Die Eskalation im Nahen Osten hat die Börsen schwer getroffen – der DAX startete schwächer in die neue Woche. Während der Ölpreis kräftigt steigt, gerieten vor allem Aktien von Airlines und Reisegesellschaften unter Druck. Ein längerer Konflikt dürften, Experten zufolge die Ölpreise und die Inflation treiben und die Aktienmärkte belasten. Der Ölpreis kletterte zeitweise auf den höchsten Stand seit Monaten. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte in der Spitze bis auf 82,37 $ und erreichte damit den höchsten Stand seit Januar 2025. Das US-Leichtöl WTI erreichte den höchsten Wert seit Juni 2025. Angesichts der Unsicherheiten war auch der “sichere Hafen” Gold erneut gefragt – der Kurs des Edelmetalls sprang zwischenzeitig deutlich an. An der Wall Street sind die Leitindizes mit Verlusten ins Wochenende gegangen. Negative Impulse lieferten die heimischen Erzeugerpreise, die deutlicher als erwartet zulegten. Damit sinkt die Chance auf Zinssenkungen den Notenbank Fed. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 1,05 % bei 48.977,92 Punkten. Der S&P 500 büßte am Freitag 0,43 % ein und die Technologiebörse Nasdaq beendete den Handel 0,3 % leichter.
Der Chef des Energiekonzerns RWE erwartet indirekte Auswirkungen der US-Zölle auf die hauseigenen Investitionsvorhaben. "Zölle in den USA betreffen uns während der Investitionsphase von neuen Projekten", sagte Markus Krebber in einem Interview. “Wenn die Anlagen errichtet sind, spielen Zölle für uns keine Rolle mehr, denn Strom ist ein Produkt, das vor Ort entsteht und genutzt wird.” Der Energiebranche wird derzeit von vielen Beobachtern ein Investitions-Superzyklus unterstellt, denn allein für den Umbau der Energieinfrastruktur in Deutschland mit dem Ziel der Klimaneutralität braucht es Milliarden. Bei RWE steht zudem die Frage im Raum, wie das verfügbare Kapital weiter verwendet wird.
Aktien aus der Reisebranche litten zu Wochenbeginn besonders unter der Eskalation im Nahen Osten. Der Kurs von TUI verlor zeitweise zweistellig, ebenso wie die Lufthansa. Für die Titel der Fluggesellschaft droht damit ein weiterer Rückschlag im Rennen um eine mögliche Rückkehr in den DAX. Ein Sprecher der Lufthansa hatte am Samstag erklärt, dass mehrere Flüge mit Ziel Naher Osten ausgesetzt werden nach dem Angriff auf den Iran durch Israel und die USA.
Die RTL Group hat die geplante Übernahme von Sky Deutschland offiziell bei der Europäischen Kommission angemeldet. Mit der Anmeldung startet die erste Prüfung durch die EU-Kommission, ob der Deal wettbewerbsrechtlich unproblematisch ist. Man wollte weiterhin konstruktiv mit der Brüsseler Behörde zusammenarbeiten, hieß es von RTL in einer Mitteilung. Man sei zuversichtlich, die wettbewerbsrechtliche Genehmigung zu erhalten und die Transaktion im 1. Halbjahr 2026 abzuschließen. Sky Deutschland zählt bislang zum US-Unternehmen Comcast.
Die Anteilscheine von Dell sprangen vor dem Wochenende um knapp 22 % auf den höchsten Stand seit November. Der Hersteller von Computern und Speichersystemen hatte im vergangenen Quartal eine durchwachsene operative Margenentwicklung verzeichnet. Doch die Umsatz- und Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr übertrafen die Erwartungen. Dies galt insbesondere für den Erlösausblick für KI-Server. Zudem kündigte das Unternehmen an, sein Aktienrückkaufprogramm um 10 Mrd. $ aufzustocken.