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Neuigkeiten von der Heimatbörse

Die Berichtssaison hierzulande nähert sich langsam aber sicher ihrem Höhepunkt. Dabei sorgten die Quartalsberichte für Kursausschläge in die eine oder andere Richtung. Zudem hatten einige Unternehmen eine Prognosenpassung für die letzten 3 Monate im Gepäck. 

SAF-Holland spürt Zölle; (A–):

Ein schwächelndes Neugeschäft sowie die US-Zölle haben dem Lkw-Zulieferer in den ersten 9 Monaten die Bilanz verhagelt. Bei Erlösen von 1,31 (1,45) 
Mrd. € gab das Ebit auf 99,3 (126,7) Mio. € nach. Auf die Anteilseigner entfiel ein Gewinn in Höhe von 37,9 (59,6) Mio. €. Für 2025 hat der Vorstand zudem die Umsatzprognose konkretisiert und erwartet nun 1,70 bis 1,75 (Vj.: 1,88) 
Mrd. €. Bisher wurden rund 1,80 Mrd. € in Aussicht gestellt. Die Ebit-Marge soll sich weiterhin bei rund 9,3 (Vj.: 8,6) % einfinden. 

Delivery Hero auf Kurs; (A–):

Der Essenslieferdienst sieht sich auf Kurs bei den Jahreszielen (vgl. ES 36/25). Im 3. Quartal zeigte sich der Bruttowarenwert (GMV) mit 12,2 (12,3) Mrd. € stabil. Der Umsatz legte indes auf 3,74 (3,23) Mrd. € zu. Weitere Ergebniskennziffern gibt der Konzern traditionell zum Q3 nicht aus. 

KSB setzt Wachstum fort; (B+):

Der Pumpen- und Armaturenhersteller sieht sich auch nach den ersten 9 Monaten auf Kurs, ein Rekordjahr zu erreichen und hat die Ziele nochmals bekräftigt (vgl. ES 32/25). Von Januar bis September legte der Auftragseingang auf 2,45 (2,38) Mrd. € zu. Mit 2,23 (2,17) Mrd. € konnte zudem mehr umgesetzt werden. Die Kosten für die Einführung von SAP S/4HANA haben indes das Ebit auf 186,3 (188,8) Mio. € gedrückt. Um diese Kosten bereinigt lag das Ebit indes über dem Vorjahreswert. Weitere Ergebniskennziffern gab der Konzern indes nicht aus.

Viscom reduziert Verlust; (B+):

Der Inspektionsspezialist bekam von Januar bis September die schleppende Transformation der Automobilindustrie sowie Überkapazitäten in der Elektronikfertigung zu spüren. Der Umsatz sank auf 56,8 (63,2) Mio. €. Das Ebit verbesserte sich zwar, blieb jedoch mit –1,77 (–5,91) Mio. € in der Verlustzone. Auch der Nettoverlust konnte auf –2,31 (–4,95) Mio. € eingedämmt werden. An der Jahresprognose hält das Management fest und erwartet einen Umsatz von 80,0–90,0 (84,1) 
Mio. € sowie ein Ebit zwischen 1,6 und 4,5 (–11,8) Mio. €.

Cancom verdient weniger; (B+):

In den 9 Monaten bis Ende September belastete die weiterhin schwierige wirtschaftliche Lage in der DACH-Region das Geschäft des IT-Dienstleisters. Der Umsatz sank auf 1,2 (1,3) Mrd. €, das Ebitda rutschte ebenfalls auf 63,9 (86,5)Mio. € und unter dem Strich verdiente der Konzern mit 10,3 (26,5) Mio. € deutlich weniger. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern einen Umsatz von 1,65–1,75 (1,74) Mrd. € und ein Ebitda von 100,0–110,0 (113,0) Mio. € in Aussicht. 

Einhell trotzt Gegenwind; (A–):

Dem Hersteller von Produkten für Heimwerker und Gartenarbeit ist es im ersten Dreivierteljahr gelungen, sich der insgesamt spürbaren Marktunsicherheiten zu entziehen. Vor allem die Region Westeuropa erwies sich als Wachstumstreiber und schob den Umsatz auf 897,7 (839,3) Mio. € an. Das Ebit konnte auf 88,4 (76,4) Mio. € ausgebaut werden, und auf die Aktionäre entfiel ein Gewinn von 59,6 (50,4) Mio. €. Für 2025 wird inzwischen das obere Ende der in Aussicht gestellten Guidance erwartet (vgl. ES 35/25). 

PWO mit Rückgang; (B–):

Aufgund des herausfordernden Automobilmarktes schrumpfte der Umsatz des Zulieferers im Neunmonatszeitraum 2025 auf 403,4 (421,2) 
Mio. €. Das Ebit vor Währungseffekten verringerte sich ebenfalls auf 21,8 (22,1) Mio. € und das Konzernergebnis ging auf 8,7 (9,7) Mio. € zurück. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen weiterhin einen Umsatz von 500,0–510,0 (555,1) Mio. € sowie ein Ebit vor Währungseffekten zwischen 23,0 und 28,0 (30,0) Mio. € an.

Aumann bestätigt Ziele; (B+):

Auch auf 9-Monatssicht hat der Hersteller von Automatisierungslösungen und Robotikanwendungen die Schwäche vor allem in der Automobilindustrie zu spüren bekommen. Der Umsatz fiel von Januar bis September auf 157,7 (233,1) Mio. € zurück. Das Ebitda verlor auf 18,3 (25,2) Mio. €. Unterm Strich stand ein Gewinn von 10,3 (15,6) 
Mio. € in den Büchern. Kosteneinsparungen machten sich zwar positiv bemerkbar, konnten die Schwäche im wirtschaftlichen Umfeld jedoch nicht abfangen. An der Prognose für das Gesamtjahr wurde jedoch nicht geschraubt (vgl. ES 35/25). Zudem will der Konzern sämtliche derzeit 1,4 
Mio. eigene Aktien zum Zwecke einer Kapitalherabsetzung einziehen. 

Grenke wird vorsichtiger; (B):

Auch wenn das Leasing-Neugeschäft in den ersten 9 Monaten auf 2,4 (2,2) 
Mrd. € vorfuhr, setzte das operative Ergebnis auf 67,1 (76,3) Mio. € zurück. Der Gewinn verlor derweil auf 48,58 (56,98) Mio. €. Auch auf Jahressicht wird der Leasinganbieter vorsichtiger: Das Neugeschäft soll zwar weiterhin bei 3,2 bis 3,4 (Vj.: 3,1) Mrd. € landen, beim Gewinn wird inzwischen jedoch das untere Ende der in Aussicht gestellten Spanne von 71,0 bis 81,0 (2024: 70,2) 
Mio. € erwartet. 

TUI weiter auf Wachstumskurs; (A–):

Ersten Berechnungen zufolge hob der Umsatz des Reiseveranstalters im Geschäftsjahr 2024/25 (per Ende September) zu konstanten Wechselkursen um 4,4 % auf 24,2 Mrd. € ab (Bericht: 
10. Dezember). Die Ergebnisse wurden vor allem von einer starken Entwicklung in den Segmenten Hotels & Resorts sowie Kreuzfahrten getragen. Das bereinigte Ebit erreichte 1,5 (1,3) Mrd. €.

ElringKlinger  Transformation läuft; (A–):

Der Autozulieferer setzt die Transformationsstrategie SHAPE30 weiter konsequent um. Daraus abgeleitete Maßnahmen sollen die Effizienz im Konzern erhöhen. In den ersten 9 Monaten setzte das Unternehmen mit 1,23 (1,35) Mrd. € weniger um. Allerdings wurden hier im Vorjahreszeitraum zwei inzwischen veräußerte Konzerngesellschaften in der Schweiz und den USA berücksichtigt. Das bereinigte Ebit sank auf 65,9 (69,5) Mio. €. Nach Anteilen Dritter konnte der Verlust immerhin auf –15,7 (–36,9) Mio. € eingedämmt werden.

Knaus Tabbert  sieht rot; (B):

Geringere Auslieferungen und Produktionsunterbrechungen haben dem Hersteller von Wohnmobilen in den ersten drei Quartalen die Bilanz verhagelt. Bei einem Umsatzrückgang auf 761,5 (897,2) Mio. € brach das bereinigte Ebitda auf 19,8 (42,9) Mio. € ein. Unterm Strich rutschte Knaus Tabbert mit –19,5 (2,6) Mio. € sogar in den roten Bereich ab. Aufgrund kurzfristig aufgetretener Lieferverschiebungen eines Lieferanten prüft das Unternehmen derzeit die finanziellen Auswirkungen. Es ist jedoch bereits klar, dass bei der in Aussicht gestellten bereinigten Ebitda-Marge wahrscheinlich höchstens das untere Ende der Spanne von 3,2 bis 4,2 (Vj.: 2,6) % erreicht wird. Der Umsaz soll sich vorerst jedoch weiterhin bei 1,0 (1,1) Mrd. € einfinden.   

Gesco  senkt Ausblick; (B):

In den ersten 9 Monaten verbuchte die Industrieholding einen Umsatzrückgang auf 364,7 (382,9) Mio. €. Konsolidierungseffekte schoben das Ebitda indes auf 28,2 (26,5) Mio. € und nach Anteilen Dritter stand mit 8,3 (5,4) Mio. € ebenfalls mehr in den Büchern. Aufgrund der sich abzeichnenden Projektverschiebungen ins nächste Jahr hat das Management die Ziele für das Geschäftsjahr 2025 gekürzt: Beim Umsatz werden nun 480 bis 500 (zuvor: 485–515) Mio. € anvisiert. Das Konzernergebnis nach Anteilen Dritter soll sich zwischen 9 und 12 (bisher: 13–17) Mio. € einfinden.

Indus Holding  besser; (B+):

Mit 437,4 (443,1) Mio. € fiel der Umsatz der Beteiligungsholding im 3. Quartal zwar geringer aus, das bereinigte Ebita fuhr jedoch auf 48,1 (43,7) Mio. € vor. Geringere Abwertungen im Vergleich zum Vorjahr schoben den Gewinn nach Steuern auf 33,3 (17,9) Mio. € an. Für 2025 stehen weiterhin Erlöse von 1,70 bis 1,80 (Vj.: 1,72) Mrd. € auf dem Plan. Das bereinigte Ebita soll sich bei 130 bis 165 (154) Mio. € einfinden.

Softing  weitet Verlust aus; (B):

Erst Anfang Oktober hatte das Softwareunternehmen die Ziele für das Gesamtjahr angepasst (vgl. ES 40/25) – nun wurden Ergebnisse für das 3. Quartal vorgelegt. Zwar waren leichte Erholungstendenzen spürbar, der Umsatz sank dennoch auf 66,3 (69,8) Mio. €. Das Ebit rutschte weiter auf –3,2 (–1,7) Mio. € ab und netto stand bei dem Konzern erneut ein Verlust von –3,2 (–2,8) Mio. € in den Büchern.

The Platform Group  stellt Ziele für 2030 vor; (B):

Der Plattformbetreiber hat seine „Vision 2030“ veröffentlicht. Bis dahin soll die Zahl der angeschlossenen Partner von derzeit 15.900 auf über 40.000 steigen. Beim Umsatz werden mindestens 3,0 (2024: 0,5) Mrd. € in Aussicht gestellt und das Bruttowarenvolumen (GMV) soll mindestens 4,5 (0,9) Mrd. € erreichen. In den ersten 9 Monaten legte das GMV auf 902,1 (608,4) Mio. € und der Umsatz auf 531,6 (371,2) Mio. € zu. Das bereinigte Ebitda fuhr auf 45,8 (24,6) Mio. € vor und der Nettogewinn landete bei 41,7 (25,5) Mio. €.