Langsam aber sicher kommt die Berichtssaison hierzulande in Gang – in den USA findet sie derweil langsam aber sicher ihren Höhepunkt. Auch in den vergangenen Tagen haben einige Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Dabei gab es einige Überraschungen und bereits erste Ausblicke auf das laufende Jahr – auch wenn viele Ergebnisse zunächst vorläufig sind.
Mensch und Maschine steigert Dividende; (A–):
Die Umstellung von Wiederverkauf auf das Provisionsgeschäft hat dem Software- und IT-Unternehmen MuM in 2025 nach vorläufigen Berechnungen einen Umsatzrückgang von 27 % auf 238,5 Mio. € eingebrockt (Bericht: 17. März). Nichtsdestotrotz konnte das Ebit um 5,7 % auf 49,1 Mio. € gesteigert werden. Nach Anteilen Dritter stand ein Gewinn von 31,7 (30,5) Mio. € in den Büchern. Die Aktionäre sollen an dem Gewinnanstieg beteiligt werden und eine Dividende von 2,00 (1,85) € je Aktie erhalten. Der genaue HV-Termin wird noch bekanntgegeben.
Douglas bestätigt Ziele; (B):
In den ersten 3 Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende September) hat die Parfümeriekette zwar im E-Commerce-Geschäft eine höhere Nachfrage verbucht, die Kunden sind jedoch insgesamt deutlich zurückhaltender geworden. Während der Umsatz insgesamt leicht auf 1,67 (1,65) Mrd. € zulegte, gab das bereinigte Ebitda auf 333,7 (353,5) Mio. € nach. Vor allem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden sei die Kaufzurückhaltung zu spüren gewesen. Mit einem Nettogewinn von 144,8 (163,0) Mio. € verdiente Douglas ebenfalls weniger. Im Gesamtjahr soll der Umsatz weiterhin in der Größenordnung von 4,65 bis 4,80 (4,58) Mrd. € landen. Die bereinigte Ebitda-Marge soll bei rund 16,5
(16,8) % landen.
mVise mit Licht und Schatten; (B):
Ersten Berechnungen zufolge sank der Umsatz des IT-Dienstleisters in 2025 auf 5,5 (9,3) Mio. €. In Zukunft will sich mVise von einem IT-Serviceanbieter zu einem Softwareentwickler wandeln. Das Ebitda konnte unterdessen auf 1,30 (1,13) Mio. € ausgebaut werden. Der Geschäftsbericht ist für Mai angekündigt, ein genaues Datum gibt es jedoch noch nicht. Für 2026 rechnet der Vorstand jedoch mit einem Ebitda von 1,5 Mio. €.
Wacker Neuson Umsatzziel erreicht; (A–):
Nach bisher untestierten Zahlen hat der Baumaschinenhersteller in 2025 mit Erlösen von 2,22 (2,24) Mrd. € die Mitte der Prognosespanne von 2,15 bis 2,25 Mrd. € erreicht (Zahlenwerk: 26. März). Das Ebit landete nach Einmaleffekten bei etwa 132 (123) Mio. € und die entsprechende Marge bei 6,0 (5,5) %. Damit wurde die anvisierte Spanne von 6,5 bis 6,8 % allerdings verfehlt. Als Ursache nannte der Konzern Einmaleffekte im Q4. Darunter waren auch zusätzliche Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit den inzwischen gescheiterten Übernahmegesprächen mit der Doosan Bobcat Inc., sowie einmalige Wertminderungen auf kurz- und langfristige Vermögenswerte. Ohne diese Effekte hätte die Ebit-Marge 6,5 % erreicht.
Nucera sieht rot; (B–):
Die Wasserstofftochter von Thyssenkrupp litt in den ersten 3 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende September) unter Projektverschiebungen und weniger Neubestellungen. Der Auftragseingang verlor um 21 % auf 75 Mio. €. Mit 147 Mio. € setzte der Konzern zudem ganze 44 % weniger um. Das Ebit rauschte mit –4 (8) Mio. € in die roten Zahlen, ebenso wie das Ergebnis nach Steuern, das auf –3 (9) Mio. € nachgab. Auf Jahressicht rechnet das Management mit einem Rückgang der Erlöse auf 500 bis 600 (845) Mio. €. Das Ebit soll im besten Fall ausgeglichen sein oder mit –30 (2) Mio. € sogar in die Verlustzone fallen.
Carl Zeiss Meditec sieht rot; (B+):
In den ersten 3 Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende September) bekam der Medizintechnikkonzern neben den negativen Währungseffekten auch eine schwache Nachfrage im China-Geschäft zu spüren. Während der Umsatz auf 467,0 (490,5) Mio. € nachgab, rutschte das Ebita auf 8,1 (35,2) Mio. € ab. Unterm Strich sackte das Ergebnis mit –5,7 (14,9) Mio. € sogar in die roten Zahlen. Bis spätestens Mai will der Vorstand eine neue Guidance für das Gesamtjahr ausgeben.
KWS Saat passt Prognose an; (B+):
Trotz Fortschritten im Rapsgeschäft und im Bereich Gemüsesaatgut musste KWS Saat von Juli bis Ende Dezember einen Umsatzrückgang auf 411,3 (417,2) Mio. € verbuchen. Ohne Währungs- und Portfolioeffekte konnte indes mit 0,8 % ein kleines Plus verbucht werden. Beim Ebitda konnte der Verlust auf –49,0 (–65,9) Mio. € eingedämmt werden und nach Steuern reduzierte sich das Minus ebenfalls auf –63,8 (–114,7) Mio. €. Hier machte sich auch ein positiver Einmaleffekt aus der Veräußerung von Lizenzen bemerkbar. „Aufgrund der veränderten globalen Anbauflächen passen wir unsere Umsatzprognose an, während unsere Ergebnisprognose unverändert bleibt“, so CFO Dr. Jörn Andreas. Es wird nun mit einem vergleichbaren Umsatz (bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte) auf Vorjahresniveau gerechnet, anstatt mit einem Plus von 3 %. Die Ebitda-Marge soll in der Bandbreite von 19 bis 21 % landen.
Berentzen im Rahmen der Prognose; (B+):
Der Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr ist zwar erst für den 26. März angekündigt, es ist jedoch schon klar, dass sich die Ergebnisse im Rahmen der ausgegebenen Prognose entwickelt haben. Demnach setzte der Getränkehersteller 162,0 (181,9) Mio. € um. Das Ebit gab auf 8,5 (10,6) Mio. € und das Ebitda auf 17,1 (19,3) Mio. € nach. Hier lautete die Guidance 8,0 bis 9,5 Mio. € bzw. 16,9 bis 18,4 Mio. €. Vor allem die schwache Entwicklung im Segment Spirituosen hatte das Unternehmen belastet.
HomeToGo mit vorläufigen Zahlen; (B–):
Auf Pro-forma-Basis, also unter der Annahme, dass die im vergangenen Jahr übernommene Interhome bereits seit dem 01. Januar 2025 zum Unternehmen gehörte, hat der Ferienwohnungs-Anbieter im vergangenen Jahr 393,0 bis 395,0 (383,3) Mio. € umgesetzt. Das bereinigte Ebitda soll zwischen 41,0 und 42,0 (32,8) Mio. € landen. Damit würde die ausgegebene Prognose von 40 Mio. € übertroffen werden. „2025 war ein Meilenstein in der Geschichte von HomeToGo. Mit der erfolgreichen Akquisition von Interhome haben wir eine neue Größenordnung erreicht und dabei die Integration als auch die Hebung von Synergien schneller als geplant verwirklicht“, sagte Mitgründer und CEO Dr. Patrick Andrae. Eine Prognose für 2026 wird mit den endgültigen Ergebnissen 2025 am 19. März erwartet.
NAGA Group meldet Ergebnisrückgang; (B–):
Das FinTech-Unternehmen hat vorläufigen Berechnungen zufolge in 2025 Erlöse von 62,4 (63,2) Mio. € erzielt. Das Ebitda sank indes deutlich auf 3,3 (9,0) Mio. €. Grund hierfür soll die auf Jahressicht geringe Volatilität der Märkte sein. Für 2026 wird das Unternehmen zuversichtlicher und erwartet bei Umsätzen von 68 bis 75 Mio. € ein Ebitda zwischen 10 und 15 Mio. €. Einen konkreten Termin für den Geschäftsbericht 2025 gibt es indes noch nicht.