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DAX in Rekordlaune

Nvidia macht die Börse

Chip Chip Hurra! Mit seinen Glanzzahlen sorgte der US-Chipgigant Nvidia für ein neues Rekordhoch im DAX. Schon sehen einige Experten die magische Hürde von 18.000 Punkten in greifbarer Nähe. Doch nach dem Kaufrausch dürften in der aktuellen Berichtswoche Konjunkturdaten die Rally auf den Prüfstand stellen.

 

Die weltweiten Börsen befanden sich nach dem Nvidia-Zahlenwerk regelrecht im Freudentaumel. Der DAX markierte im Verlauf mit 17.507 Punkten eine neue Bestmarke. Mit Spannung waren bereits im Vorfeld die Quartalszahlen des US-Konzerns erwartet worden. Die große Frage war: Kann der KI-Spezialist die hohen Erwartungen erfüllen? Und Nvidia konnte – und wie! Der Konzern selbst erreichte als erster Chiphersteller überhaupt die Marke von zwei Billionen Dollar Marktkapitalisierung. Andere Themen – erst recht stimmungsdämpfende – wurden von den Marktteilnehmern völlig ignoriert.

Doch in der aktuellen Berichtswoche steht einmal mehr der Realitätscheck an. Insbesondere hierzulande ist die Diskrepanz zwischen Aktienboom und Realwirtschaft so weit auseinander wie nirgendwo anders. Während die DAX-Familie von dem Technologierausch in den USA mitgezogen wird, befindet sich die Wirtschaftsleistung unter Druck. Zwischen Oktober und Dezember sank das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 0,3 % und hat damit die Rezession im Nacken. Eine Erholung ist weiterhin nicht in Sicht. Damit bleibt das Thema Zinssenkungen das Zünglein an der Börsenwaage. In Deutschland stehen in dieser Woche die vorläufigen Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise im Februar an. Frische Impulse zur Konjunkturlage kommen auch aus den USA. So gibt es Mitte der Woche aktuelle Schätzungen zur Entwicklung des US-BIP und Daten zu den Ausgaben der privaten Haushalte in den USA. Freitag steht dann der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe auf der Agenda.

Nachdem sich in den USA die Bilanzsaison dem Ende zuneigt, kommt diese in Deutschland nun erst richtig in Schwung. In dieser Berichtswoche stehen gleich mehrere deutsche sowie europäische Schwergewichte auf dem Veröffentlichnungskalender.

Die Indizes sind bereits extrem hochgelaufen. Eine Verschnaufpause sollte den Kursen guttun.