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Börsenbericht – DAX pendelt um 25.000 Punkte

Zum Beginn des 2. Halbjahres näherte sich der DAX einmal mehr der 25.000 Punkte-Marke. Die anhaltende KI-Euphorie in den USA sowie die Inflationsdaten schoben den dt. Leitindex zeitweise sogar über diese Marke. Damit wurde der Monat Juni mit einem leichten Minus beendet und auch auf Halbjahressicht trat der DAX mehr oder weniger auf der Stelle. Damit wurde er vor allem von den Leitindizes der Wall Street abgehängt, die trotz der anhaltenden Sorgen im Nahen Osten, auf Halbjahressicht von der KI-Euphorie profitierten. Der Tech-Index Nasdaq 100 setzte seine Erholung vom Wochenbeginn erneut fort und schloss im gestrigen Handel mit einem Anstieg von 1,68 %. Für den Juni musste der Index damit zwar ein leichtes Minus verbuchen, auf Halbjahressicht kann sich das Plus von etwa 20 % jedoch sehen lassen. Der Dow Jones trat zuletzt mit einem Plus von 0,26 % zwar mehr oder weniger auf der Stelle, für die ersten 6 Monate steht dennoch ein Anstieg um 9 % in den Büchern. Der S&P 500 gewann zuletzt 0,79 %, womit sich der Anstieg für das 1. Halbjahr auf 9,6 % summiert. In den Fokus der Anleger rückt hierzulande das Notenbankertreffen im portugiesischen Sintra. EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht unter anderem mit den Chefs der Notenbanken von Kanada, Großbritannien und den USA. Im Zuge dessen dürften auch die anstehenden Konunkturdaten für die Eurozone für neue Impulse sorgen. Experten rechnen mit einem Rückgang der Teuerungsrate im Juni auf 3,0 %, nach 3,2 % im Mai. Zudem wird der neue Fed-Chef Kevin Warsh genau unter Beobachtung stehen. Er hatte zuletzt nochmals betont, dass die US-Notenbank ihrem Auftrag zur Sicherung von Preisstabilität nachkommen werde. Die Finanzmärkte haben dies als Wink für eine Zinserhöhung interpretiert, die schon im September oder Oktober kommen könnte. 

Dei wiederentfachte KI-Euphorie schob derweil die Aktien von Konzernen wie Applied Materials, Sandisk und Arm Holdings an. Auch Nvidia kletterte im Zuge dessen einmal mehr gen Norden. Im DAX fuhren die Titel des Chipkonzerns Infineon vor. Auch Hochtief konnte zulegen. Der Konzern profitiert vom notwendigen Bau von Rechenzentren. 

Auch die Apple-Aktie erholte sich. Die Aktie profitierte davon, dass der Oberste Gerichtshof eine Berufung prüfen will, die sich gegen eine Entscheidung wegen Missachtung des Gerichts im langjährigen Kartellrechtsstreit mit dem Fortnite-Entwickler Epic Games richtet. Die Richter wollen die Urteile der Vorinstanzen überprüfen. Diesen zufolge hatte der iPhone-Hersteller vorsätzlich gegen eine Entscheidung aus dem Jahr 2021 verstoßen, die Entwicklergebühren für seinen lukrativen App-Store betraf.

Medienberichte sorgten zudem für steigende Kurse im Solar-Sektor. Die Vereinigten Staaten sollen ein Importverbot vor allem für chinesische Wechselrichter vorbereiten. Von der Ankündigung profitierten neben First Solar und SolarEdge auch die deutsche SMA Solar.  

Die 110 Mrd. $ schwere Übernahme des Unterhaltungskonzerns Warner Bros durch den Rivalen Paramount Skydance stößt derweil auf politischen Widerstand in Großbritannien. Kulturministerin Lisa Nandy teilte mit, ihre Regierung könnte wegen einer möglichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs ein Veto gegen die Fusion einlegen. Paramount äußerte sich zuversichtlich, dass die Medienvielfalt nicht in Gefahr sei. 

Der Sportartikel-Riese Nike kommt auf dem Weg aus der Krise allmählich voran. Mit den Ergebnissen für das vergangene Quartal übertraf der Konzern größtenteils die durchschnittlichen Analysten-Erwartungen – auch wenn es erneut einen Rückgang im wichtigen chinesischen Markt gab. Der Konzernumsatz sank im Jahresvergleich um 1 % auf 10,97 Mrd. $. Unter dem Strich sprang der Quartalsgewinn von 211 Mio. $ im Vorjahresquartal auf 1,07 Mrd. $ an. 

Der unter Milliardenschulden ächzende Agrarhandels- und Mischkonzern BayWa muss seinen Sanierungsfahrplan um zwei Jahre verlängern. Anstelle der erhofften finanziellen Gesundung bis Ende 2028 gehen Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens nun davon aus, dass die Sanierung erst Ende 2030 abgeschlossen werden kann. Dementsprechend sollen auch die Bankkredite um zwei Jahre verlängert werden, die BayWa bei ihren hohen Zinszahlungen entlasten sollen. Darauf hat sich der Vorstand mit den Gläubigerbanken und den beiden Großaktionären im Grundsatz verständigt, wie das Unternehmen in München mitteilte. Bis Herbst soll eine neue Sanierungsvereinbarung erstellt werden.