Nach der Rekordrally in den vergangenen Tagen lassen sich die geopolitischen Unsicherheiten nicht mehr länger ignorieren und Anleger hielten sich zwischenzeitig etwas mit Engagements zurück. Zur Wochenmitte war es dem dt. Leitindex erstmals gelungen die runde Marke bei 25.000 Punkten zu überwinden. In der Spitze erreichte der DAX 25.122 Zähler. Nachdem Anleger in den vergangenen Tagen die Unsicherheiten in Bezug auf Venezuela und auch Grönland mehr oder weniger ignorierten, herrschte zuletzt auch an der Wall Street Zurückhaltung. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump erneut einen Besitzanspruch auf Grönland angemeldet. Zusätzlich stehen in dieser Woche eine Reihe an Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks auf der Agenda. Für heute sind Berichte zu den deutschen Industrieaufträgen sowie zum Arbeitsmarkt in der Eurozone angekündigt. In den USA stehen die wöchentlichen Zahlen zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe auf der Agenda. Sie dürften weitere Hinweise auf den zum Wochenschluss angekündigten US-Arbeitsmarktbericht liefern. Dieser dürfte erneut Hinweise auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed liefern. Die US-Notenbnaker hatten im vergangenen Jahr den Leitzins dreimal in Folge gesenkt. An der Wall Street erreichten der Dow Jones und der S&P 500 zur Wochenmitte zwar zunächst Rekordstände, danach gaben die Indizes jedoch Punkte ab. Der Dow Jones schloss 0,9 % leichter und der S&P 500 beendete den Handel 0,3 % schwächer. Die Technologiebörse Nasdaq konnte hingegen um 0,2 % zulegen.
Im Zuge des Rüstungsbooms an der Börse griffen Anleger bei der Thyssenkrupp-Tochter TKMS zu. Der U-Boot- und Kriegsschiffbauer steht Medienberichten zufolge vor dem Abschluss eines Großauftrags aus Indien. TKMS hatte im November von Gesprächen mit den indischen Verteidigungsbehörden berichtet. Dabei soll es um einen milliardenschweren Auftrag zum Bau von U-Booten gehen.
Anleger folgen einer Kaufempfehlung für Rational. Die Analysten von Berenberg stuften die Titel auf "Kaufen" von "Halten" hoch. Sie sehen dank des neuen Standortes in China Potenzial für höhere Margen. Rational sei gut aufgestellt, um mittelfristig ein organisches Wachstum von 8 % pro Jahr zu erzielen, hieß es.
Der Rückruf von Säuglingsnahrung des Lebensmittelkonzerns Nestlé weitet sich über Europa hinaus auf Afrika, Amerika und Asien aus. Mindestens 37 Länder seien betroffen, darunter Brasilien, China und Südafrika. Betroffen seien bestimmte Chargen der Produkte SMA, Beba, NAN und Alfamino. Grund ist eine mögliche Verunreinigung mit Cereulid, einem Giftstoff, der Übelkeit und Erbrechen verursachen kann. Bestätigte Krankheitsfälle im Zusammenhang mit den Chargen gäbe es bislang nicht. Nestle hatte mitgeteilt, nach einem Qualitätsproblem bei einem führenden Zulieferer alle bei der Herstellung verwendeten Öle getestet zu haben.
Ein Großauftrag von Alaska Airlines gab indes dem Kurs von Boeing zeitweise Rückenwind. Die Airline kündigte an, 110 neue Boeing-Maschinen zu kaufen. Dabei handelt es sich um den größten Einzelauftrag in der Geschichte der Fluggesellschaft als Teil ihres Expansions- und Modernisierungsplans. Die Bestellung umfasse 105 Maschinen vom Typ 737 MAX 10 sowie fünf 787-10 Dreamliner, hinzu kämen Optionen für weitere 35 MAX-10-Jets.
Die Aktien von US-Rüstungsunternehmen wie Lockheed Martin und Northrop Grumman gaben zeitweise deutlich nach, nachdem US-Präsident Donald Trump ankündigte, Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe der Branche zu blockieren und gegen die seiner Meinung nach "überhöhte Vergütung von Führungskräften" vorzugehen, bis die Branche die Produktion und Wartung von Militärausrüstung beschleunigt. Obwohl die Regierung Trump erheblichen Einfluss auf große Rüstungsaufträge hat, war zunächst nicht klar, wie der Präsident solche Zahlungen unabhängiger Unternehmen genau blockieren will.
JPMorgan Chase wird der neue Herausgeber der Apple-Kreditkarte und löst damit Goldman Sachs ab. Durch die Vereinbarung sollen nach Abschluss mehr als 20 Mrd. $ an Kartenguthaben auf die Plattform von Chase übertragen werden. Für JPMorgan festigt der Schritt die Position im wichtigen Kreditkartengeschäft. Mastercard werde das Zahlungsnetzwerk für die Apple Card bleiben, hieß es weiter. Für Goldman ist der Ausstieg ein weiterer Schritt bei der Abwicklung seiner Ambitionen im Privatkundengeschäft. Die Vereinbarung unterliegt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und wird voraussichtlich erst in etwa zwei Jahren abgeschlossen sein.
Mutares hat eine Vereinbarung zur Übernahme des regionalen Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics in Amerika und Europa („ETP-Geschäft“) von SABIC zu einem Unternehmenswert von 450 Mio. $ unterzeichnet. Der Abschluss der Transaktion wird vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen für das 2. Halbjahr 2026 erwartet. Die geplante Übernahme ist die größte Transaktion in der Geschichte von Mutares und markiert die Gründung eines neuen strategischen Segments, „Chemicals & Materials“.
Samsung Electronics erwartet für das abgelaufene Quartal ein Rekordergebnis über den Markterwartungen. Getrieben wurde diese Entwicklung durch einen KI-basierten Superzyklus bei Speicherchips, der die Nachfrage nach den Produkten des Konzerns massiv ankurbelte. Der weltweit größte Hersteller von Speicherchips und Smartphones profitierte im vergangenen Jahr von einem sprunghaften Anstieg der Chippreise im Zuge der zunehmenden Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI). Auf Basis von vorläufigen Zahlen sprang der Betriebsgewinn im Schlussquartal 2025 auf 20 Bill. Won. Analysten hatten knapp 17,7 Bill. Won erwartet. Der Quartalsumsatz dürfte um 23 % gestiegen sein. Im Gesamtjahr 2025 verzeichnete das Unternehmen voraussichtlich ein Umsatzplus von 11 %, während der Betriebsgewinn um 33 % anstieg.