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Onkologiesparte stützt Abbott Lab

New York – Ausgerechnet ein Zukauf, der erst wenige Monate alt ist, hat sich als Treiber des 2. Quartals beim Medizintechnikkonzern entwickelt. Die im März übernommene Krebsdiagnostik-Sparte um den Darmkrebstest Cologuard und den Brustkrebs-Assay Oncotype DX von Exact Sciences gleicht offenbar die schrumpfenden Erlöse aus dem Corona-Testgeschäft aus. Der Umsatz legte im Berichtszeitraum um 13 % auf 12,59 Mrd. $ zu. Nach Steuern drückten allerdings die Übernahmekosten auf der Entwicklung. Hier fiel der Gewinn auf 928 Mio. $ zurück, nach 1,78 Mrd. $ im Vorjahr. Ohne die Sonderkosten hätte hier ein Plus von 3,5 % auf 2,29 Mrd. $ gestanden. 

Für das Gesamtjahr rechnet Abbott nun mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,45 und 5,60 $, nach zuvor 5,38 bis 5,58 $. Derweil treibt der Konzern mehrere Zulassungsprojekte voran. Im April schloss das Unternehmen die Rekrutierung für die US-Zulassungsstudie seines intravaskulären Lithotripsie-Systems zur Behandlung verkalkter Koronararterien ab. Im Mai reichte Abbott den Zulassungsantrag für das Vorhofohr-Verschlusssystem Amulet 360 bei der US-Arzneimittelbehörde FDA ein und erhielt zudem die CE-Kennzeichnung für den Libre Duo – nach Unternehmensangaben der weltweit erste Biowearable-Sensor, der gleichzeitig Glukose- und Ketonwerte misst. CEO Robert Ford sprach von Momentum, das sich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen und Umsatz- wie Gewinnwachstum beschleunigen soll. Mit der angehobenen Prognose und den Fortschritten bei Amulet 360 und dem Lithotripsie-System hat Abbott für das H2/2026 gleich mehrere konkrete Katalysatoren in der eigenen Pipeline.

Die erfreulichen Ergebnisse haben auch der zuletzt strauchelneden Abbott Lab-Aktie wieder Schub verschafft. Hier setzt man nun auf einen nachhaltigen Turnaround; (B+).