New York – Der US-Flugzeugbauer stellt sich bei seinem modernisierten Großraumjet 777X nach jahrelanger Verspätung auf weitere Verzögerungen ein. Einige Tests könnten sich ins Jahr 2027 verschieben, sagte Boeing-Chef Kelly Ortberg. Als Grund nannte er die noch ausstehende Zulassung der Triebwerke von GE Aerospace. Dennoch plant der, die ersten Flugzeuge des Typs im kommenden Jahr auszuliefern. Schon damit liegt die 777X sieben Jahre hinter dem ursprünglichen Plan.
An den Turbinen vom Typ GE9X hatten sich bestimmte Dichtungen als nicht haltbar genug herausgestellt. Laut einem Sprecher von GE Aerospace ist die Ursache inzwischen erkannt. Das Unternehmen habe schon im August die ersten Einheiten mit verbesserten Dichtungen ausgeliefert und sehe einer Inbetriebnahme im Jahr 2027 erwartungsvoll entgegen. Allerdings dämpfte Boeings Finanzchef Jay Malave auch die Erwartungen an die finanzielle Erholung des Flugzeugherstellers, der seit 2019 in der wohl schwersten Krise seiner Geschichte steckt. So hatte die Konzernspitze für 2026 bisher einen freien Barmittelfluss zwischen einer und 3 Mrd. $ in Aussicht gestellt. Es sei "etwas weniger wahrscheinlich", dass es mehr als 2 Mrd. $ würden, erklärte Malave. Denn die Auslieferungen des Mittelstreckenjets 737 MAX und des Großraumjets 787 "Dreamliner" entwickelten sich schwächer.
Die erneute Verzögerungen kamen am Markt erwartungsgemäß nicht gut an. Die Boeing-Aktie ging zeitweilig deutlich in den Sinkflug, bevor sich der Kurs wieder leicht erholte. Der US-Flugzeugbauer ist und bleibt ein volatiles Investment; (B).