In den USA hat die Berichtssaison bereits Fahrt aufgenommen und strebt ihrem Höhepunkt entgegen. Auch hierzulande haben zuletzt einige Unternehmen ihre vorläufigen Ergebnisse für das 2. Quartal und das 1. Halbjahr vorgestellt.
Stabilus mit Gewinnsprung; (B+):
Dank des Verkaufs der Fabreeka und Tech Products beendete der Auto- und Industriezulieferer das 3. Quartal (per Ende Juni) mit einem deutlichen Gewinnanstieg. Vorläufigen Berechnungen zufolge sank der Umsatz in den 3 Monaten auf 299,5 (316,0) Mio. €. Auch das bereinigte Ebit fiel mit 32,2 (33,1) Mio. € etwas niedriger aus. Die Veräußerung schob den Nettogewinn jedoch auf 51,4 Mio. € an. Im Vergleichszeitraum standen hier noch 10,1 Mio. € in der Bilanz. Der vollständige 9-Monatsbericht ist für den 3. August vorgesehen, die Guidance für das Gesamtjahr 2025/26 (per Ende September) hat der Vorstand indes bereits eingeengt. So wird beim Umsatz nun mit 1,15 Mrd. € gerechnet, nachdem bisher 1,1 bis 1,3 Mrd. € auf dem Kurszettel standen. Die bereinigte Ebit-Marge soll sich bei ca. 10 % einfinden. Bisher wurden hier 10 bis 12 % in Aussicht gestellt.
MBB besser; (B+):
Die erneut sehr starke Entwicklung der Beteiligung Friedrich Vorwerk (s.S.28) hat der Holdinggesellschaft im 2. Quartal ersten Berechnungen zufolge Rückenwind gegeben. Der Umsatz legte um 4,6 % auf 298,5 Mio. € zu, während das bereinigte Ebitda auf 75,2 (46,5) Mio. € ansprang. Das testierte Zahlenwerk ist für den 13. August angekündigt. Aufgrund der starken Entwicklung, auch auf Halbjahressicht, erwartet das Management für das laufende Geschäftsjahr nun eine bereinigte Ebitda-Marge von 18 bis 20 %, nachdem bisher 15 bis 18 % avisiert wurden. Beim Umsatz wird weiterhin mit 1,1 bis 1,2 Mrd. € gerechnet. In 2025 erlöste MBB 1,17 Mrd. € bei einer bereinigten Ebitda-Marge von 18,6 %.
flatexDEGIRO erreicht neue Bestmarken; (B+):
Nach einem erfolgreichen Jahresauftakt hat der Online-Broker auch das 2. Quartal mit einem Rekordgewinn abgeschlossen. Auf Halbjahressicht steht ebenfalls eine Bestmarke in den Büchern. Ersten Berechnungen zufolge setzte das Unternehmen mit 340,1 Mio. € ganze 22,2 % mehr um. Der Nettogewinn kletterte von 81,5 auf 115,0 Mio. € (Bericht: 14. August). Die zuletzt angehobenen Ziele wurden nochmals bestätigt (vgl. ES 27/26). Auch die geplante staatlich geförderte, kapitalmarktbasierte Altersvorsorge dürfte Unternehmensangaben zufolge das Wachstum weiter vorantreiben. „Mit dem besten Altersvorsorgedepot im Markt wollen wir unsere flatex-Kunden dabei unterstützen, die damit verbundenen Chancen zur finanziellen Absicherung im Alter optimal zu nutzen. Vorsorgen statt sorgen“, so CEO Oliver Behrens.
Branicks Group verschiebt Bericht; (B–):
Die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 zieht sich bei dem Immobilienunternehmen weiter hin. Dementsprechend wurde der Bericht nicht wie geplant am 27. Juli veröffentlicht. Stattdessen sind für den 31. Dezember nun sämtliche Berichte (GB 2025, Q1 und Q2 2026) angekündigt. Hintergrund der Verschiebung sind die andauernden Verhandlungen mit den Gläubigern der Schuldscheindarlehen sowie den Anleihegläubigern über die Refinanzierung und Restrukturierung der in 2026 fällig werdenden Finanzverbindlichkeiten. Für diese wird eine Laufzeitverlängerung bis zum 2. Halbjahr 2030 angestrebt.
LPKF Laser sieht rot; (B):
Die Investitionszurückhaltung im Solarsegment hat die Ergebnisse des Laserspezialisten belastet. Auch die weiterhin positive Entwicklung im Markt für Advanced Packaging mit Glas konnte die Schwäche nicht kompensieren. Die Erlöse sanken in den ersten 6 Monaten von 59,2 Mio. € im Vorjahr auf 36,5 Mio. €. Unter anderem Restrukturierungsausgaben und Wertveränderungen aus ausgegebenen Aktienoptionen drückten das Ebit mit –14,1 (–1,7) Mio. € tiefer in die roten Zahlen. Unterm Strich gab der Periodenverlust auf –14,6 Mio. € nach. Im Vergleichszeitraum sah der Konzern mit –2,9 Mio. € bereits rot. Auch wenn sich das 2. Halbjahr weiterhin anspruchsvoll entwickeln dürfte, wurde der Ausblick nochmals bestätigt. Bei Umsätzen von 105 bis 120 (115,3) Mio. € wird mit einer bereinigten Ebit-Marge von –3,0 bis +4,5 (0,0) % gerechnet.
Adtran Holdings meldet vorl. Ergebnisse; (B):
Das US-Netzwerkunternehmen (Großaktionär bei Adtran Networks) hat im Rahmen der Erstellung des Halbjahres- und Quartalsberichts festgestellt, dass die ausgegebene Prognose verfehlt wird. Die Erlöse dürften für das 2. Quartal zwischen 280,0 und 282,0 (265,1) Mio. $ landen – erwartet wurden 283 bis 303 Mio. $. Operativ wird ein Verlust von –8,9 bis –11,2 (–13,3) Mio. $ in den Büchern stehen. Auch auf die Aktionäre wird mit –10,5 bis –11,6 (–20,5) Mio. $ erneut ein Verlust entfallen. Der endgültige Bericht ist für den 4. August angekündigt.
Dr. Hönle kappt Ziele; (B):
Die konjunkturelle Schwäche im Maschinen- und Anlagenbau macht auch dem Spezialisten für UV-Technologie zu schaffen. Der Vorstand hat nun aufgrund der schwachen Entwicklung die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) angepasst. Der Umsatz dürfte nun bei 92,0 bis 95,0 (93,7) Mio. € landen. Bisher wurden 95 bis 105 Mio. € in Aussicht gestellt. Das Ebitda wird nun zwischen 5,0 und 6,0 (5,8) Mio. € erwartet. Hier avisierte der Vorstand zuvor 6 bis 9 Mio. €. Am 18. August wird das Unternehmen seine Ergebnisse für das 3. Quartal vorstellen.