Auch wenn die Berichtssaison inzwischen ihren Zenit erreicht hat, gibt es doch noch den einen oder anderen Nachzügler, der seine Bücher öffnet. Gerade aus der zweiten und dritten Börsenreihe gab es hier noch die eine oder andere Überraschung.
The Platform Group bestätigt Ziele; (B–):
Mit einem Bruttowarenvolumen (GMV) von 788,6 (652,1) Mio. € beendete der Platformbetreiber sein 1. Halbjahr. Der Nettoumsatz zog um 22,7 % auf 421,0 Mio. € an und das bereinigte Ebitda erreichte 40,8 (33,3) Mio. €. Netto verdiente der Konzern mit 33,5 (33,3) Mio. € ebenfalls minimal mehr. An den Zielen für das Gesamtjahr wurde derweil nicht gerüttelt.
Delticom dämmt Verlust ein; (B):
Trotz eines niedrigeren Geschäftsvolumens hat der Reifenhändler von Januar bis Juni die Ergebnisse insgesamt verbessert. Während der Umsatz auf 258 (285) Mio. € verlor, kletterte das operative Ebitda auf 5,8 (5,5) Mio. €. Letztlich sah das Unternehmen dennoch mit –0,2 (–1,7) Mio. € weiterhin rot. Das Management setzt vor allem auf das Winterreifengeschäft in der 2. Jahreshälfte und hält daher weiterhin an der Prognose mit einem Umsatz von 480 bis 520 (484) Mio. € fest. Das operative Ebitda wird dabei zwischen 19 und 24 (20) Mio. € anvisiert.
Ecotel Communications verdient mehr; (B):
Der Kommunikationsdienstleister hat im 1. Halbjahr den Umsatz auf 65,4 (57,0) Mio. € gesteigert. Während sich das operative Ebitda auf 4,1 (3,7)
Mio. € verbesserte, kletterte der Konzernüberschuss auf 0,9 (0,7) Mio. €. Für 2026 werden Erlöse zwischen 121 und 129 (124) Mio. € in Aussicht gestellt, wobei eher das untere Ende erreicht werden dürfte. Das operative Ebitda soll sich bei 5,0 bis 6,0 (8,9) Mio. € einfinden.
3U Holding bestätigt gekürzten Ausblick; (B):
Zwar erholten sich die Geschäftsbereiche Erneuerbare Energien und ITK (Informations- und Telekommunikationstechnik) in den ersten 6 Monaten, die anhaltenden Belastungen im Segment SHK (Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) hatten das Management jedoch veranlasst, die Guidance für 2026 zu kappen (vgl. ES 32/26). Zwischen Januar und Juni gab der Umsatz trotz der Teilerholung auf 24,4 (28,3) Mio. € nach. Das Ebitda schaffte indes den Turnaround und erreichte 2,1 (–0,3) Mio. €. Nicht zahlungswirksame Wertminderungen auf den Bitcoin-Bestand ließen das Konzernergebnis allerdings auf –12,6 (–2,7) Mio. € einbrechen.
Baader Bank schwächer; (B):
Ein Rückgang der Gesamterträge im abgelaufenen Halbjahr auf 137,5 (162,0) Mio. € hat dem Finanzkonzern auch einen Gewinneinbruch auf 15,3 (34,8) Mio. € eingebrockt. Nichtsdestotrotz will die Baader Bank ihr strategisches Angebot im Handel mit digitalen Assets und Krypto-Produkten ausbauen und beteiligt sich mit 9,9 % an ihrem Krypto-Geschäftspartner Hyphe. Die Transaktion beinhaltet auch die Beteiligung an der niederländischen Muttergesellschaft B4C Markets B.V.
11880 sieht weiterhin rot; (B):
Das Software- und Internetunternehmen musste auf Halbjahressicht einen Umsatzrückgang auf 25,3 (27,2) Mio. € verbuchen. Das Ebitda konnte dennoch auf 1,7 (0,9) Mio. € vorfahren und auch der Nachsteuer-Verlust auf –0,5 (–1,1) Mio. € eingedämmt werden. Auf Jahressicht plant der Vorstand mit Erlösen zwischen 50,0 und 54,0 (54,2) Mio. €. Das Ebitda soll in der Bandbreite von 2,6 bis 3,2 (4,1) Mio. € landen.
Grenke etwas besser; (B):
Von Januar bis Juni verdiente das Unternehmen im Leasing-Neugeschäft mit 1,64 (1,62) Mrd. € etwas mehr. Der Nettogewinn verbesserte sich dabei auf 32,6 (26,2) Mio. €. Grund für die starke Entwicklung war ein zweistelliges Wachstum der operativen Erträge bei zeitgleich weniger stark gestiegenen Kosten. Den Ausblick auf das laufende Jahr hat der Leasing-Anbieter erneut bestätigt.
BVB mit Gewinneinbruch; (B):
Ersten Berechnungen zufolge hat der Fußball-Club im Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende Juni) mit 460,5 (526,0) Mio. € weniger umgesetzt (Bericht: 28. September). Grund für den Rückgang waren unter anderem geringere Einnahmen aus der TV-Vermarktung, da der BVB das Achtelfinale der UEFA Champions League verpasst hatte. Das Ebitda gab auf 92,2 (115,9) Mio. € nach. Unterm Strich rutschte das Unternehmen mit –21,7 Mio. € in die Verlustzone, nach 6,5 Mio. € Gewinn im Vorjahreszeitraum. Für 2026/27 rechnet das Management zunächst mit dem Erreichen der Gewinnschwelle. Im besten Fall schafft der Fußballverein sogar einen Gewinn in Höhe von 10 Mio. €.