ki_2.jpg
@GettyImages

Musk vs. OpenAI

New York – Die Klage des Milliardärs und Tesla-Chefs Elon Musk gegen das US-Software-Start-up OpenAI geht vor Gericht. Die bisher veröffentlichten Dokumente liefern einen Einblick in die Eitelkeiten der Gründer Musk, Sam Altman und Greg Brockman sowie ihre internen Machtkämpfe. Das Verfahren könnte den geplanten Börsengang des ChatGPT-Entwicklers erschweren bzw. verzögern.

Musk wirft OpenAI, Altman und dem OpenAI-Großaktionär Microsoft vor, beim Umbau des von ihm mitgegründeten Start-ups aus San Francisco den ursprünglichen Zweck – Künstliche Intelligenz (KI) zum Wohl der Menschheit zu entwickeln – aufgegeben zu haben. Die Beklagten hätten ihn über ihre Pläne im Dunkeln gelassen und unter Ausnutzung seines Namens und seiner finanziellen Unterstützung OpenAI zu einer persönlichen "Gelddruckmaschine" umgebaut. Das Start-up solle daher zur Gemeinnützigkeit zurückkehren. Insidern zufolge fordert Musk zudem 150 Mrd. $ Schadenersatz.

OpenAI wurde 2015 als gemeinnützige Einrichtung zur KI-Forschung gegründet. Vier Jahre später kam OpenAI LP als gewinnorientierte Tochter hinzu. Sie sammelte bei Microsoft und anderen Investoren Milliarden ein, um die KI-Entwicklung zu finanzieren. In Vorbereitung des geplanten Börsengangs wurde OpenAI LP in eine sogenannte Public Benefit Corporation (PBC) umgewandelt. In dieser Gesellschaftsform sollen Gewinnorientierung und die Einhaltung sozialer Ziele austariert werden, während gemeinnützige Organisationen ausschließlich dem Allgemeinwohl verpflichtet sind. Den ursprünglichen Plan, dass der gemeinnützige Teil von OpenAI die Kontrolle über OpenAI LP abgibt, hat das Start-up wegen des Drucks von Musk aufgegeben. Der Milliardär hält dennoch an seiner Klage fest.

Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, hat Musk nach der Gründung von OpenAI insgesamt 38 Mio. $ in das Startup investiert. Zudem holte er über seine Kontakte den späteren Chef-Entwickler Ilya Sutskever an Bord. Ab Mitte 2017 begann Musk, am künftigen Erfolg von OpenAI zu zweifeln. Darüber hinaus geriet er mit Altman, Brockman und Sutskever aneinander. Einer der Gründe war seine Forderung, den Vorstandsvorsitz des Unternehmens zu übernehmen. "OpenAI ist im Vergleich zu Google auf dem sicheren Weg zum Scheitern", schrieb Musk in einer E-Mail Anfang 2018. Ende 2022 veröffentlichte OpenAI den Chatbot ChatGPT, der einen weltweiten KI-Hype auslöste.