Mailand – Die italienische Großbank geht im Tauziehen um die Übernahme der Commerzbank auf Konfrontationskurs mit deren Vorstand. Nicht UniCredit, sondern die Commerzbank verbreite „fortgesetzt und unzutreffende und irreführende Informationen“ zu dem als feindlich erachteten Übernahmeangebot, erklärten die Italiener in einer ausführlichen Stellungnahme.
Die Commerzbank hatte Zweifel daran geäußert, wie sich die Mailänder Großbank nach eigenen Angaben fast 12 % der Anteile an dem Frankfurter Geldhaus habe sichern können, obwohl der Umtausch in UniCredit-Aktien für ihre Aktionäre finanziell ein Verlustgeschäft wäre (s.S.29). „Behauptungen, die tatsächliche Zahl der eingelieferten Aktien sei niedriger, weil diese Aktien von UniCredit geliehen worden seien, sind falsch und entbehren jeder Grundlage“, betonte UniCredit. „Eingelieferte Aktien sind eingelieferte Aktien und unwiderruflich gebunden.“
UniCredit hatte aber offengelegt, dass sie Derivategeschäfte mit Banken eingegangen war, mit denen sie sich gegen Kursverluste mit Commerzbank-Aktien absichern wollte. Insidern zufolge sind diese nicht mit den normalen, sondern mit in das Übernahmeangebot eingereichten Commerzbank-Aktien unterlegt. Damit könnten die UniCredit-Partner einen Anreiz haben, auf das Tauschangebot einzugehen.
Trotz drohendem Übernahme-Krimi kann die UniCredit charttechnisch überzeugen. Anleger mit starken Nerven wagen hier den Nachkauf; (A–).