Nachdem die Kleinaktionäre bei Varta im Zuge des StaRUG-Verfahren aus dem Unternehmen gedrängt und Großaktionär Michael Tojner und der Sportwagenbauer Porsche Alleineigentümer wurden, scheint die Energie nun endgültig raus zu sein. Eine Sprecherin des Amtsgerichts Stuttgart bestätigte, dass insgesamt vier Insolvenzanträge des Batterieherstellers eingegangen seien. Die Anträge würden derzeit von der zuständigen Richterin geprüft. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte erfahren, dass das erneut in Schieflage geratene Unternehmen aus Ellwangen Insolvenz anmelden werde, nachdem die bisherigen Eigentümer, der Sportwagenbauer Porsche und der österreichische Unternehmer Tojner, nicht mehr zu einer weiteren Kapitalspritze bereit seien. Varta steht damit vor der Zerschlagung: Die wichtigsten Gläubiger, darunter die Dt. Bank und mehrere Hedgefonds, wollen das profitable Haushaltsbatterien-Geschäft übernehmen, Tojner hat Interesse am Geschäft mit Mikrobatterien – etwa Knopfzellen für Hörgeräte – angemeldet.
Konkret soll der schwäbische Batteriehersteller hat eigenen Angaben zufolge einen Antrag auf vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Ziel dieses Schrittes sei es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. Auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH und Varta Storage GmbH sind demnach von der Antragstellung betroffen. Wesentliche Ursachen für die erneute Krise seien deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Großkunden, die Zusammenarbeit zu beenden.