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IBM verfehlt Erwartungen

New York – Das IT-Unternehmen IBM hat im 2. Quartal ein verändertes Ausgabeverhalten von Kunden zu spüren bekommen. Der Konzernumsatz legte zwar leicht zu, verfehlte aber deutlich die Markterwartungen. 

Die Kunden hätten in den letzten Juni-Wochen ihre Ausgaben von IBM-Produkten auf Server, Speicher und Speicherchip-Käufe verlagert, schrieb Unternehmenschef Arvind Krishna in einem Brief an die Aktionäre. Damit hätten sie erwarteten Preiserhöhungen wegen Engpässen vorgegriffen. Zwar habe IBM gewisse Belastungen infolge der Lieferketten einkalkuliert, aber das Ausmaß dieser Neuausrichtung der Investitionsausgaben habe es nicht vorhergesehen. So sprangen die Preise für Speicherchips in die Höhe, weil diese Teile für den rapiden Aufbau von KI-Rechenzentren gebraucht werden.

Der Umsatz legte konzernweit im 2. Quartal laut vorläufigen Berechnungen um 1 % auf 17,2 Mrd. $ zu. Dabei kletterten die Erlöse mit Software um 5 % nach oben. Der Erlös aus Infrastruktur ging hingegen um 7 % zurück. Der bereinigte Gewinn je Aktie zog um 5 % auf 2,93 $ an.

Konzernchef Arvind Krishna hatte IBM verstärkt auf das Geschäft mit Software ausgerichtet, unter anderem durch milliardenschwere Zukäufe wie Red Hat, HashiCorp und Confluent. Die harsche Reaktion der Anleger könnte auch daran liegen, dass es am Markt die Sorge gibt, Künstliche Intelligenz könnte mit ihren Software-Fähigkeiten das Geschäft von IBM aushöhlen.

Wer bei IBM bereits investiert ist, sollte jedoch nicht in die Panik hinein verkaufen und zunächst den ersten Schock aussitzen; (B+).