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Varta nimmt Sanierungs- experten ins Boot

Die Verkaufsflaute und der Preisdruck zwingen den Batterienhersteller bei den Investitionen auf die Bremse zu treten. Im November wurde die Prognose für das Geschäftsjahr 2022 heruntergeschraubt und das Management strich die Investitionen zusammen und initiierte ein Aktionspaket zur Kostensenkung, das Personalabbau und Kurzarbeit für den Produktionsstandort Nördlingen einschließt. Der neue Varta-Chef Markus Hackstein hat jetzt noch einen Sanierungsexperten von Boston Consulting ins Haus geholt. „Unsere Materialkosten betragen rd. 400 Mio. € im Jahr“, erklärte Hackstein in einem Interview. Sie sind innerhalb des Jahres um 25 % gestiegen und machen inzwischen 50 % der Gesamtkosten aus. Der neue Berater soll nun das Management unterstützen, die Materialkosten wieder einzudämmen.

Der Varta-Chef betonte jedoch, dass das Unternehmen kein Fall für den Insolvenzverwalter sei. „Wir sind solide aufgestellt und haben die notwendigen Maßnahmen ergriffen.“ Zudem sei das Management mit den Banken in enger Abstimmung „um sie im Boot die Finanzierungen stabil und sicher zu halten.“ Am Finanzmarkt geht man dennoch davon aus, dass es ohne eine Kapitalerhöhung im dreistelligen Millionenbereich nicht gehen wird. Ferner wird mit einer Nettoverschuldung zum 31.12.22 von rd. 600 (Vorjahr: 300) Mio. € gerechnet.

Derzeit ist Varta ein ganz „heißes Eisen“. Wer sich traut, kann schon jetzt auf die Trendwende spekulieren. Wer die SDAX-Aktie bereits im Portfolio hat, der gibt auf dem niedrigen Kursniveau keine Stücke aus der Hand; (B+).