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Börsenbericht – Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Sorgen über die weitere Entwicklung im Technologiesektor ließen die Anleger an den globalen Aktienmärkten auch weiterhin nicht los. Dennoch konnte der DAX die 25.000 Punkte-Marke weiter verteidigen. Für schlechte Stimmung sorgten vor allem Rückgänge bei Tech-Aktien. Hinzu kommen wieder steigende Ölpreise, die zusätzlich auf die Stimmung an den Börsen drücken. Der Preis für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent stieg zeitweise bis auf 111,99 $ je Fass (159 Liter), bevor er sich wieder etwas abschwächte. Experten verwiesen auf einen Risikoaufschlag wegen anhaltender geopolitischer Gefahren, nachdem die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen zum Wochenstart Angriffe auf Ziele in Saudi-Arabien gemeldet hatten. Höhere Energiepreise schüren die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen zur Eindämmung der Inflation länger auf hohem Niveau belassen könnte. Für weitere Kursbewegung wird in den kommenden Tagen und Wochen die in Fahrt kommende Berichtssaison sorgen. An der Wall Street konnten sich die Leitindizes wieder etwas erholen: Der Dow Jones schloss rund 1 % fester, während der S&P 500 um 0,3 % zulegte. Die Technologiebörse Nasdaq musste indes noch ein minimales Minus von 0,1 % verbuchen. 

Der Streaming-Gigant Netflix hat das vergangene Quartal mit dem schwächsten Wachstum seit Jahren abgeschlossen. Dennoch legte der Umsatz im Jahresvergleich um 12 % auf 12,9 Mrd. $ zu. Das war der niedrigste Zuwachs seit drei Jahren – der Wert entsprach zugleich den Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich wuchs der Gewinn um rund 44 % auf 3,66 Mrd. $. Netflix ist nach wie vor die klare Nummer eins im Videostreaming. 

Adidas hat ein besser als erwartetes 3. Quartal erzielt und erwartet nun 2026 mehr operativen Gewinn als zunächst angenommen. Dabei profitiert das Unternehmen auch von Zollrückerstattungen aus den USA. Adidas erwartet für das laufende Jahr nun ein Betriebsergebnis von 2,5 Mrd. €. Bislang hatte das Management rund 2,3 Mrd. € in Aussicht gestellt. Das Unternehmen sei dabei auf dem Weg, ein Betriebsergebnis von 2,6 Mrd. € zu erreichen, hieß es. Im Q3 stieg der Umsatz vorläufigen Berechnungen zufolge um 9 % auf einen Rekordwert von 7,25 Mrd. €. Währungsbereinigt lag das Plus bei 7 %. Das Betriebsergebnis stieg um 37 % auf rund 1 Mrd. € – ebenfalls ein neuer Höchstwert in einem Quartal. Dabei machte sich auch die Rückerstattungen aus den USA im Volumen von rund 200 Mio. € positiv bemerkbar, so Adidas. Die ausführlichen Zahlen will das Unternehmen am 29. Oktober vorlegen.

General Motors versucht in der aktuell angespannten Lage, Anleger und Investoren zu überzeugen. "Der Weg nach vorn ist anspruchsvoller", sagte GM-Chefin Mary Barra in einer Telefonkonferenz. Die Rohstoffkosten steigen, die Verbraucher werden durch die Inflation belastet und GM bringt neue Pickup-Trucks auf den Markt - ein komplexes Unterfangen, bei dem viel auf dem Spiel steht. Barra sagte, sie erwarte für 2027 weiterhin stärkere Ergebnisse – vorausgesetzt, die Nachfrage halte an und die Kosten stabilisierten sich. Sie sagte, GM habe sich so aufgestellt, dass das Unternehmen Turbulenzen überstehen könne. Dabei verwies sie auf eine verbesserte Produktpalette, neue Einnahmequellen wie digitale Abonnements und das Militärgeschäft sowie eine geringere Abhängigkeit von Rabatten beim Autoverkauf.

Hasbro hat im 3. Quartal starke Ergebnisse geliefert. Neben Zollerstattungen sorgte vor allem „Magic: The Gathering“ für Rückenwind. Die Prognose für das laufende Jahr wurde erneut angehoben. "Für das Jahr 2027 erwarten wir, dass Magic im Vergleich zum Rekordjahr 2026 weiter zulegen wird", sagte Cocks in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Jede unserer sechs Hauptveröffentlichungen im nächsten Jahr verfügt über eine vollständige Produktpalette. Wir erweitern die Produktionskapazitäten, um der Nachfrage gerecht zu werden, und unsere Fangemeinde sowie der Vertrieb im Einzelhandel wachsen stetig weiter." Mit Blick auf die Zukunft verdoppelt Hasbro zudem sein Aktienrückkaufziel für das Jahr und strebt Rückkäufe im Wert von 400 Mio. $ an, verglichen mit 200 Mio. $ im letzten Quartal. 

Der Softwarekonzern Salesforce hat eine Vereinbarung zur Übernahme des US-Unternehmens Braze für rund 5,66 Mrd. $ einschließlich Schulden unterzeichnet. Damit erweitert der Konzern sein Portfolio um eine Plattform für Kundenbindung. Der Vereinbarung zufolge erhalten die Aktionäre 47,50 $ in bar je Stammaktie. Braze unterstützt Marketingexperten beim Aufbau tieferer Kundenbeziehungen. Die Plattform reagiert in Echtzeit auf das Kundenverhalten, um personalisierte Erlebnisse über verschiedene Kanäle hinweg zu koordinieren.

3M steht kurz davor, einen Deal mit Amazon für Server-Steckverbindern abzuschließen. Die Steckverbinder, bekannt als "Expanded Beam Optical Ferrules", können Server in Sekunden statt in Minuten verbinden, was die Bauzeit eines Rechenzentrums um 6 Monate verkürzt, wie das Unternehmen mitteilte. Zudem seien sie einfacher zu warten als andere Steckverbinder, so 3M. Der Konzern aktualisierte seine Prognose und rechnet nun mit einem Gewinn je Aktie für das Gesamtjahr von bis zu 9,15 $, was einer Steigerung von 20 Cent gegenüber der letzten Prognose entspricht.

Die heftigen Proteste in Frankreich haben Carrefour veranlasst, die Rentabilitätsziele für das laufende Jahr drastisch zu senken. Der französische Lebensmittelhändler teilte mit, dass die operative Gewinnmarge in diesem Jahr um bis zu 15 Basispunkte steigen könnte. Zuvor war noch ein Zuwachs von mehr als 25 Basispunkten prognostiziert worden. Zudem wird nun mit einem stabilen bis leicht steigenden bereinigten Gewinn je Aktie gerechnet, während zuvor ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt worden war. 

Die Dt. Börse ist im 3. Quartal dank guter Geschäfte mit ihren Produkten rund um den Finanzmarkt erneut zweistellig gewachsen. Zudem machten sich die weiter steigenden Zinsen positiv bemerkbar. Wegen der Leitzinsentwicklung und gestiegener Barbestände erhöhte der Konzern seine Prognose für das Treasury-Ergebnis 2026 um weitere rund 100 Mio. €. Entsprechend hob die Dt. Börse auch ihre Ziele für die Nettoerlöse und das operative Ergebnis leicht an. Für das Ebitda erwartet der Konzern nun einen Anstieg um rund 11 % auf mehr als 3,9 Mrd. €. Bislang hatte der Konzern mehr als 3,8 Mrd. € in Aussicht gestellt. Die Prognose für die Nettoerlöse wurde auf mehr als 6,5 Mrd. € erhöht. Das wäre ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um circa 8 %. 

Die zuletzt merklich erholten Aktien von FMC sind am Mittwoch wieder eingeknickt. Auslöser sind Reformpläne der US-Regierung für die Behandlung von Nierenerkrankungen. Experten befürchten, dass Washington den Wettbewerb auf dem US-Dialysemarkt verschärfen und damit die Marktstellung von FMC und DaVita angreifen könnte. Beide Anbieter vereinen rund 74 % des Marktes auf sich. Zudem könnten bessere Prävention und mehr Nierentransplantationen langfristig die Zahl der Dialysepatienten senken – ein weiterer Belastungsfaktor für FMC.