Mailand – Die italienische Großbank kommt bei der Integration der übernommenen Mediobanca voran. Die Vorstände beider Geldhäuser haben einem Plan zugestimmt, nach dem das Unternehmens- und Investmentbanking von Mediobanca in ein nicht börsennotiertes Unternehmen ausgegliedert werden soll.
Monte Paschi hatte Anfang vergangenen Jahres überraschend ein Übernahmeangebot in Höhe von 19 Mrd. $ für Mediobanca abgegeben und angekündigt, den Wettbewerber von der Mailänder Börse nehmen zu wollen. Monte Paschi erklärte, die Unternehmensumstrukturierung solle bis zum 4. Quartal abgeschlossen werden. Nach den Planungen wird die Unternehmens- und Investmentbanking-Sparte von Mediobanca sowie der Bereich Private Banking für vermögende Kunden in ein nicht börsennotiertes Unternehmen überführt, das weiterhin den Namen Mediobanca tragen wird. Diese Einheit wird auch die Beteiligung von Mediobanca an der italienischen Versicherungsgesellschaft Assicurazioni Generali halten.
Monte Paschi, weithin als die älteste noch existierende Bank der Welt angesehen, ist nun selbst Gegenstand eines Bieterwettstreits, nachdem die inländischen Konkurrenten Intesa Sanpaolo und Banco BPM jeweils Interesse an einer Übernahme bekundet haben. Anfang Juni legte Intesa Sanpaolo ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Mrd. $ vor. Monte dei Paschi di Siena erklärte anschließend, dass die Vorschläge geprüft würden und die Integration von Mediobanca planmäßig verlaufe.
Wer Monte dei Paschi bereits im Depot hat, gibt diese vorerst nicht aus der Hand – ganz im Gegenteil. Angesichts des noch immer laufenden Übernahmeprozesses könnte man hier auf ein höheres Angebot pokern; (B+).