In den USA nimmt die Berichtssaison Fahrt auf und während es hierzulande erst in ein paar Tagen richtig losgeht, haben einige Unternehmen bereits vorläufige Ergebnisse vorgestellt. Im Zuge dieser Veröffentlichung hat das eine oder andere Unternehmen zudem die Ziele für das laufende Jahr angepasst.
Heidelberg Pharma sieht weiter rot; (B–):
Meilensteinzahlungen und Materialverkäufe haben dem Biotech- und Pharmaunternehmen einen Verlustrückgang beschert. Bei den Umsätzen und Erträgen verbuchte der Konzern zwischen Anfang Dezember und Ende Mai einen Anstieg von 5,0 auf 9,2 Mio. €. Der Nettoverlust verharrte indes mit –3,4 Mio. € weiterhin im roten Bereich, wobei das Minus im Vergleichszeitraum mit –12,6 Mio. € noch deutlich höher ausfiel. Auf Basis der aktuellen Planung ist die Finanzierung des Unternehmens bis Mitte 2027 gesichert. Für das Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende November) wird mit Erlösen und Erträgen zwischen 11,0 und 15,0 (6,9) Mio. € gerechnet.
Cherry erneut schwächer; (C):
Nachdem der Tastaturenhersteller im vergangenen Jahr vom Verkauf seines Geschäfts mit Hygiene-Peripheriegeräten (Computerzubehör wie Tastaturen und Mäuse für Umgebungen mit hohen Sauberkeitsanforderungen) profitierte, fallen die vorläufigen Ergebnisse für das 1. Halbjahr gemischt aus. Hinzu kommt, dass die Prüfung des Konzern- und Jahresabschlusses 2025 noch nicht abgeschlossen ist, weshalb der vollständige Bericht für die ersten 6 Monate nicht wie geplant am 13. August veröffentlicht werden kann. Einen neuen Termin gibt es noch nicht. Zwischen Januar und Juni setzte das Unternehmen untestierten Zahlen zufolge 40,0 Mio. € um. Im Vorjahreszeitraum standen 45,5 Mio. € ohne Berücksichtigung des verkauften Bereichs „Active Key“. Das bereinigte Ebitda hielt sich mit –4,0 Mio. € derweil weiter im Verlustbereich, nach –10,5 Mio. € im Vergleichszeitraum.
Circus kappt Prognose drastisch; (B):
Das Robotikunternehmen hat seine Ziele für das laufende Jahr drastisch zusammengestrichen. Als Grund nannte das Management, dass es den Fokus auf die Wirtschaftlichkeit der Technologie legen und den Weg zu profitablem Wachstum beschleunigen will. Die Anpassung spiegele zudem eine Verschiebung von ursprünglich für das 2. Halbjahr 2026 geplanten Systemeinführungen in das Geschäftsjahr 2027 wider. In 2026 will sich das Unternehmen nun auf ausgewählte Kundenauslieferungen mit hohem Wachstumspotenzial in den Bereichen Gemeinschaftsverpflegung und Verteidigung konzentrieren, einschließlich des Markteintritts in der Ukraine. Daher wird für das laufende Jahr mit Erlösen von 5,2 (Vj.: 1,6) Mio. € gerechnet. Bisher lag die Spanne bei 44 bis 55 Mio. €. Beim Ebitda werden nun –17,0 Mio. € erwartet, nach –18,8 Mio. € im Vorjahr. Zuvor wurde ein Verlust auf –6 bis –8 Mio. € in Aussicht gestellt.
SMA Solar wird zuversichtlicher; (B):
Ersten Berechnungen zufolge hat der Wechselrichterhersteller im 2. Quartal zwar einen Umsatzrückgang auf 346 (357) Mio. € hinnehmen müssen, das Ebitda fiel jedoch mit 64,7 (–15,5) Mio. € deutlich besser aus (Bericht: 13. August). Grund für den Ebitda-Anstieg waren unter anderem die Rückerstattung rechtswidriger Zölle und aufgelöste Wertberichtigungen auf Vorräte. Für 2026 avisiert das Management inzwischen Erlöse zwischen 1,625 und 1,725 (Vj.: 1,52) Mrd. €. Bisher wurde das obere Drittel der Spanne von 1,475 bis 1,675 Mrd. € in Aussicht gestellt. Auch das Ebitda dürfte mit 180 bis 230 (Vj.: –65,4) Mio. € höher ausfallen. Hier standen bisher 50 bis 180 Mio. € auf der Agenda.
Berentzen kürzt Prognose; (B):
Die Nachfragezurückhaltung der Kunden und das damit einhergehende geringere Absatzvolumen haben dem Getränkehersteller vorläufigen Berechnungen zufolge im 1. Halbjahr einen Umsatzrückgang auf 71,0 (79,9) Mio. € eingebrockt. Das Ebit gab im Zuge dessen auf 0,6 (3,2) Mio. € nach. Der vollständige Bericht ist für den 13. August angekündigt. Auf Jahressicht wird der Vorstand derweil vorsichtiger. Für 2026 wird inzwischen mit Erlösen zwischen 151 und 156 (bisher: 163–173) Mio. € gerechnet, nach 162,9 Mio. € im Vorjahr. Das Ebit soll in der Spanne von 3,5 bis 5,0 (zuvor: 7–9) Mio. € landen. Hier standen im Geschäftsjahr 2025 noch 8,5 Mio. € in den Büchern.
Dt. Beteiligung (DBAG) wird vorsichtiger; (B):
Das Private Equity-Unternehmen blickt zurückhaltender auf das laufende Jahr. Grund ist das Umfeld höherer Zinsen und die schleppendere Entwicklung der Aktienmärkte. Der Nettovermögenswert je Aktie (NAV) wird nun zwischen 32,00 und 36,00 (Vj.: 36,37) € erwartet. Bisher standen 36,00 bis 40,00 € auf dem Plan. Das Fondsgeschäft dürfte sich indes besser entwickeln. Hier wird mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Firmenwerte (Ebita) zwischen 9 und 11 (bisher: 5–9) Mio. € gerechnet, nach 14,9 Mio. € in 2025. Zuletzt waren noch 5 und 9 Mio. € avisiert worden.
DataModul meldet gemischte Entwicklung; (B):
Auf Basis vorläufiger Berechnungen hat der Anbieter elektronischer Systeme das 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres mit einem Umsatzrückgang um 4,5 % auf 51,4 Mio. € abgeschlossen. Der Auftragseingang verbesserte sich indes um etwa 16,1 % auf 59,8 Mio. €. Auch beim Ebit schaffte das Unternehmen trotz Erlöserückgangs mit 0,4 Mio. € den Turnaround. Im Vorjahreszeitraum sah DataModul hier noch mit –0,4 Mio. € rot. Am 7. August wird das vollständige Zahlenwerk vorgestellt