Die Erholung im globalen Technologiesektor dürfte dem deutschen Aktienmarkt etwas Rückenwind verleihen. Am Vortag hatten hohe Verluste von KI-Aktien zwar auch hierzulande auf die Stimmung der Anleger gedrückt. Der DAX ist aber vor allem von Unternehmen aus klassischen Branchen geprägt, weshalb die KI-Schwäche nur bedingt Spuren hinterließ. Grund der teilweise KI-Kurseinbrüche waren Ängste mancher Anleger, dass sich die milliardenschweren Investitionen der KI-Konzerne womöglich nicht auszahlen könnten.
An den US-Börsen hatte sich die Stimmung im Handelsverlauf dann aber aufgehellt und in Asien nutzten die Anleger vor dem Wochenende die jüngste Tech-Schwäche zum Kauf. Hinzu kommt ein leichter Rückgang der Ölpreise und Anleiherenditen, die für einen guten Wochenausklang sorgen könnten. So zeichnet sich für den Dax ein Wochengewinn von 1,7 % ab, obwohl zur Wochenmitte eine überraschend hohe US-Inflation die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen weiteren US-Leitzinserhöhung hatte steigen lassen. Das hatte Aktienkurse weltweit belastet.
Dass sich der Chef der US-Notenbank Fed, Kevin Warsh, in einer Rede aber nicht spezifisch zur Geldpolitik äußerte, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch im Oktober aus Marktsicht wieder deutlich fallen. Zum Thema Künstliche Intelligenz sagte Warsh, dass Investitionen in diesen Bereich die US-Wirtschaft stark unterstützten.
Auf Unternehmensseite steht am Freitag der Chipindustrie-Ausrüster Aixtron im Fokus, nachdem er im 3. Quartal mit Auftragseingang und operativer Profitabilität die Analystenerwartungen übertroffen hatte.
Der Windkraftanlagenbauer Nordex überzeugte die Anleger mit einem überraschend guten 3. Quartal und einem optimistischeren Gewinnausblick. Die Aktionäre konnten sich vorbörslich über Kursgewinne von rund 9 % freuen.
Für die Anteilsscheine von Verbio ging es vorbörslich ebenfalls nach oben. Constantin Hesse vom Analysehaus Jefferies blickt nun deutlich optimistischer auf die Gewinnperspektiven des Biospritherstellers. Er hob das Kursziel an und stufte die Papiere daher auf "Buy" hoch.
Derweil bekommt die Unicredit für die Übernahme von Commerzbank -Anteilen nach eigenen Angaben grünes Licht von der EZB-Bankenaufsicht. Damit kann die italienische Großbank die Commerzbank-Aktien, die sie sich im Sommer über ein Tauschangebot gesichert hatte, in eigene Anteile umwandeln. Die Genehmigung war bereits erwartet worden, stützt aber dennoch die Aktien der Commerzbank.