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Neuigkeiten von der Heimatbörse

Langsam aber sicher kommt die Berichtssaison hierzulande in Fahrt. Zuletzt öffneten einige Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe ihre Bücher – mit einigen Überraschungen. Hauptaugenmerk liegt zudem auf den Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. 

3U Holding mit ersten Ergebnissen; (B):

Ersten Berechnungen zufolge setzte das Beteiligungsunternehmen in 2025 mit 53,0 (55,7) Mio. € weniger um. Das Ebitda rutschte mit –3,7 (3,8) Mio. € in die Verlustzone (Bericht: 31. März). Für das laufende Jahr sollen sich die Erlöse zwischen 55 und 60 Mio. € einfinden, während das Ebitda mit 6,0 bis 8,0 Mio. € den Turnaround schaffen soll.  

KAP schwächer; (B):

Die im Geschäftsjahr 2025 eingeleiteten Effizienz- und Restrukturierungsmaßnahmen konnten die schwache Nachfrage vorläufigen Berechnungen zufolge nicht ausgleichen. Während der Umsatz auf 241,4 (252,5) Mio. € nachgab, sank das normalisierte Ebitda auf 20,0 (21,9) Mio. € (Bericht: 28. April). Vor dem Hintergrund der Entwicklung hat der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat eine umfassende Überprüfung sämtlicher Strukturen, operativer Prozesse und Maßnahmen eingeleitet. Ziel ist dabei, die nachhaltige Senkung der Kostenbasis sowie die operative Entwicklung zu stärken.

HelloFresh erwartet Umsatzrückgang; (B–):

Zwar macht der Konzernumbau bei dem Kochboxenversender Fortschritte, für 2025 muss das Unternehmen, wie bereits bekannt, jedoch einen Umsatzrückgang auf 6,76 (7,66) Mrd. € hinnehmen (vgl. ES 8/26). Unterm Strich konnte der Verlust jedoch immerhin auf –92,9 (–137,1) Mio. € eingedämmt werden. Für 2026 avisiert der Vorstand einen Umsatzrückgang zwischen 3 und 6 % zu konstanten Wechselkursen. Das bereinigte operative Ergebnis (AEbitda) soll zwischen 375 und 425 (422,8) Mio. € landen. 

Nucera passt Ausblick an; (B):

Da die Aufwendungen im Bereich Grüner Wasserstoff (gH2) höher ausfallen als bisher erwartet, blickt die Thyssenkrupp-Tochter vorsichtiger auf das laufende Geschäftsjahr. Auf Konzernebene peilt der Vorstand beim Umsatz nun 450 bis 550 (Vj.: 845/bisher: 500–600) Mio. € an. Beim Ebit wird nun mit –30 bis –80 (2) Mio. € ein deutliches Minus erwartet. Zuvor wurde im besten Fall ein ausgeglichenes Ergebnis in Aussicht gestellt. Ein Auftrag aus Spanien stimmt den Konzern jedoch positiver in Sachen Auftragseingang. Für das Energieunternehmen Moeve soll Nucera Elektrolyseure für Wasserstoffanlagen in Andalusien mit einer Kapazität von 300 MW liefern. Die Order hat ein Volumen im niedrigen dreistelligen Mio.-€-Bereich. Unter anderem aufgrund der Bestellung rechnet das Management auf Jahressicht mit einem Auftragseingang in der Bandbreite von 550 bis 850 (Vj.: 348/bisher: 350–900) Mio. €.   

TAG Immobilien verdient mehr; (A–):

Das Immobilienunternehmen profitierte in 2025 von höheren Mieteinnahmen, die auf 371,1 (360,2) Mio. € zulegten. Das FFO I (Funds from Operations) übertraf mit 181,0 (175,1) Mio. € zudem die eigenen Erwartungen von 174 bis 179 Mio. €. Das Konzernergebnis blieb mit 90,0 Mio. € indes hinter dem Vorjahreswert von 122,0 Mio. € zurück. Grund für den Gewinnrückgang sind höhere Aufwendungen aus nicht zahlungswirksamen latenten Steuern. Der HV am 20. Mai wird eine stabile Dividende von 0,40 € je Aktie vorgeschlagen – die Ausschüttung soll jedoch ab dem kommenden Jahr angehoben werden. Für 2026 steht ein FFO I zwischen 187 und 197 Mio. € auf dem Plan. Hiervon sollen ab 2026 50 (40) % an die Aktionäre verteilt werden.  

Rational fährt Dividende hoch; (B+):

Die bereits veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse hat der Großküchenausstatter nochmals bestätigt (vgl. ES 7/26). Bei einem Umsatz in 2025 von 1,26 (1,19) Mrd. € verdiente der Konzern nach Steuern mit 253,8 (250,5) Mio. € mehr. Den Aktionären soll auf der HV am 29. April eine auf 20,00 (15,00) € je Aktie angehobene Dividende vorgeschlagen werden. Die diesjährige Ausschüttung setzt sich aus 16,00 € Basis- und 4,00 € Zusatzdividende zusammen. Für 2026 rechnet der Vorstand mit einem Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.  

OHB erfolgreiches Jahr; (B):

Der Raumfahrtkonzern steigerte dank einer anhaltend hohen Nachfrage den Umsatz in 2025 auf 1,22 (1,00) Mrd. €. Das Ebitda konnte mit 114,8 (53,2) Mio. € sogar mehr als verdoppelt werden. Der Konzernüberschuss fuhr von 903 T€ im Vorjahr auf 50,1 Mio. € vor. Dank eines Rekordauftragsbestands von 3,19 (2,38) Mrd. € blickt das Management zuversichtlich auf das angelaufene Jahr: Die Ebitda-Marge soll sich bei rund 11,0 (9,2) % einfinden. Zudem können sich die Aktionäre über eine konstante Dividende von 0,60 € je Aktie freuen (HV: 24. Juni). Die Tochter OHB Schweden hat zudem einen Großauftrag im Wert von 248 Mio. € eingesammelt. Konkret geht es um die Entwicklung und den Bau von 20 Kleinsatelliten zur Beobachtung der Arktis.

Mensch und Maschine bestätigt vorl. Zahlen; (A–):

Die untestierten Ergebnisse für 2025 hat das Software- und IT-Unternehmen bestätigt (vgl. ES 8/26). Für das laufende Jahr wird mit einem Ebit zwischen 54,5 und 58,5 (49,1) Mio. € gerechnet. Der Gewinn je Aktie soll sich zwischen 2,11 und 2,26 (1,91) € einfinden und die Ausschüttung an die Anteilseigner auf 2,20 bis 2,40 (2,00) je Aktie steigen (HV: 12. Mai). 

Hermle meldet Licht und Schatten; (B+):

Zwar steigerte der Werkzeugmaschinen- und Automationsspezialist in 2025 ersten Berechnungen zufolge den Umsatz auf 492 (488) Mio. €, das Ebit sank jedoch auf 69 (85) Mio. €. Grund hierfür waren höhere Energiepreise und negative Währungseffekte. Auch wenn das finale Zahlenwerk erst für Ende April angekündigt ist, hat der Vorstand schon einen Dividendenvorschlag veröffentlicht. Auf der HV am 
1. Juli sollen 9,50 (11,00) € je St.-Aktie und 9,55 (11,05) € je Vz.-Aktie vorgeschlagen werden. 

SGL Carbon Restrukturierung belastet; (B+):

Die Neuaufstellung des Geschäftsbereichs Carbon Fibers hat dem Graphit-Spezialisten in 2025 einen Erlöserückgang von 17,2 % auf 850,2 
Mio. € eingebrockt. Das bereinigte Ebitda gab auf 135,0 (162,9) Mio. € nach und unterm Strich verharrte das Unternehmen mit –79,2 (–80,3) Mio. € weiterhin in den roten Zahlen. Für 2026 stehen ein Umsatzrückgang auf 720 bis 770 Mio. € sowie ein bereinigtes Ebitda in der Spanne von 110 bis 130 Mio. € auf dem Plan. 

ProCredit kürzt Ausschüttung; (B):

In 2025 erzielte die vor allem in Südost- und Osteuropa tätige Bankengruppe einen Zinsüberschuss von 353,0 (358,2) Mio. €. Das Konzernergebnis gab auf 83,5 (104,3) Mio. € nach. Aufgrund des Gewinnrückgangs sollen die Aktionäre eine Dividende von 0,47 (0,59) € je Anteilsschein erhalten (HV: 3. Juni). Für 2026 werden Ergebnisse auf Vorjahresniveau erwartet.