Paris – Der größte Aktionär der italienischen Banco BPM stemmt sich Berichten zufolge gegen einen Verkauf des Instituts an den größeren Rivalen Monte dei Paschi. Die französische Großbank, die 29,3 % an BPM hält, betrachte die Übernahmeofferte von Monte dei Paschi als unattraktiv und bezweifle, ob sie wertschaffend für die Aktionäre sei. Das habe Credit Agricole vor wenigen Tagen in einem Gespräch mit Monte-dei-Paschi-Chef Luigi Lovaglio klargemacht, hieß es in dem Bericht. Die Franzosen würden lieber ihre eigene Italien-Tochter mit BPM zusammenführen.
Lovaglio hatte im August parallele Übernahmeangebote für die Banco BPM mit Sitz in Mailand und Verona sowie für die Banca Generali angekündigt. Sie sind Teil seiner Verteidigungsstrategie gegen eine feindliche Übernahme der Bank durch den italienischen Marktführer Intesa SanPaolo. Voraussetzung für die beiden Offerten ist aber, dass Lovaglio die eigenen Aktionäre für seinen Plan gewinnen kann. Sie stimmen am 29. Oktober darüber ab.
Monte dei Paschi und Credit Agricole wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Die Franzosen hatten aber schon im Vorfeld klargemacht, dass sie nichts von einer "Fusion unter Gleichen" halten, über die Monte dei Paschi und BPM verhandelt hatten.
Für Credit Agricole ist Italien der zweitgrößte Markt, entsprechend machen die Bedenken durchaus Sinn. Nach der Kurskorrektur geht es für die französische Aktie zumindest langsam wieder aufwärts; (B).