Auch wenn die Berichtssaison hierzulande gerade erst in den Startlöchern steht und mit SAP und der Dt. Bank die ersten Unternehmen ihre Bücher geöffnet haben, haben doch bereits die ersten Unternehmen vorläufige Ergebnisse vorgestellt. Zudem konnten einige Unternehmen neue Aufträge an Land ziehen.
DWS beendet Rekordjahr; (B+):
Die Dt. Bank-Fondstochter hat das Geschäftsjahr 2025 nach bisher untestierten Zahlen mit Bestmarken abgeschlossen. Das verwaltete Vermögen fuhr auf 1,09 (1,05) Mrd. € und die Erträge auf 3,16 (2,77) Mrd. € vor. Der Konzerngewinn kletterte dabei um ganze 43 % auf 927 Mio. €. Der vollständige Bericht wird am 12. März vorgestellt. Es ist jedoch bereits klar, dass den Aktionären auf der HV am 3. Juni eine Dividende in Höhe von 3,00 (2,20) € je Aktie vorgeschlagen werden soll. Zudem hat der Vorstand neue Mittelfristziele bis 2028 ausgegeben. Der Gewinn je Aktie soll jährlich um 10 bis 15 % zulegen, nach 4,64 € in 2025. Zusätzlich soll ein „substanzieller Teil des Überschusskapitals“, welches derzeit bei rund 1 Mrd. € liegt, für die Ausschüttung einer Sonderdividende in 2027 genutzt werden.
Steyr Motors stärkt internationale Aufstellung; (B+):
Der österreichische Motorenhersteller hat einen Entwicklungsauftrag von einem Kunden in Singapur erhalten. „Die Zusammenarbeit mit dem neuen Kunden hat einen ähnlichen Leuchtturmcharakter wie der vor rund einem Jahr geschlossene Entwicklungsauftrag mit der Rheinmetall Landsysteme GmbH. Dass der in Singapur ansässige Rüstungs- und Technologiekonzern auf unsere Expertise und Erfahrung setzt, bestätigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte und unseres Entwicklungsteams“, sagte CEO Julian Cassutti. Der nicht näher genannte Kunde entwickelt und produziert moderne Landfahrzeuge, Waffensysteme, Munitionslösungen sowie integrierte Mobilitäts- und Schutzsysteme für Sicherheitsbehörden und Streitkräfte, teilte Steyr mit. Konkret soll das Unternehmen für ein All-Terrain-Fahrzeug einen leistungsstarken 4-Zylinder-Fahrzeugmotor M14TCI-120 entwickeln und liefern. Das Management rechnet zudem mit einem langfristigen Absatzpotenzial für Steyr von mehr als 20 Mio. € bis 2030.
Wacker Chemie spürt Chemiekrise; (B+):
Ersten Berechnungen zufolge haben eine geringere Auslastung in allen Geschäftsbereichen, die anhaltend schwache Nachfrage und ungünstige Wechselkurse dem Chemieunternehmen im abgelaufenen Jahr die Bilanz verhagelt. Bei einem Umsatzrückgang auf 5,49 (5,72) Mrd. € gab das Ebitda auf 430 Mio. € nach. Im Vorjahr standen hier noch 744 Mio. € in den Büchern. Belastet wurde das Ergebnis zusätzlich von einer Rückstellung in Höhe von rund 100 Mio. € für das laufende Kostenprojekt PACE. Sowohl das Ebit mit –180 (271) Mio. € als auch das Jahresergebnis mit –800 (261) Mio. € dürften zudem in den roten Zahlen landen. Der Konzern musste zusätzliche Wertberichtigungen, unter anderem an der Siltronic AG vornehmen. Diese summierten sich voraussichtlich auf 600 Mio. €. Gemeinsam mit dem testierten Geschäftsbericht am 11. März will der Vorstand auch eine Prognose für das laufende Jahr ausgeben.
Seven Principles erwartet bessere Ergebnisse; (B):
Das IT-Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen rechnet für das Geschäftsjahr 2025 mit besseren Ergebnissen als bisher prognostiziert. Ersten Berechnungen zufolge dürfte der Umsatz in 2025 zwar eher das mittlere bis untere Ende der Spanne von 58,0 bis 63,0 Mio. € erreichen, das Ebitda wird indes bei 2,1 bis 2,3 Mio. € anvisiert. Bisher standen hier 0,5 bis 1,5 Mio. € auf dem Plan. Auch das Ebit dürfte mit 1,7 bis 1,8 Mio. € höher ausfallen als die bisher in Aussicht gestellten „unter 1,0 Mio. €“. In 2024 setzte das Unternehmen 66,2 Mio. € um und erreichte ein Ebitda von 2,3 Mio. €. Das Ebit landete bei 1,6 Mio. €.
Cherry verfehlt Prognose; (C):
Nach vorläufigen Berechnungen hat der Hersteller von Computertastaturen die zuletzt angepasste Prognose für die Ergebnisse 2025 nicht erreicht. Der Umsatz sank demnach im vergangenen Jahr um 15 % auf 94,3 Mio. €. Allerdings hatte das Management hier zuletzt 100,0 bis 115,0 Mio. € in Aussicht gestellt. Allen voran die Veräußerung des Geschäftsbereichs Hygienetastaturen und der Aufschub in der Telematikin-frastruktur von Seiten der Bundesregierung sorgten für den Rückgang. Die bereinigte Ebitda-Marge rutschte in 2025 zudem von –6,3 auf –10,4 % ab. Hier war ein hoher einstelliger negativer Bereich erwartet worden. Aufgrund des unter den Erwartungen liegenden Jahresergebnisses rechnet der Vorstand zudem wie im Vorjahr mit Wertberichtigungen auf Vermögenswerte des Anlage- und Umlaufvermögens.
Mister Spex erreicht Prognose; (B–):
Der Brillenhersteller musste ersten Berechnungen zufolge in 2025 einen Umsatzrückgang von 18 % auf 178,0 Mio. € verzeichnen. Damit wurde die Prognose eines Minus von 10 bis 20 % eingehalten. Auch die Ebit-Marge, die seit 2025 die Ebitda-Marge als wichtige Kennziffer abgelöst hat, wird im Rahmen der Erwartungen von –5 bis –15 % landen. Allerdings dürfte hier lediglich das untere Ende der in Aussicht gestellten Spanne erreicht werden. Der Fokus des Managements lag im vergangenen Jahr auf die Umsetzung von Anpassungen im Instore-Portfolio sowie der konsequenten Reduzierung von Rabatt-Aktionen. Für den 26. März ist der testierte Geschäftsbericht angekündigt, dann dürfte auch ein Ausblick für das angelaufene Jahr folgen.