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Exxon sieht Produktionseinbußen durch Nahost-Konflikt

New York – Der Krieg im Iran hat beim US-Ölkonzern Exxon zu deutlichen Einbußen geführt. So seien im 1. Quartal 6 % seiner weltweiten Produktion ausgefallen, hieß es von Unternehmensseite. Der Krieg hat weite Teile der Energiewirtschaft am Persischen Golf lahmgelegt. Die Hälfte dieser Ausfälle konzentriere sich auf einen Flüssiggaskomplex in Katar, an dem Exxon beteiligt ist, hieß es. Zwei Produktionslinien für Flüssiggas seien beschädigt worden.

"Öffentliche Berichte deuten darauf hin, dass die Reparatur der Schäden einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen wird", erklärte Exxon. Bis zur Begutachtung vor Ort könnten keine Angaben dazu gemacht werden, wie lange es dauern werde, bis die beiden Produktionslinien wieder normal in Betrieb genommen werden könnten.
Exxon gehört zu den ersten internationalen Ölkonzernen, welche die Auswirkungen des Krieges auf ihre Anlagen im und um den Golf beziffern. Normalerweise entfällt etwa ein Fünftel der weltweiten Produktion des texanischen Unternehmens auf diese Region. Der britische Konkurrent Shell kurz zuvor bereits über die Beeinträchtigung seines Gas-Geschäftes berichtet.

Wie Exxon weiter mitteilte, werden die Ergebnisse des 1. Quartals in der Energiesparte, die Raffinerie und Handel umfasst, aufgrund von Preisschwankungen und dem Zeitpunkt der Lieferungen um rund 3,7 Mrd. $ niedriger ausfallen als im Vorquartal. Bereinigt um die zeitlichen Effekte war der Gewinn je Aktie den Angaben zufolge höher als im Vorquartal.

Exxon erwartet im 1. Quartal Gewinne von im Mittel rund 2,1 Mrd. $ beziehungsweise 400 Mio. $ aus höheren Rohöl- und Erdgaspreisen. Konzernchef Darren Woods hat die Produktion in den vergangenen drei Jahren durch Akquisitionen und Wachstumsprojekte um mehr als 30 % auf fast 5 Mio. Barrel pro Tag gesteigert.

Die Aussichten auf das 1. Quartal haben den Kurs zuletzt deutlich belastet. Allerdings sollten sich Aktionäre hiervon nicht vorschnell verunsichern lassen. Die aktuelle Situation sitzt man aus; (B+).