Die Halbjahresberichtssaison ist inzwischen mehr oder weniger beendet, vereinzelt haben jedoch noch Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Dabei gab es sogar die eine oder andere Überraschung.
SNP Schneider-Neureither auf Kurs; (B+):
Mit dem besten Quartal der Unternehmensgeschichte hat der IT-Dienstleister das 1. Halbjahr abgeschlossen. In den ersten 6 Monaten fuhr der Umsatz auf 162,1 (138,9) Mio. € vor. Das Ebit sprang auf 31,1 (14,8) Mio. € an. Netto verdiente das Unternehmen, an dem der US-Investor Carlyle 77,78 % hält, mit 21,2 (8,6) Mio. € ebenfalls deutlich mehr. Auf Jahressicht peilt der Konzern ein Umsatzwachstum im mittleren bis oberen einstelligen %-Bereich an, nach 296,8 Mio. € in 2025. Das Ebit soll sogar um einen niedrigen zweistelligen %-Betrag vorfahren. Hier standen im Vorjahr 47,4 Mio. € in der Bilanz.
InTiCa Systems sieht weiter rot; (B–):
Die positive Entwicklung im Geschäftsbereich Industry & Infrastructure im 2. Quartal konnte die Schwäche in der Automobilindustrie abfedern. Während sich der Umsatz des Technologieanbieters in den 3 Monaten mit 17,31 (17,36) Mio. € halbwegs stabil hielt, kletterte das Ebitda auf 1,2 (0,8) Mio. €. Unterm Strich stand dennoch erneut ein Periodenverlust in Höhe von –0,7 (–1,1) Mio. € in den Büchern. Für 2026 werden weiterhin Erlöse zwischen 68,0 und 73,0 (68,5) Mio. € und ein Ebit in der Spanne von –1,5 bis –2,5 (–1,5) Mio. € in Aussicht gestellt.
Lang & Schwarz steigert Ergebnisse; (B):
Die Holdinggesellschaft steigerte zwischen Januar und Juni den Umsatz auf 819,8 (586,7) Mio. €. Unterm Strich stand ein Gewinn von 48,4 (26,5) Mio. € in den Büchern. Zudem hat das Unternehmen jüngst bekanntgegeben, die restlichen Anteile an dem Joint-Venture mit der P3 finance GmbH zu übernehmen. Vor dem Hintergrund der veränderten Rahmenbedingungen haben sich beide Gesellschafter darauf verständigt, die gemeinsame Joint-Venture-Struktur zu beenden und die von der P3 group gehaltenen Anteile vollständig auf Lang & Schwarz zu übertragen. Das Unternehmen soll in Zukunft unter dem Namen Lang & Schwarz Market Technologies GmbH firmieren.
Cliq Digital erneut schwächer; (C):
Der eventuell vor dem Delisting stehende Streaminganbieter hat in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres mit 23,0 (98,1) Mio. € erneut weniger umgesetzt. Das Ebitda gab auf 1,1 (6,5) Mio. € nach und auch netto verdiente das Unternehmen mit 0,9 Mio. € weniger. Im Vorjahreszeitraum konnte noch ein Gewinn in Höhe von 1,5 Mio. € eingefahren werden. Die Entwicklung des bisherigen Geschäftsjahres entspricht jedoch den Erwartungen des Managements, daher wurden die Ziele für 2026 bestätigt. Bei den Erlösen werden 40 bis 60 (131,9) Mio. € in Aussicht gestellt. Das Ebitda soll mindestens ausgeglichen sein oder bis zu 5 (–6,4) Mio. € erreichen. Erst im Juli wurde ein öffentliches Aktienrückkaufangebot zu einem PReis von 3,85 € je Aktie beendet. Der Hauptaktionär Dylan Media hat seine Beteiligung im Zuge dessen auf über 60 % ausgebaut und könnte nun eun Delisting von Cliq Digital anstreben.
Aroundtown meldet Gewinneinbruch; (B):
In den ersten 6 Monaten hielt der Gewerbeimmobilienspezialist die Nettomieteinnahmen mit 590,6 Mio. € stabil. Der FFO I (Funds from Operations) gab jedoch auf 143,8 (150,4) Mio. € nach. Höhere Finanzierungskosten konnten nur teilweise durch den aufgestockten Anteil an Grand City Properties ausgeglichen werden. Unter anderem eine Neubewertung des Portfolios ließ den Nettogewinn auf 218,1 (578,0) Mio. € einbrechen. Aroundtown hat im 1. Halbjahr Verkäufe im Wert von 350 Mio. € getätigt. Für 2026 erwartet das Management weiterhin einen FFO I zwischen 275 und 305 (288) Mio. €. Der Konzern hatte die Prognose wegen der Übernahme weiterer Anteile an Grand City Properties angehoben. Die Beteiligung beträgt aktuell 83 % und soll auf knapp unter 90 % ausgebaut werden.
Elumeo schreibt erneut Verlust; (B–):
Die bereits 2024 eingeleiteten Kostensenkungs- und Effizienzmaßnahmen scheinen sich langsam aber sicher auszuzahlen. Der Umsatz verlor im 1. Halbjahr zwar auf 19,5 (20,2) Mio. €, das bereinigte Ebitda schaffte jedoch mit 20 T€ den Sprung in die schwarzen Zahlen. Mit –478 T€ sah das Unternehmen im Vorjahreszeitraum noch rot. Unterm Strich stand jedoch erneut ein Verlust in Höhe von –0,5 (–1,4) Mio. € in der Bilanz. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einer Erlöseentwicklung von –7 bis +10 %, nach 39,1 Mio. € Umsatz in 2025. Das bereinigte Ebitda wird zwischen –0,5 und +1,5 (–0,5) Mio. € erwartet.
VIB Vermögen im Rückwärtsgang; (B):
Das zur Branicks Gruppe gehörende Gewerbeimmobilienunternehmen hat aufgrund von Verkäufen mit 46,8 (50,2) Mio. € weniger Bruttomiete eingenommen. Das FFO vor Steuern und Minderheiten verlor von 47,8 auf 24,1 Mio. €. Unterm Strich brach der Gewinn sogar auf 2,6 Mio. € ein, nachdem im Vorjahr noch 30,7 Mio. € in den Büchern standen. Hier machte sich zusätzlich noch der Wegfall von Zinserträgen negativ bemerkbar. Auf Jahressicht werden weiterhin Bruttomieteinnahmen von 85 bis 95 (103,8) Mio. € und ein FFO vor Steuern und Minderheiten in der Bandbreite von 60 bis 70 (80,5) Mio. € anvisiert.
Edag verharrt im Minus; (B):
Zwar bekam der Engineering-Dienstleister auch auf Halbjahressicht die Schwäche der Automobilindustrie zu spüren, im Bereich Defence konnte das Unternehmen jedoch wachsen. Zudem wurde der Global Delivery Standort in Indien ausgebaut. Im 1. Halbjahr fiel der Umsatz auf 334,4 (366,7) Mio. € zurück. Beim bereinigten Ebit erreichte das Unternehmen indes mit 0,3 (–7,6) Mio. € gerade eben die Gewinnzone. Der Nettoverlust konnte immerhin auf –6,9 Mio. € eingedämmt werden, nach –10,2 Mio. € im Vergleichszeitraum. Die ausgegebene Guidance für 2026 hat unverändert Bestand.