Der weltgrößte Rückversicherer hat dank geringer Großschäden und guter Finanzgeschäfte überraschend viel Gewinn erzielt. Außerdem profitierte Munich Re von seinem „sehr starken“ Kapitalanlageergebnis.
Die endgültigen Halbjahreszahlen hat der Konzern für den 7. August angekündigt. Nach vorläufigen Berechnungen zeichnet sich jedoch schon ab, dass der Nettogewinn im 2. Quartal auf 2,2 (2,1) Mrd. € gestiegen ist. Auf Halbjahressicht ergibt sich somit ein Überschuss von 3,9 (3,2) Mrd. €, damit sieht sich Munich Re auf gutem Kurs das Jahresziel von 6,3 (6,1) Mrd. € in 2026 zu erreichen.
Im Rückversicherungsgeschäft spielt die Absicherung gegen Naturkatastrophen eine große Rolle, da diese immense Schäden verursachen können. Ein gutes 1. Halbjahr ist daher kein Indiz für eine ebenso erfreuliche 2 .Jahreshälfte.
Besonders schadenträchtig ist die alljährliche Wirbelsturmsaison im Nordatlantik und im Pazifik, die gerade erst begonnen hat. Im Pazifik wird dieses Jahr eine "El Nino"-Phase mit sehr hohen Wassertemperaturen erwartet. Tendenziell rechnen die Geowissenschaftler der Munich Re daher mit potenziell mehr Taifunen, die China, Japan, Taiwan und Südostasien treffen könnten.
Auf der anderen Seite könnten sich in einer El Nino-Phase im Nordatlantik weniger Hurrikane bilden, die die US-Ostküste und die Karibik heimsuchen. Im langfristigen Trend steigen zwar die Naturkatastrophenschäden - unter anderem wegen steigender Temperaturen auf dem Planeten - doch in einzelnen Jahren kann die Natur dennoch vergleichsweise friedlich sein.
Munich Re eignet sich zur klassischen Langfrist-Anlage. Auf dem aktuellen Kursniveau sollten hier Stücke eingesammelt werden; (A–)