Während die Berichtssaison in den USA ihren Höhepunkt erreicht und auch hierzulande die meisten DAX-Konzerne ihre Bücher öffnen, melden auch die kleineren Player aus der 2. und 3. Reihe erste Quartalszahlen. Der eine oder andere hatte dabei auch eine Prognoseanpassung im Gepäck.
Syzygy verhaltener Start; (B):
Der Digital- und IT-Dienstleister ist im Rahmen der eigenen Erwartungen ins neue Geschäftsjahr gestartet und hat die Ziele für 2026 nochmals bestätigt. In den ersten 3 Monaten gab der Umsatz auf 12,9 (14,9) Mio. € und das Ebit auf 254 (289) T€ nach. Auch unterm Strich verdiente das Unternehmen mit 117 (137) T€ weniger. Die umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen sollen auf Jahressicht die Profitabilität verbessern. Nichtsdestotrotz wird für 2026 ein Erlöserückgang auf rund 50,0 (56,8) Mio. € erwartet. Die Ebit-Marge soll indes mit 3 bis 4 (–16) % positiv ausfallen.
Cherry schwächelt; (C):
Basierend auf vorläufigen und ungeprüften Zahlen ist der Hersteller von Computertastaturen mit einem Umsatzrückgang auf 20,8 (25,3) Mio. € ins laufende Jahr gestartet. Hier hatten sich neben negativen Währungseffekten auch die teils anhaltend hohen Lagerbestände negativ bemerkbar gemacht. Die bereinigte Ebitda-Marge fiel mit –2,9 (–8,0) % erneut negativ aus. Die Verbesserung resultiert jedoch aus einer gesenkten Kostenbasis sowie einer verbesserten Bruttomarge im Bereich Peripherals. Die vollständige Quartalsmitteilung wird am 7. Mai 2026 veröffentlicht (nach Redaktionsschluss).
Hella mit Q1-Ergebnissen; (B+):
Das zum französischen Autozulieferer Forvia gehörende Unternehmen konnte in den ersten 3 Monaten des laufenden Geschäftsjahres den Umsatz währungsbereinigt mit 2,0 Mrd. € stabil halten. Negative Wechselkurseffekte berücksichtigt, wurde ein Rückgang von 2,9 % verzeichnet. Das operative Ergebnis setzte indes auf 96 (109) Mio. € zurück. Der Konzernjahresüberschuss legte dank erster positiver Effekte der Effizienzsteigerung auf 32,0 (23,9) Mio. € zu. Auf Jahressicht avisiert der Konzern währungsbereinigte Erlöse zwischen 7,4 und 7,9 (8,0) Mrd. €.
MPH Health belastet; (B):
Die Insolvenz einer der größten Beteiligungen des Unternehmens, der CR Energy, hat die Ergebnisse des vergangenen Jahres ersten Berechnungen zufolge stark belastet. Auch die positive Entwicklung der zweiten Kernbeteiligung M1 Kliniken konnte die Ergebnisbelastungen nicht abfedern. Das Ebit sackte auf –28,5 (33,0) Mio. € ab. Unterm Strich musste das Beteiligungsunternehmen einen Jahresfehlbetrag von –29,3 (32,0) Mio. € verbuchen. Der Geschäftsbericht wird am 27. Mai vorgestellt.
Steico hält Dividende stabil; (B+):
Nachdem der Dämmstoff-Spezialist bereits Ergebnisse für das 1. Quartal bekanntgegeben hat, folgte zuletzt der Geschäftsbericht für 2025. Zwar legte der Umsatz leicht auf 382,9 (376,3) Mio. € zu, das Ebit gab indes leicht auf 35,9 (36,0) Mio. € nach. Unterm Strich erwirtschaftete Steico einen Gewinn in Höhe von 17,8 (19,3) Mio. €. Die Aktionäre können sich auf eine stabile Dividendenausschüttung von 0,20 € je Aktie einstellen (HV: 19. Juni). Die mit den Q1-Zahlen ausgegebene Prognose hat das Management nochmals bestätigt (vgl. ES 17/26).
DWS liefert ab; (B+):
Die Dt. Bank-Fondstochter ist mit einem Gewinnplus ins Geschäftsjahr 2026 gestartet. Im Auftaktquartal erreichte das verwaltete Vermögen mit 1,09 (1,01) Mrd. € einen neuen Höchststand. Die Erträge legten von Januar bis März auf 821 (753) Mio. € zu und das Konzernergebnis auf 264 (199) Mio. €. Grund für den Gewinnanstieg sind höhere Erträge und gleichzeitig gesunkene Kosten. Für das laufende Jahr bleibt das Management zuversichtlich und avisiert ein deutlich höheres Ergebnis vor Steuern (über 10 % Wachstum), nach 1,3 Mrd. € in 2025.
VIB Vermögen erwartet weniger; (B):
Im abgelaufenen Geschäftsjahr fuhren die Bruttomieteinnahmen des Gewerbeimmobilien-Spezialisten auf 103,8 (88,9) Mio. € vor. Die abgeschlossene Transformation schob das FFO (Funds from Operations) vor Steuern und Minderheiten auf 80,5 (79,5) Mio. € und den Nettogewinn auf 85,4 (43,1) Mio. €. Unter anderem aufgrund des Wegfalls von Zinserträgen im laufenden Jahr rechnet der Vorstand für 2026 mit einem Rückgang des FFOs auf 60 bis 70 Mio. €.
Heidelberg Pharma sieht weiter rot; (B–):
Von Dezember bis Ende Februar steigerte das Biotech- und Pharmaunternehmen den Umsatz und die sonstigen Erträge auf 4,1 (2,9) Mio. €. Geringere Forschungs- und Entwicklungskosten sorgten unterm Strich für einen auf –4,3 (–5,9) Mio. € reduzierten Verlust. Für das Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende November) werden Umsätze und sonstige Erträge zwischen 11,0 und 15,0 (6,9) Mio. € in Aussicht gestellt. Das Betriebsergebnis soll zwischen –13,0 und –17,0 (–42,1) Mio. € landen. Auf Basis der bisherigen Planung ist das Unternehmen bis Mitte 2027 durchfinanziert.
Hermle bleibt vorsichtig; (B+):
Die vorläufigen Ergebnisse für das vergangene Jahr hat der Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialist bestätigt und einen Ausblick auf das laufende Jahr gegeben (vgl. ES 13/26). Da die Auswirkungen des Iran-Krieges noch nicht vollumfänglich abschätzbar sind, sind sie in der Guidance für 2026 noch nicht berücksichtigt. Angesichts der Unsicherheiten avisiert das Management im besten Fall Erlöse 10 % über dem Vorjahresumsatz von 492 Mio. €. Im schlechtesten Fall wird ein Rückgang im mittleren einstelligen %-Bereich erwartet. Das Ebit dürfte derweil auf Vorjahresniveau oder bis zu 50 % darunter landen (2025: 69,2 Mio. €).
Wacker Chemie schafft Turnaround; (B+):
Wie bereits bekannt sorgten Vorzieheffekte bei dem Spezialchemieunternehmen dafür, dass der Ausblick auf 2026 angehoben wurde (vgl. ES 17/26). Der vorläufige Umsatz sowie das Ebitda für die ersten 3 Monate wurden zuletzt ebenfalls nochmals bestätigt. Zudem ist dem MDAX-Konzern nach Steuern die Rückkehr in die Gewinnzone gelungen. Für das Q1 stand ein Gewinn nach Steuern von 15,3 (–3,4) Mio. € in den Büchern.