Die Berichtssaison hat nun auch hierzulande so richtig Fahrt aufgenommen. Neben einer Flut an vorläufigen Ergebnissen für die ersten 6 Monate hatten einige Unternehmen auch Prognoseanpassungen im Gepäck. Ob die Gesellschaften zuversichtlicher oder vorsichtiger werden, fiel dabei gemischt aus.
Auto1 auf Kurs; (B+):
Mit 240.298 Fahrzeugen hat der Online-Gebrauchtwagenhändler im 2. Quartal 19,9 % mehr Automobile an Kunden übergeben und sieht sich auf einem guten Weg die Jahresziele zu erreichen. Der Umsatz legte auf 2,43 (1,97) Mrd. € zu, während das bereinigte Ebitda von 42,3 auf 58,6 Mio. € kletterte. Der vollständige Halbjahresbericht wird am 2. September veröffentlicht. Für 2026 steht derweil weiterhin ein Absatz zwischen 940.000 und 1,0 Mio. Fahrzeugen auf dem Plan, nach 842.000 im Vorjahr. Das bereinigte Ebitda wird zwischen 250,0 und 275,0 (197,5) Mio. € in Aussicht gestellt.
MLP bestätigt Ziele; (A–):
Auf Basis vorläufiger Berechnungen hat der Finanzdienstleister im 2. Quartal das Ebit mit 19,0 (4,9) Mio. € mehr als verdreifacht (Bericht: 13. August). Grund für die starke Entwicklung waren eigenen Angaben zufolge ein höherer Bestand des betreuten Vermögens, ein Plus bei den erfolgsabhängigen Vergütungen sowie ein verbessertes Zinsergebnis. Auf Halbjahressicht fuhr das Ebit damit auf 60,0 (42,7) Mio. € vor. Auf Jahressicht rechnet der Vorstand weiterhin mit einem Ebit zwischen 100 und 110 Mio. €. In 2025 standen hier 87,9 Mio. € in den Büchern.
DWS steigert Gewinn; (B+):
Die Ergebnisse der Dt. Bank-Fondstochter entwickelten sich im 2. Quartal zwar rückläufig, auf Halbjahressicht schnitt das Unternehmen dennoch besser ab. Zwischen Januar und Juni fuhren die Erträge auf knapp 1,6 (1,5) Mrd. € vor. Der Nettogewinn erreichte dabei 501 Mio. €, nach 413 Mio. € im Vergleichszeitraum. Beim verwalteten Vermögen konnte der Konzern zum Ende der 1. Jahreshälfte mit 1,19 (1,01) Bill. € eine neue Bestmarke aufstellen.
Medios passt Guidance an; (B+):
Zwar stellt das Spezialpharma-Unternehmen seine finalen Halbjahresergebnisse erst am 12. August vor, die Ziele für das Gesamtjahr wurden im Zuge der vorläufigen Ergebnisse jedoch korrigiert. Demnach kletterte der Umsatz in den ersten 6 Monaten auf 1,08 Mrd. €, nach 991,7 Mio. € im Vergleichszeitraum. Das bereinigte Ebitda dürfte indes leicht auf 44,0 (46,3) Mio. € nachgegeben haben. Hier machte sich vor allem der anhaltende Preisdruck negativ bemerkbar. Für 2026 stehen nun Erlöse zwischen 2,10 und 2,16 (bisher: 2,00–2,12) Mrd. € auf dem Plan. Das bereinigte Ebitda wird indes nun zwischen 88 und 92 (zuvor: 94–102) Mio. € anvisiert.
Porsche fährt vor; (B+):
Nachdem zuletzt bereits durch den Mutterkonzern VW erste Eckdaten bekannt wurden, hat der Sportwagenbauer nun seine Halbjahresbilanz vorgestellt (vgl. auch). In den ersten 6 Monaten sanken die Auslieferungen um 16,5 % auf 122.306 Fahrzeuge und der Umsatz gab auf 17,2 (18,2) Mrd. € nach. Dank eines konsequenten Kosten- und Preismanagements sowie eines besseren Produktmixes kletterte das operative Ergebnis auf 1,35 (1,01) Mrd. €. Nach Steuern fuhr der Gewinn von 718 Mio. auf 1,1 Mrd. € vor. Hier konnten allerdings unter anderem auch Rückstellungen in Höhe von rund 300 Mio. € aufgelöst werden. Im Vorjahr hatte die Nettobelastung noch bei 800 Mio. € gelegen.
Syzygy schwächelt; (B):
Auf Halbjahressicht hat der Digital- und IT-Dienstleister einen Erlöserückgang auf 25,2 (29,4) Mio. € hinnehmen müssen. Das Ebit sank ebenfalls auf 428 (502) T€ und unterm Strich stand ein Nettogewinn in Höhe von 215 (218) T€ in den Büchern. Für 2026 werden weiterhin ein Umsatzrückgang auf rund 50,0 (56,8) Mio. € sowie eine Ebit-Marge zwischen 3,0 und 4,0 (–16) % in Aussicht gestellt. Hier sollen sich vor allem die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen im Jahresverlauf positiv bemerkbar machen.
Aixtron meldet starken Auftragseingang; (B+):
Eine sehr hohe Nachfrage nach Anlagen für optoelektronische Anwendungen hat dem MDAX-Unternehmen im Q2 ein Plus bei den Ordereingängen von 81 % auf 214,5 Mio. € beschert. Allerdings entwickelt sich die Nachfrage nach Leistungselektronik sowie nach Micro-LEDs und LEDs verhalten. Konzernweit gaben der Umsatz auf 115,1 (137,4) Mio. € und das Ebit auf 14,7 (23,6) Mio. € nach. Der Nettogewinn konnte immerhin mit 19,1 (19,2) Mio. € stabil gehalten werden. Größere Laser-Systemauslieferungen sollen voraussichtlich ab dem Q3 beginnen und sich weit über das laufende Geschäftsjahr hinaus erstrecken. Für 2026 wird daher weiterhin mit Erlösen von 560 Mio. €, +/–30 Mio. € gerechnet, nach 556,6 Mio. € in 2025. Die Ebit-Marge soll dabei in der Spanne von 17 bis 20 (18) % landen.
3U Holding aktualisiert Ausblick; (B):
Aufgrund einer schwächeren Entwicklung des Segments Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) hat das Beteiligungsunternehmen die Guidance für 2026 angepasst. Demnach soll der Umsatz statt 55 bis 60 Mio. € nun 48 bis 53 Mio. € erreichen. Auch beim Ebitda wird der Vorstand mit 4,0 bis 6,0 (zuvor: 6,0–8,0) Mio. € vorsichtiger. Der Halbjahresbericht wird am 13. August 2026 veröffentlicht.
Wacker Chemie besser; (B+):
Das im Oktober vergangenen Jahres gestartete Kosten- und Effizienzprogramm PACE trägt erste Früchte. Im 1. Halbjahr setzte das Spezialchemieunternehmen mit 2,9 Mrd. € immerhin 1 % mehr um. Zusätzlich machten sich höhere Preise und Mengen positiv bemerkbar und schoben das Ebitda auf 384,2 (233,6) Mio. € an. Unterm Strich schaffte Wacker zudem mit 364,9 (–22,6) Mio. € den Turnaround. Die Ziele für das laufende Jahr wurden bekräftigt.
Takkt sieht weiter rot; (B):
Nach einem schwachen Jahresstart sah der Büromöbelhändler auch im 2. Quartal rot. Während der Umsatz auf 228,1 (240,3) Mio. € nachgab, sank das Ebitda von 5,7 auf 4,6 Mio. €. Der Periodenverlust weitete sich auf –5,2 (–2,7) Mio. € aus. Da das Management mit einer Stabilisierung der Umsatzentwicklung im 2. Halbjahr rechnet, wurden die ausgegebenen Ziele bestätigt.
Villeroy & Boch bestätigt Prognose; (B+):
Die weiterhin schwache Konsumstimmung sowie der Verkauf des nordeuropäischen Geschäfts der Marken Gustavsberg und Vatette haben dem Keramikhersteller das 1. Halbjahr verhagelt. Der Umsatz fuhr um 12,4 % auf 635,8 Mio. € zurück. Das operative Ebit gab dabei auf 34,5 (47,8) Mio. € nach. Unter anderem nicht zahlungswirksame steuerliche Sondereffekte drückten den Konzern letztlich mit –6,8 Mio. € in die roten Zahlen. Im Vergleichszeitraum konnte Villeroy & Boch noch einen Gewinn in Höhe von 13,8 Mio. € einfahren. Der Vorstand setzt weiterhin auf eine Erholung in der 2. Jahreshälfte, verwies jedoch bereits auf die anhaltenden geopolitischen Risiken. Der Ausblick auf das laufende Jahr wurde nochmals bestätigt (mehr dazu lesen Sie hier).