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Moderna schielt auf BioNTech-Werke

New York – Der US-amerikanische Biotechkonzern überprüft etwaige Investitionen in seine Produktionskapazitäten. Dabei geraten ausgerechnet Werke des ewigen Konkurrenten BioNTech ins Visier der Amerikaner. Der Hintergrund: BioNTech hatte im Mai das Aus mehrerer deutscher Standorte angekündigt, darunter Marburg und Idar-Oberstein. Die Werke waren in der Corona-Zeit für die mRNA-Impfstoffproduktion entstanden. Wegen rückläufiger Erlöse mit COVID-19-Impfstoffen will das Mainzer Unternehmen Kapazitäten abbauen. 

Genau diese Werke könnten nun zu Moderna übergehen. "Wenn wir die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden würden, wären diese Anlagen eine interessante Option – im Vergleich zu einem Neubau", soModerna-Chef Stéphane Bancel. Auch die Weiterbeschäftigung von BioNTech-Mitarbeitern, die von den Werkschließungen betroffen sind, sei in diesem Fall eingeplant. Bancel betonte, er führe derzeit Gespräche mit der Regierung über eine langfristige Zusammenarbeit, ähnlich wie sie Moderna bereits in Großbritannien und Kanada eingegangen sei. "Es ist kein Zufall, dass ich aktuell in Berlin bin. Ich möchte wirklich investieren."

Biontech hatte im Mai angekündigt,bis zu 1.860 Stellen streichen zu wollen. Während sich das Mainzer Unternehmen künftig auf die Krebsforschung spezialisieren will, setzt Moderna weiterhin auch auf das Geschäft mit Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten. Vor einem Investitionsbeschluss drängte Bancel jedoch auf bessere Rahmenbedingungen und Planungssicherheit in Deutschland.

Der Moderna-Chef übte auch Kritik an den Plänen der Bundesregierung, die Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung durch strengere Preisregeln und höhere Herstellerrabatte zu verringern. Diese Unsicherheit gefährde Investitionen. Sollte es zu keiner Einigung mit Berlin kommen, werde er sich nach Alternativen in Europa umsehen. Es sei ein massives Souveränitätsproblem, wenn es bald keine Produktionskapazitäten für die mRNA-Technologie mehr in Deutschland und Europa gebe.

Die Moderna-Aktie legte angesichts der jüngsten Pläne deutlich zu. Wer hier bereits Stücke hält, lässt diese zunächst weiterlaufen. Ob Moderna nun in Deutschland investiert, liegt derweil in den Händen der Bundesregierung; (B+).