Hinter dem meisten KI-Anwendungen stehen gewaltige Rechenzentren, spezialisierte Cloudplattformen und enorme Datenmengen. Genau in diesem Umfeld positioniert sich Nebius, ein Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, die technische Grundlage für die nächste Generation von KI-Anwendungen bereitzustellen. Dabei setzen die Niederländer auf starke Kooperationen und konnten jüngst einen der größten KI-Player gewinnen.
Das niederländische Unternehmen gehört zu den sogenannten Neoclouds. Diese Firmen spezialisieren sich auf den Bau und Betrieb von KI-Rechenzentren. Das Kerngeschäft besteht darin, u.a. Grafikprozessoren und KI-Cloud-Lösungen bereitzustellen, um Unternehmen beim Ausbau ihrer KI-Infrastruktur zu unterstützen. Da die großen Technologiekonzerne dringend zusätzliche Rechenkapazitäten für ChatGPT, Gemini & Co. benötigen, wächst die Branche
rasant. Im 4. Quartal 2025 erzielte Nebius einen Gruppenumsatz von gut 228 Mio. $ – ein Plus von 547 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum! Der Kernbereich KI-Cloud wuchs sogar um 830 %. Auch auf Jahressicht konnte das Unternehmen seine Erlöse deutlich auf 529,8 Mio. $ steigern, nach 91,5
Mio. $ im Vorjahr. Das bereinigte Ebitda lag mit –64,9 (–226,3)
Mio. $ zwar noch im roten Bereich, nach Steuern schaffte das Unternehmen allerdings mit 101,7 Mio. $ bereits einen Gewinn. Hier hatte Nebius im Vergleichszeitraum noch einen Fehlbetrag in Höhe von –641,4 Mio. $ verbucht. Für das lfd. Jahr visiert der Konzern unterdessen einen Umsatz von 7–9 Mrd. $ an.
Milliardenschwere Partnerschaft
Die jüngste Partnerschaft sorgte unterdessen nicht nur am Markt für Aufruhr: Denn niemand Geringeres als Nvidia beteiligt sich mit insgesamt 2 Mrd. $ an Nebius. „Nebius baut eine Cloud für die Ära der KI-Agenten“, gab Nvidia-Chef
Jensen Huang an. Sogenannte KI-Agenten können komplexe
Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen. Im Rahmen der Vereinbarung arbeiten beide Unternehmen an KI-
Infrastruktur, Fleet-Management (maschinelles Lernen und Datenanalyse), Inferenz (trainiertes KI-Modell) sowie dem Design und Betrieb sogenannter AI Factories. Nebius erhält dabei Zugang zu Nvidias nächster Hardware-Generation – darunter die künftige Rubin-GPU-Serie, Vera-CPUs und BlueField-Speichersysteme. Die Rubin-Plattform soll Inferenz-Workloads zehnmal kosteneffizienter verarbeiten als die aktuelle Blackwell-Generation. Server, die Rubin und Vera kombinieren, sollen zehnmal mehr Leistung pro Watt liefern als Nvidias bisherige Systeme, wie es von den beiden Unternehmen hieß.
Fokus auf Wachstum
Das frische Kapital soll der in den USA notierten Nebius
helfen, bis Ende 2030 über 5 Gigawatt Rechenkapazität
aufzubauen. Dazu zählt eine 1,2-Gigawatt-AI-Factory in
Missouri, sowie weitere Standorte in New Jersey und anderen US-Bundesstaaten. Auch bestehende sogenannte Hochleistungscluster in Europa sollen ausgebaut werden. Allein in diesem Jahr soll die Zahl der Rechenzentrumsstandorte von derzeit sieben auf sechzehn steigen. Nebius will bis
2030 Rechenzentren mit einem Strombedarf von insgesamt fünf Gigawatt in Betrieb nehmen. Dies entspricht der Leistung von vier bis fünf Atomkraftwerken. Dabei ist Nvidia
allerdings nicht der erste Branchengigant, der auf das auf KI-Infrastruktur fokussierte Unternehmen aufmerksam wurde: Die Facebook-Mutter Meta hat sich bereits im vergangenen November für insgesamt 3 Mrd. $ einen 5-Jahresvertrag
für Rechenkapazitäten gesichert. Nun legte der Konzern nochmal nach und sichert sich für insgesamt 27 Mrd. $ das Know-how von Nebius. Ebenfalls im vergangenen Jahr
hatte Nebius eine Vereinbarung mit Microsoft im Volumen von 17,4 Mrd. $ geschlossen. Doch bei seinem Wachstumskurs setzt Nebius nicht nur auf starke Partner. Erst im
Februar kündigte der Konzern eine Vereinbarung zur Übernahme von Tavily an, einem führenden Anbieter agentischer
Suche für Fortune-500-Unternehmen und Top-KI-Firmen. Die Transaktion erweitert Nebius AI-Cloud-Plattform um eine Echtzeit-Suchinfrastruktur, die autonome Agenten mit Wissen versorgt und damit den wachsenden Markt der agentischen KI adressiert. Zu den finanziellen Details wurden keine Angaben gemacht.
Nebius gehört vielleicht nicht zur ersten Reihe der KI-Aktien, verspricht aber gerade deswegen noch einiges an Kurspotenzial. Jetzt mitspekulieren!
ISIN: NL0009805522
WKN: A1JGSL