Kurz vor Ablauf der Annahmefrist am 15. September hatte sich die Vinci-Tochter VINCI Energies bereits 83,56 % der Anteile an dem IT-Dienstleister All for One Group gesichert. Dies umfasst sowohl angediente Aktien als auch Anteile, die durch Käufe über die Börse und außerhalb erworben wurden. Damit wurde die Mindestannahmeschwelle von 75 % plus eine Aktie deutlich überschritten. Bis zum 2. Oktober läuft nun noch die erweiterte Annahmefrist. Aktionäre können ihre Anteile gegen eine Barzahlung von 67,50 € je Aktie andienen, danach kann das Angebot nicht mehr angenommen werden. Sowohl Aufsichtsrat als auch Vorstand der All for One Group empfehlen den Aktionären weiterhin die Annahme des Angebots.
Um bei der geplanten Übernahme der MediaMarkt- und Saturn-Mutter Ceconomy voranzukommen, soll der chinesische Online-Händler JD.com Zugeständnisse gemacht haben, die nicht gut ankommen. Die EU-Kommission soll dem Konzern eine negative Rückmeldung zu den im vergangenen Monat unterbreiteten Vorschlägen gegeben haben. Nun dürfte JD.com das Angebot nochmals nachbessern. Die Brüsseler Wettbewerbshüter untersuchen derzeit, ob die Chinesen den geplanten Kauf mithilfe von Subventionen der Regierung stemmen.
Eine vorläufige Prüfung der Kommission im Mai hatte ergeben, dass JD.com durch Vorzugsfinanzierungen, Steueranreize und Zuschüsse aus China unfaire Vorteile erhalten haben könnte. Um die Bedenken auszuräumen, hatte der Online-Händler Insidern zufolge angeboten, Ceconomy zu marktüblichen Konditionen Zugang zu seiner europäischen Logistik- und Technologie-Infrastruktur zu gewähren. Nach einer möglichen Übernahme, bei der Ceconomy mit 2,2
Mrd. € bewertet wird, soll das Unternehmen delistet werden.
Der Aufsichtsratsvorsitzende des Modekonzerns Hugo Boss, Stephan Sturm, nimmt angesichts der jüngsten Änderungen in der Aktionärsstruktur seinen Hut. Im Übernahmekampf hatte zuletzt der Großaktionär Fraser seine Unterstützung für Stephan Sturm auf den Prüfstand gestellt. Nun will der AR-Vorsitzende mit Wirkung zum 15. Oktober sein Mandat niederlegen.
Bei dem angekündigten Treffen der Bundesregierung mit UniCredit-Chef Andrea Orcel hat Vizekanzler Lars Klingbeil die Bedingungen der Regierung für eine Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank vorgebracht. „Wir erwarten, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt - sowohl in Deutschland als auch international“, so Klingbeil. Der Bund, der in der Finanzkrise bei der Commerzbank eingestiegen war, ist mit etwa 13 % zweitgrößter Aktionär und hatte sich lange gegen eine Übernahme ausgesprochen.