Während die Berichtssaison in den USA bereits auf Hochtouren läuft, kommt sie auch hierzulande mit den Ergebnissen von Schwergewichten wie SAP langsam aber sicher in Schwung. Nachdem auch hierzulande der Startschuss gefallen ist, haben auch Unternehmen aus der 2. und 3. Reihe zumindest vorläufige Ergebnisse für das 2. Quartal vorgestellt.
Hypoport auf Halbjahressicht besser; (A–):
Nachdem der Finanzdienstleister zuletzt Angaben zum Transaktionsvolumen im 2. Quartal und 1. Halbjahr gemacht hat, wurden nun vorläufige Ebit-Zahlen veröffentlicht. Nachdem Kunden im 1. Quartal angesichts des Konflikts im Nahen Osten noch schnell Kredite abgeschlossen haben, setzte sich dieser Trend im zuletzt abgelaufenen Vierteljahr nicht fort. Daher fiel das Ebit im Q2 mit 7,3 (7,4) Mio. € etwas schlechter aus. Auf Halbjahressicht konnte das Ergebnis dennoch auf 19,3 (16,0) Mio. € verbessert werden. Der vollständige Bericht ist für den 10. August angekündigt.
Dr. Hönle kappt Ziele; (B):
Die konjunkturelle Schwäche im Maschinen- und Anlagenbau macht auch dem Spezialisten für UV-Technologie zu schaffen. Der Vorstand hat nun aufgrund der schwachen Entwicklung die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) angepasst. Der Umsatz dürfte nun bei 92,0 bis 95,0 (93,7) Mio. € landen. Bisher wurden 95 bis 105 Mio. € in Aussicht gestellt. Das Ebitda wird nun zwischen 5,0 und 6,0 (5,8) Mio. € erwartet. Hier avisierte der Vorstand zuvor 6 bis 9 Mio. €. Am 18. August wird das Unternehmen seine Ergebnisse für das 3. Quartal vorstellen.
Hochtief hebt Ausblick an; (B+):
Nach einer positiven Entwicklung im 1. Halbjahr hat der Essener Baukonzern seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Vor allem aufgrund der starken Entwicklung der US-Tochter Turner im Bereich Rechenzentren erwartet der Vorstand des DAX-Konzerns für 2026 nun einen operativen Gewinn nach Steuern zwischen 1,025 und 1,100 Mrd. €. Bisher wurden 950 Mio. bis 1,025 Mrd. € in Aussicht gestellt. Der Umsatz fuhr in den ersten 6 Monaten auf 20,14 (1,37) Mrd. € vor. Ein höherer Steueraufwand sorgte jedoch für einen leichten Rückgang des auf die Aktionäre entfallenden Gewinns auf 267,6 (481,0) Mio. €.
BB Biotech schafft Turnaround; (B+):
Die Erholung aus dem Auftaktquartal konnte der Biotech-Investor auch im 2. Jahresviertel fortsetzen. Unterm Strich erreichte das Unternehmen einen Nettogewinn in Höhe von 451 Mio. CHF, nach einem Verlust von –100 Mio. CHF im Vergleichszeitraum. Zudem hat das Management die Dividendenpolitik angepasst. Gemäß der neuen Ausschüttungspolitik strebt BB Biotech eine jährliche Dividendenrendite von 3–5 % des Aktienkurses, statt einer festen Ausschüttungspolitik an.
Dt. Rohstoff Verkauf schiebt an; (B+):
Eine weitere Teilveräußerung der Beteiligung an Almonty Industries wird das Ebitda im laufenden Jahr mit rund 65 Mio. € positiv beeinflussen. Daher hat der Öl- und Gaskonzern die in Aussicht gestellte Spanne von zuletzt 290 bis 310 Mio. € angehoben. Inzwischen werden dank des Verkaufs 355 bis 375 Mio. € anvisiert, nach 132 Mio. € im Vorjahr. Beim Umsatz wird indes weiterhin mit einem Anstieg auf 260 bis 280 (195) Mio. € gerechnet.
Stabilus mit Gewinnsprung; (B+):
Dank des Verkaufs der Fabreeka und Tech Products beendete der Auto- und Industriezulieferer das 3. Quartal (per Ende Juni) mit einem deutlichen Gewinnanstieg. Vorläufigen Berechnungen zufolge sank der Umsatz in den 3 Monaten auf 299,5 (316,0) Mio. €. Auch das bereinigte Ebit fiel mit 32,2 (33,1) Mio. € etwas niedriger aus. Die Veräußerung schob den Nettogewinn jedoch auf 51,4 Mio. € an. Im Vergleichszeitraum standen hier noch 10,1 Mio. € in der Bilanz. Der vollständige 9-Monatsbericht ist für den 3. August vorgesehen, die Guidance für das Gesamtjahr 2025/26 (per Ende September) hat der Vorstand indes bereits eingeengt. So wird beim Umsatz nun mit 1,15 Mrd. € gerechnet, nachdem bisher 1,1 bis 1,3 Mrd. € auf dem Kurszettel standen. Die bereinigte Ebit-Marge soll sich bei ca. 10 % einfinden. Bisher wurden hier 10 bis 12 % in Aussicht gestellt.
MBB besser; (B+):
Die erneut sehr starke Entwicklung der Beteiligung Friedrich Vorwerk (s.S.28) hat der Holdinggesellschaft im 2. Quartal ersten Berechnungen zufolge Rückenwind gegeben. Der Umsatz legte um 4,6 % auf 298,5 Mio. € zu, während das bereinigte Ebitda auf 75,2 (46,5) Mio. € ansprang. Das testierte Zahlenwerk ist für den 13. August angekündigt. Aufgrund der starken Entwicklung, auch auf Halbjahressicht, erwartet das Management für das laufende Geschäftsjahr nun eine bereinigte Ebitda-Marge von 18 bis 20 %, nachdem bisher 15 bis 18 % avisiert wurden. Beim Umsatz wird weiterhin mit 1,1 bis 1,2 Mrd. € gerechnet. In 2025 erlöste MBB 1,17 Mrd. € bei einer bereinigten Ebitda-Marge von 18,6 %.
flatexDEGIRO erreicht neue Bestmarken; (B+):
Nach einem erfolgreichen Jahresauftakt hat der Online-Broker auch das 2. Quartal mit einem Rekordgewinn abgeschlossen. Auf Halbjahressicht steht ebenfalls eine Bestmarke in den Büchern. Ersten Berechnungen zufolge setzte das Unternehmen mit 340,1 Mio. € ganze 22,2 % mehr um. Der Nettogewinn kletterte von 81,5 auf 115,0 Mio. € (Bericht: 14. August). Die zuletzt angehobenen Ziele wurden nochmals bestätigt (vgl. ES 27/26). Auch die geplante staatlich geförderte, kapitalmarktbasierte Altersvorsorge dürfte Unternehmensangaben zufolge das Wachstum weiter vorantreiben. „Mit dem besten Altersvorsorgedepot im Markt wollen wir unsere flatex-Kunden dabei unterstützen, die damit verbundenen Chancen zur finanziellen Absicherung im Alter optimal zu nutzen. Vorsorgen statt sorgen“, so CEO Oliver Behrens.
Branicks Group verschiebt Bericht; (B–):
Die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 zieht sich bei dem Immobilienunternehmen weiter hin. Dementsprechend wurde der Bericht nicht wie geplant am 27. Juli veröffentlicht. Stattdessen sind für den 31. Dezember nun sämtliche Berichte (GB 2025, Q1 und Q2 2026) angekündigt. Hintergrund der Verschiebung sind die andauernden Verhandlungen mit den Gläubigern der Schuldscheindarlehen sowie den Anleihegläubigern über die Refinanzierung und Restrukturierung der in 2026 fällig werdenden Finanzverbindlichkeiten. Für diese wird eine Laufzeitverlängerung bis zum 2. Halbjahr 2030 angestrebt.
LPKF Laser sieht rot; (B):
Die Investitionszurückhaltung im Solarsegment hat die Ergebnisse des Laserspezialisten belastet. Auch die weiterhin positive Entwicklung im Markt für Advanced Packaging mit Glas konnte die Schwäche nicht kompensieren. Die Erlöse sanken in den ersten 6 Monaten von 59,2 Mio. € im Vorjahr auf 36,5 Mio. €. Unter anderem Restrukturierungsausgaben und Wertveränderungen aus ausgegebenen Aktienoptionen drückten das Ebit mit –14,1 (–1,7) Mio. € tiefer in die roten Zahlen. Unterm Strich gab der Periodenverlust auf –14,6 Mio. € nach. Im Vergleichszeitraum sah der Konzern mit –2,9 Mio. € bereits rot. Auch wenn sich das 2. Halbjahr weiterhin anspruchsvoll entwickeln dürfte, wurde der Ausblick nochmals bestätigt. Bei Umsätzen von 105 bis 120 (115,3) Mio. € wird mit einer bereinigten Ebit-Marge von –3,0 bis +4,5 (0,0) % gerechnet.
Adtran Holdings meldet vorl. Ergebnisse; (B):
Das US-Netzwerkunternehmen (Großaktionär bei Adtran Networks) hat im Rahmen der Erstellung des Halbjahres- und Quartalsberichts festgestellt, dass die ausgegebene Prognose verfehlt wird. Die Erlöse dürften für das 2. Quartal zwischen 280,0 und 282,0 (265,1) Mio. $ landen – erwartet wurden 283 bis 303 Mio. $. Operativ wird ein Verlust von –8,9 bis –11,2 (–13,3) Mio. $ in den Büchern stehen. Auch auf die Aktionäre wird mit –10,5 bis –11,6 (–20,5) Mio. $ erneut ein Verlust entfallen. Der endgültige Bericht ist für den 4. August angekündigt.