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Eintrübung am US-Jobmarkt

Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni spürbar abgekühlt und damit die Diskussion über den weiteren Zinspfad der US-Notenbank erneut beeinflusst. Außerhalb der Landwirtschaft wurden lediglich 57.000 neue Stellen geschaffen, deutlich weniger als von Ökonomen erwartete 110.000. Im Vormonat Mai waren nach revidierten Daten 129.000 Jobs hinzugekommen, zuvor war noch ein Wert von 172.000 gemeldet worden. Die Arbeitslosenquote sank dennoch überraschend leicht auf 4,2 % nach 4,3 % im Mai.

Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 % bis 3,75 % unverändert belassen. Fed-Vertreter betonen weiterhin das Ziel, die Inflation nachhaltig in Richtung der 2 %-Marke zu bringen. Zuletzt hatte sich auch der Preisauftrieb wieder verstärkt: Der PCE-Index, das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, stieg im Mai auf 4,1 % nach 3,8 % im April, unter anderem infolge gestiegener Energiepreise.

Am Markt werden die schwächeren Arbeitsmarktdaten als Signal für eine vorsichtigere Geldpolitik gewertet. Experten gehen davon aus, dass der deutlich unter den Erwartungen liegende Stellenaufbau die Debatte über eine kurzfristige Zinserhöhung zunächst dämpfen dürfte. Gleichzeitig rechnen die Terminmärkte weiterhin mit möglichen Zinsschritten im weiteren Jahresverlauf, wenngleich die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im September zuletzt nur noch knapp über 50 % lag.

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte die Entwicklung einzelner Sektoren: So ging die Beschäftigung im Freizeit- und Gastgewerbe um 61.000 Stellen zurück, während der Stellenaufbau vor allem vom Gesundheitssektor getragen wurde. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern zeigt sich der US-Arbeitsmarkt damit zwar weiterhin robust, aber deutlich weniger dynamisch als noch in den Vormonaten. Insgesamt dürften die Daten die Erwartung einer vorsichtigen Haltung der Fed weiter untermauern.