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Neuigkeiten vom Übernahmemarkt

In den vergangenen Tagen kam Bewegung in den Übernahmemarkt und gleich mehrere Meldungen überraschten die Anleger und Investoren. Während LEG Immobilien überraschend einen neuen Großaktionär bekam, macht der schwedische Finanzinvestor EQT Ernst bei dem DAX-Konzern Qiagen. 

Der Wohnimmobilien-Investor Grand City Properties ist überraschend bei dem größeren Konkurrenten LEG Immobilien eingestiegen. Das Unternehmen halte inzwischen 20,04 % an dem Düsseldorfer Konzern und ist damit direkt zum größten Anteilseigner aufgestiegen. Allerdings muss das Kartellamt dem Anteilskauf noch zustimmen. Das erworbene Aktienpaket hat einen rechnerischen Wert von über 700 Mio. € und Grand City Properties könnte die Beteiligung noch auf 29,9 % aufstocken. Ob dieser Schritt folgt, hält sich der Investor jedoch offen – auch ein vollständiger Ausstieg zu einem späteren Zeitpunkt sei möglich. Über Grand Citiy Properties wird auch Aroundtown Anteilseigner bei LEG, da der Konzern wiederum mit 63 % an den Luxemburgern beteiligt ist. 

Nun ist es offiziell: Der schwedische Finanzinvestor EQT will den Diagnostik-Spezialisten Qiagen übernehmen. Das angekündigte Angebot bewerte den DAX-Konzern mit 10,8 Mrd. € einschließlich Schulden. Damit soll EQT eine Offerte des US-Rivalen KKR ausgestochen haben, hieß es aus Insiderkreisen. EQT bietet 46,50 € je Aktie und will sich über 50 % der Anteile sichern. Nach der Übernahme soll das Unternehmen von der Börse genommen werden. „Als privates Unternehmen können wir schneller handeln und haben mehr Spielraum, unsere Ressourcen dort einzusetzen, wo sie unsere langfristige Strategie am besten ergänzen“, erklärte der neue Qiagen-Chef Jonathan Pratt. Bereits 2020 war die damals rund 11,3 Mrd. € schwere Akquisition durch Thermo Fisher am Widerstand der Aktionäre gescheitert, weil sie die Offerte angesichts der boomenden Nachfrage nach Corona-Tests als zu niedrig ablehnten.

Der vor der Übernahme durch Uber stehende Essenslieferdienst Delivery Hero hat von der Taiwanesischen Wettbewerbsbehörde TFTC nicht die Freigabe für den Verkauf des Foodpanda-Geschäfts in Taiwan erhalten. Diesen, an A2G Holdings, hatte der Konzern bereits im März angekündigt. In Bezug auf die nun zunächst erneut geplatzte geplante Transaktion mit Grab teilte Delivery Hero mit, „das Recht auf Einlegung eines Rechtsmittels“ bleibe „von der Entscheidung der TFTC unberührt“. Auch habe der Konzern „angemessene Transaktionsschutzmaßnahmen vereinbart“, die bestimmten Bedingungen unterliegen, darunter eine Break-Fee-Vereinbarung. 

Steyr Motors hat mit der SMOT Acquisition GmbH, einer Tochter der Red Cat Holdings, eine Zusammenschlussvereinbarung geschlossen. Den Aktionären des Spezialmotorenherstellers werden 39,00 € je Aktie geboten und die Mindestannahmeschwelle liegt bei 50 % plus eine Aktie. Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen die Annahme des Angebots. Der Großaktionär B&C Holding Österreich GmbH (15 %) hat sich bereits verpflichtet, dass Angebot anzunehmen. Derweil hat Steyr Motors bekannt gegeben, dass im 3. Quartal der Umsatz um 11,2 % auf 12,5 Mio. € vorfuhr. Das bereinigte Ebit konnte sich auf 1,4 (0,9) Mio. € verbessern. Für 2026 steht weiterhin ein Erlöseplus von 15 bis 25 % auf dem Kurszettel (2025: 48,5 Mio. €). Die bereinigte Ebit-Marge soll zwischen 8 und 12 (Vj.: 14,5) % landen.  

Die Bulgarische Finanzaufsichtsbehörde FSC hat im Rahmen der Übernahme der Shelly Group durch eine Gesellschaft von Schneider Electric (SE 2026) das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot geprüft und Änderungen bzw. weitere Angaben gefordert. Konkret müssen Angaben im Angebotsdokument sowie dessen Anlagen ergänzt und präzisiert werden. Die geforderten Änderungen betreffen zusätzliche Informationen und Klarstellungen, die von der Bieterseite zu liefern sind. Auf die wesentlichen Angebotsbedingungen inklusive des Preises habe diese Forderung aber keinen Einfluss. Nun hat Schneider Electric 20 Tage Zeit, Änderungen vorzunehmen und das geänderte Dokument nochmals bei der FSC einzureichen. Wie bereits bekannt bieten die Franzosen 70,00 € je Shelly-Aktie.   

Der Chemieriese BASF will sein Angebot für den Essener Konkurrenten Evonik derweil scheinbar nochmals nachbessern. BASF habe dem Evonik-Vorstand eine Offerte über 24,00 € je Aktie unterbreitet und hoffe, dass dieser nun in Verhandlungen über eine Übernahme einsteige, sagte eine Person aus dem Umfeld des DAX-Konzerns. Auf Basis des vorherigen Gebots über 22,15 € je Aktie hatte das kleinere Spezialchemieunternehmen Verhandlungen abgelehnt. Derweil soll Evonik selbst die Fühler ausstrecken. Medienberichten zufolge prüft das Essener Unternehmen seit Monaten die Übernahme des US-Konzerns Ashland. Der Börsenwert der Amerikaner liegt derzeit bei rund 3,# Mrd. $ – ob ein Zukauf nach wie vor im Raum steht, ist derzeit unklar.

Auch wenn das ursprüngliche Übernahmeangebot der Fraser Group für Hugo Boss als zu niedrig eingestuft wurde und die Briten über dieses nicht die Mehrheit über den Modekonzern erlangten, hat die Fraser Group inzwischen ihre Beteiligung auf 50,08 % aufgestockt. Über Finanzinstrumente sollen die Briten weitere 21,87 % an Hugo Boss halten.