Der Wolfsburger Autokonzern will nach Angaben der Arbeitnehmerseite mehrere Haustarifverträge kündigen. Dies habe der Vorstand bei einem Treffen in Hannover angekündigt, teilten die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat mit. Die Kündigungen sollten noch am selben Tag übermittelt werden. Die Gewerkschaft sowie der Betriebsrat kündigten Widerstand gegen das Vorhaben an. Betroffen seien etwa die tarifliche Zusatzvergütung, bei der Beschäftigte zwischen sechs zusätzlichen freien Tagen oder einer Zahlung von 27,5 % eines Monatseinkommens wählen können. Zudem könnten Vereinbarungen zu anderen Zulagen, dem Manteltarifvertrag mit seinen Arbeitszeitregeln und zur Ausbildung betroffen sein. Die vom Vorstand angestrebten Kündigungen könnten frühestens ab Januar 2027 wirksam werden. Das jüngste Treffen war ursprünglich als Überprüfungsgespräch zum Tarifkompromiss aus dem Jahr 2024 geplant gewesen, der massiven Stellenabbau vorsah und im Gegenzug den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 sowie Investitionen in die Werke. Dieser ist von den Kündigungen nicht betroffen. Zum Jahreswechsel endet die “Friedenspflicht” im ebenfalls gekündigten Vergütungstarifvertrag – dann wären auch Streiks bei VW möglich.
Die gesamte Automobilbranche steckt in der Krise – so auch VW. Langfristig ist der Wert jedoch eine solide Halteposition; (B+).