Die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges wurde zwischenzeitlich von der Nachricht über die Öffnung der wichtigen Straße von Hormus beflügelt. Doch die Freude währte nur kurz, denn die USA und der Iran gerieten prompt wieder aneinander. Solange die Kriegsgegner nicht an einen Verhandlungstisch zurückkehren, droht eine Hängepartie an der Börse.
In der Berichtswoche reichten in der Tat Andeutungen über ein Ende des Iran-Krieges aus, um den Aktienmarkt deutlich zu stabilisieren. Für einen regelrechten Kurssprung an den globalen Aktienmärkten sorgte dann die Meldung, dass die insbesondere für Öltransporte wichtige Straße von Hormus vom Iran wieder geöffnet wird – ein regelrechter Befreiungsschlag für Anleger. Die Aktienkurse reagierte dies- und jenseits des Atlantiks regelrecht euphorisch. Der DAX konnte sogar seine Kursverluste seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar fast wieder komplett wettmachen. An der Wall Street erreichten der marktbreite S&P 500 sowie der Technologie-Index Nasdaq 100 sogar neue Rekordstände.
Doch bereits am darauffolgenden Wochenende verhärteten sich die Fronten erneut massiv. Und zwar so, dass beide Kriegsparteien schon gar nicht mehr an den Verhandlungstisch wollten. Erneut überzogen sich die USA und der Iran mit gegenseitigen Drohungen. Somit bleibt die Lebensader der globalen Konjunktur ein Spielball der Kriegsgegner, zumindest so lang bis das Ultimatum der USA ausläuft (lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor). Für Anleger heißt dies: Die Zitterpartie geht weiter. Denn der Ölpreis zog daraufhin wieder kräftig an, was wiederum den Inflations- und Zinssorgen neue Nahrung gibt.
Indes gab es bereits zahlreiche positive Überraschungen in der Bilanzsaison. In der aktuellen Berichtswoche gewinnt diese nochmal an Fahrt. Schließlich steht hierzulande mit SAP ein echtes DAX-Schwergewicht in den Startlöchern. Die große Aufgabe des Softwareriesen wird es sein, die KI-Zweifel auszuräumen. In den USA legen u.a. Tesla und Intel ihre mit Spannung erwarteten Quartalszahlen vor.
Während der Iran-Konflikt lähmt, sollten zahlreiche Bilanzen für Wirbel an der Börse sorgen.