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Energiekontor kappt Prognose

Energiekontor ist im 1. Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht. Nach Steuern stand ein Verlust von –5,3 Mio. €, noch ein Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch gut 24 Mio. € Gewinn gemacht. Zugleich verkündete der Wind- und Solarparkprojektierer, dass das Ergebnis der ersten 6 Monate aufgrund des projektorientierten Geschäftsmodells noch nicht repräsentativ für das erwartete Gesamtjahresergebnis sei. Für die ersten zwei Quartale steigerte das Unternehmen den Umsatz auf 99,9 (76,0) Mio. €. Das Ebit gab indes auf 10,1 (39,3) Mio. € nach.

Nachdem zunächst mit den Ergebnissen die Ziele für das laufende Jahr bestätigt wurden, kappte der Konzern zuletzt überraschend doch die Guidance. Neue Entwicklungen bei den Netzanschlussterminen mehrerer schottischer Windparkprojekte hätten zu der Anpassung geführt. Infolge der nun deutlich späteren Netzanschlusstermine sei nicht mehr davon auszugehen, dass die ursprünglich geplanten Ergebnisbeiträge aus den vorgesehenen Projektverkäufen im Geschäftsjahr 2026 realisiert werden können. Ob gegebenenfalls noch Ergebnisbeiträge in geringerem Umfang generiert werden können, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Aktuell wird eher von einer Ergebnisverschiebung ins nächste Geschäftsjahr ausgegangen.

Demnach verschieben sich die bislang für 2029 vorgesehenen Netzanschlusstermine für drei schottische Windparkprojekte auf 2031. Ursache hierfür ist ein laufendes Rechtsverfahren gegen die an den Netzbetreiber (Scottish Power Transmission) erteilte Genehmigung für den Bau einer für den Netzanschluss erforderlichen Überlandleitung, an die insgesamt rund 1,4 Gigawatt Projektkapazität angeschlossen werden sollen. Aufgrund des laufenden Verfahrens können die erforderlichen Arbeiten an der Netzinfrastruktur bis zur abschließenden gerichtlichen Klärung nicht wie vorgesehen fortgeführt werden. Mit einer abschließenden gerichtlichen Klärung wird nach Angaben des Netzbetreibers im 1. Halbjahr 2027 gerechnet. Zwei der drei von der Verzögerung betroffenen Projekte waren zentraler Bestandteil der Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2026 und befinden sich aktuell im Verkaufsprozess.

Beim Ebt geht das Management auf Jahressicht inzwischen von 5 bis 10 Mio. € aus. Zuvor wurden noch 40 bis 60 Mio. € in Aussicht gestellt. 

Die Aktie von Energiekontor geriet bereits mit Bekanntgabe der Halbjahreszahlen unter Druck – hier verkauft man keinesfalls ins fallende Messer; (B+).