenzial liefern, weshalb die KI-Transformation beschleunigt werden soll. Hierfür werden zunächst jedoch einmalige Aufwendungen von 5 bis 6 Mio. € belasten. Daher hat der Vorstand die Prognose für 2026 angepasst: Der Umsatz wird nun zwischen 176 und 180 (bisher: 182–190/Vj.: 182,6) Mio. € erwartet. Das Ebitda dürfte auf 3 bis 7 (zuvor: 10–16/Vj.: 12,3) Mio. € nachgeben. Zudem wird mit einem negativen Konzernergebnis gerechnet, nach einem Gewinn in Höhe von 1,6 Mio. € in 2025. Auf Halbjahressicht verlor der Umsatz bereits auf 85,9 (90,8) Mio. € und das Ebitda auf 3,1 (5,1) Mio. €. Der Nettoverlust wurde derweil auf –2,0 (–0,4) Mio. € ausgeweitet.
Douglas bestätigt Prognoseanpassung; (B):
Angesichts der Entwicklung des 3. Quartals (per Ende Juni) hatte die Parfümeriekette ihre Guidance für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) angepasst (vgl. ES 26/26). Auf 9-Monatssicht konnte das Unternehmen den Umsatz immerhin minimal um 0,5 % auf 3,61 Mrd. € steigern – dank einer positiven Entwicklung im Online-Geschäft. Das bereinigte Ebitda verlor dennoch um 9 % auf 577,3 Mio. €. Auch netto verlor der Gewinn von Douglas von 177,1 Mio. € im Vergleichszeitraum auf 132,4 Mio. €.
Brenntag peilt erneut mehr an; (B+):
Der Chemikalienhändler hat im 2. Quartal von höheren Preisen und Einsparungen profitiert und somit auch auf Halbjahressicht mehr verdient. Zwischen Januar und Ende Juni hielten sich die Erlöse mit 7,93 (7,94) Mrd. € mehr oder weniger stabil, während das operative Ebitda auf 770 (689) Mio. € abhob. Nach Steuern verdiente der Konzern mit 281 (179) Mio. € ebenfalls mehr. Die Prognose für das Gesamtjahr hat der DAX-Konzern nun bereits zum 2. Mal in kurzer Zeit angehoben. Für 2026 erwartet Brenntag beim operativen Ebitda inzwischen eine Zielspanne von 1,35 bis 1,45 (zuletzt: 1,25–1,40) Mrd. €.
Singulus erholt sich; (B):
Dank einer positiven Entwicklung im Halbleitersegment sammelte der Maschinenbauer in den ersten 6 Monaten Aufträge in Höhe von 37,9 (21,1) Mio. € ein. Der Umsatz erhöhte sich entsprechend auf 45,3 (31,3) Mio. € und das Ebit schaffte mit 2,7 (–1,3) Mio. € den Turnaround. Auch unterm Strich schrieb das Unternehmen mit 1,3 (–2,1) Mio. € wieder schwarze Zahlen. Auf Jahressicht wird derweil weiterhin mit Erlösen von rund 83,0 (48,3) Mio.€ sowie einem positiven Ebit im unteren einstelligen Mio.-€-Bereich gerechnet. Im vergangenen Jahr fiel es mit –11,7 Mio. € noch deutlich negativ aus.
Bike24 etwas besser; (B):
Der Fahrradhändler hat auch im 2. Quartal seine Marktposition weiter ausgebaut und den Umsatz auf 96,1 (80,0) Mio. € gesteigert. Das bereinigte Ebitda fuhr auf 5,9 (5,1) Mio. € vor und unterm Strich stand ein Gewinn in Höhe von 0,6 (0,2) Mio. € in der Bilanz. Den Ausblick auf das laufende Jahr hat das Management nochmals bekräftigt.
Cherry liefert erste Ergebnisse; (C):
Da die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 noch nicht abgeschlossen ist, hat der Tastaturenhersteller vorerst lediglich vorläufige Halbjahreszahlen bekannt gegeben – einen finalen Termin gibt es nicht. Demnach erlöste das Unternehmen in der 1. Jahreshälfte 40,0 (45,5) Mio. €. Beim bereinigten Ebitda sah Cherry mit –4,0 (–10,2) Mio. € erneut rot. Die Vergleichswerte sind jeweils ohne Berücksichtigung des verkauften Geschäftsbereichs Active Key ausgewiesen.