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Neues vom deutschen Übernahmemarkt

Im Übernahmekampf um die Commerzbank kehrt keine Ruhe ein. Die Bundesregierung drängt Medienberichten zufolge auf Zugeständnisse der italienischen Großbank UniCredit. Bei Centrotherm schien der Großaktionär kurz vor dem Ziel, kleine Hindernisse gibt es dennoch. 

  • In die Übernahme der Commerzbank durch die italienische UniCredit kommt immer mehr Bewegung. Berichten zufolge drängt die Bundesregierung auf Zusagen der Italiener für eine gemeinsam abgestimmte Übernahme des DAX-Konzerns. 
    Nach dem jüngsten Treffen von Finanzminister Lars Klingbeil mit UniCredit-Chef Andrea Orcel habe die Regierung den Eindruck gehabt, dass eine gemeinsame Basis gefunden werden kann. Orcel habe signalisiert, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibe und das Mittelstandsgeschäft ausgebaut werde. Damit würde eine solide Basis geschaffen, um noch offene Fragen zu klären. 
    Orcel arbeitet Medienberichten zufolge daran, in den kommenden Monaten die Kontrolle über die Commerzbank zu übernehmen. Sobald die nötigen Genehmigungen zur Übernahme des Frankfurter Geldinstituts vorlägen, will er eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen. Der Bund hält noch knapp 13 % an der Commerzbank, die UniCredit mittlerweile rund 50 %. Der Bund will sich erst von seiner Beteiligung trennen, wenn die Commerzbank stabilisiert ist.  
     

  • Die kurz vor der endgültigen Übernahme durch die Centrotherm AcquiCo AG stehende Centrotherm hat im 1. Halbjahr 2026 mit 78,9 (106,4) Mio. € weniger umgesetzt. Das Ebitda sackte auf 4,84 (14,72) Mio. € ab und unterm Strich stand mit 2,25 (9,87) Mio. € ebenfalls weniger in den Büchern. Die Hauptaktionärin hält inzwischen 90 % der Anteile an dem Dienstleister für die Solar- und Halbleiterbranche und bietet den verbliebenen Aktionären 8,74 € je Aktie. Auf der HV am 30. Juni wurde der verschmelzungsrechtliche Squeeze-out beschlossen – allerdings wurden in der darauffolgenden Anfechtungsfrist Klagen zu diesem Beschluss eingereicht. Wann die vollständige Übernahme nun abgeschlossen werden kann, ist bisher nicht bekannt.
     

  • Der chinesische Online-Händler JD.com scheint derweil bei Ceconomy kurz vor dem Ziel zu sein. Medienberichten zufolge will die EU-Kommission nach eingehender Prüfung sowie neuen Zugeständnissen dem Deal grünes Licht geben. Die endgültige Entscheidung der Brüsseler Behörde ist für den 4. November angekündigt. Auch die zuständigen Behörden in Österreich prüfen die geplante Transaktion derzeit. Es kam die Befürchtung auf, dass JD.com die Übernahme mithilfe von Subventionen der chinesischen Behörden stemmen will. Um die Bedenken auszuräumen hat der Konzern Insidern zufolge unter anderem angeboten, Ceconomy zu marktüblichen Konditionen Zugang zu seiner europäischen Logistik- und Technologieinfrastruktur zu gewähren.