Nachdem der deutsche Leitindex noch in der Vorwoche ein neues Allzeithoch erklimmen konnte, würgte die erneute Eskalation im Iran die Aufwärtstendenz prompt ab. Zwischenzeitlich unterschritt der DAX wieder die wichtige 25.000-Punkte-Marke. Doch noch geben sich die Bullen nicht geschlagen!
Die Börsen befinden sich weiterhin in Schaukelbewegungen. Nach dem mehr als geglückten Start in den Juli mussten sich die Marktteilnehmer in der vergangenen Woche wieder warm anziehen. Die Waffenruhe im Iran ist vorbei und der Ton zwischen den Kriegsparteien erneut deutlich schärfer geworden! Wirkte der Konflikt im Iran infolge des Rahmenabkommens nur noch wie Hintergrundrauschen, steht dieser nun wieder voll im Mittelpunkt. Die Risikobereitschaft der Anleger ging damit zwischenzeitlich deutlich zurück, zumal auch wieder vermehrt die Frage über eine KI-Blase gestellt wird. Die Ölpreise zogen zeitweise kräftig an, womit die Sorgen vor Inflation, Konjunkturschwäche und Zinserhöhungen der Notenbanken wieder omnipräsent sind. Dennoch gibt das Bullenlager nicht so schnell auf. Obwohl das US-Militär am Wochenende erneut den Iran attackierte, zeigte sich der Aktienmarkt hierzulande zuletzt überraschend robust. Flugabwehrsysteme, Radaranlagen, Raketenstellungen und Drohnenstandorte sowie kleinere Boote seien zerstört worden, um dem Iran weitere Attacken auf den internationalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu erschweren.
Unter dem Strich müssen sich die Anleger auch in der laufenden Berichtswoche auf eine hohe Volatilität einstellen. Schließlich geben die US-Großbanken den Startschuss in die Bilanzsaison (lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor). In den kommenden Wochen prallt somit eine regelrechte Zahlenflut auf die Anleger ein. Da die Erwartungen bei vielen Werten hoch sind, ist es das Enttäuschungspotenzial ebenso.
Der Iran-Konflikt mit all seinen wirtschaftlichen Risiken sowie die Bilanzzahlen bestimmen nunmehr die kommenden Wochen.