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Mercedes investiert bis 2030 Milliarden in US-Werk

Mercedes-Benz Group reagiert auf die verschärfte Handelspolitik in den USA mit einem deutlichen Ausbau seiner dortigen Produktion. Bis 2030 will der Konzern allein 4 Mrd. $ in sein Werk im amerikanischen Tuscaloosa investieren. Insgesamt summieren sich die geplanten Investitionen in das US-Geschäft auf mehr als 7 Mrd. $.

Hintergrund sind die anhaltenden Importzölle unter US-Präsident Donald Trump, die internationale Hersteller zunehmend dazu bewegen, Produktion stärker lokal auszurichten. Bereits im vergangenen Jahr hatte Mercedes angekündigt, die Fertigung des wichtigen SUV-Modells Mercedes-Benz GLC von Deutschland in die USA zu verlagern. Nach Angaben des Nordamerikachefs Jason Hoff sei es wirtschaftlich sinnvoll, volumenstarke Modelle direkt vor Ort zu produzieren. Das Werk in Tuscaloosa spielt dabei eine Schlüsselrolle: Dort fertigt Mercedes bereits mehrere SUV-Modelle für den Weltmarkt. Rund 60 Prozent der Produktion gehen in den Export. Nach Unternehmensangaben zählt Mercedes damit zu den größten Autoexporteuren der USA. Zusätzlich plant der Konzern, bis zu 500 Arbeitsplätze in ein neues Entwicklungszentrum nach Atlanta zu verlagern.

Für Mercedes bleibt der US-Markt strategisch besonders wichtig. Die Vereinigten Staaten sind nach wie vor der zweitgrößte Absatzmarkt des Konzerns. 2025 stieg der Pkw-Absatz dort leicht um ein Prozent auf 303.000 Fahrzeuge.

Für Anleger ist der Ausbau vor allem ein Signal, dass Mercedes seine industrielle Aufstellung stärker auf geopolitische Risiken ausrichtet. Lokale Produktion reduziert Zollrisiken, stärkt die Marktpräsenz und erhöht zugleich die Flexibilität im wichtigsten Premium-Automarkt außerhalb Europas; (A–).